Kiliani

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Kiliani-Volksfest
Kiliani 2013 von der Friedensbrücke aus
Kiliani-Feuerwerk 2018 © wuerzburg-fotos.de

Kiliani ist ursprünglich der Namenstag des fränkischen Schutzpatrons, des Heiligen Kilian. Dieser wird am 8. Juli begangen und ist Startpunkt der Kiliani Oktav. Acht Tage lang finden Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons statt, unter anderem die Kiliani-Wallfahrt.

Kiliani bezeichnet heute insbesondere das zweiwöchige Kiliani-Volksfest auf der Talavera. Zeitgleich findet die Kiliani-Verkaufsmesse am Marktplatz statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgänger des Kiliani-Volksfestes war die Kiliani-Messe, die ursprünglich eine reine Verkaufsmesse war und ihren Ursprung 1030 hat: Am 13. Oktober 1030 genehmigte der damalige Kaiser Konrad der Ältere die Messe, die namentlich dem fränkischen Schutzpatron gewidmet wurde. Die Messe fand in der Anfangszeit im August statt und wurde in Rücksichtnahme auf die Landwirtschaft (Haupterntezeit) auf die Kiliani Oktav verlegt. Die ersten Verkaufsstände wurden mit Pilgern als Zielgruppe vor dem Dom und in der Domstraße aufgestellt und boten in erster Linie Gebrauchsgegenstände an. Darüber hinaus gab es handgefertigte Kerzen, Kränze und Kleidung.

Im Laufe der Zeit gesellten sich jedoch vermehrt Gaukler und Künstler zu der Messe, so dass man im Jahre 1846 die Verkaufsmesse mit ihren Ständen von der Schaumesse trennte. Die von der Würzburger Kiliansbruderschaft mitgeförderte [1] Schaumesse entwickelte sich letztendlich zu dem, was heute als Kiliani-Volksfest bekannt ist.

Die Schaumesse wurde anfangs noch auf dem Sanderrasen (Sanderau) in direkter Nachbarschaft zur Adalberokirche abgehalten. 1920 verlegte man das Volksfest an das linke Mainufer unterhalb der Dreikronenstraße (heute Bereich Leonhard-Frank-Promenade, Viehmarktplatz). [2] Großen Einfluss hatten in dieser Zeit der TSV Jahn 1892 Würzburg e.V. und die Fischerzunft. Eine Besonderheit war, dass am neuen Standort auch der Main mit in das Fest einbezogen wurde: So gab es beispielsweise eine Prämierung von liebevoll geschmückten Schelchen. Auch das Fischerstechen fand zeitweise während des Kilianifestes statt. Heute kaum noch vorstellbar ist die Tatsache, dass es statt einem Bierzelt eine stark frequentierte „Milchhalle" auf dem Festgelände gab, da es ein städtisches Ausschenkverbot für alkoholische Getränke gab. [3]

Mit Zunahme von Attraktionen und Fahrgeschäften - man überbot sich von Jahr zu Jahr - wurde jedoch mehr Fläche benötigt, so dass das Kiliani-Volksfest auf die Talavera umzog, wo es auch gegenwärtig noch abgehalten wird.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Historische Plakate[Bearbeiten]

Kiliani-Volksfest[Bearbeiten]

Das 55 Meter hohe Riesenrad bei Nacht (2011)

Das Kiliani-Volksfest findet jedes Jahr zweiwöchig von Anfang bis Mitte Juli auf der Talavera im Stadtteil Zellerau statt. Es zählt zu den bedeutendsten Volksfesten Bayerns und ist das größte Volksfest in Unterfranken. [4]

Kiliani beginnt und endet jeweils mit einem Feuerwerk. Das Feuerwerk wurde bis einschließlich 2006 vom Weinberg Würzburger Stein aus abgefeuert - aufgrund eines Brandschadens 2006 wurde der Startplatz dann aber in den Folgejahren auf die Mainwiesen verlegt. Startschuss ist der Bieranstich im Festzelt durch den Oberbürgermeister. Am ersten Festsamstag findet traditionell immer der Kiliani-Trachtenfestzug statt. Dieser beginnt bei der Residenz und führt durch die Innenstadt zum Festplatz.

Attraktionen[Bearbeiten]

Das Volksfest umfasst zahlreiche Fahrgeschäfte, Karussells und Essensbuden. 2010 zählte das Kiliani Volksfest 75 Schausteller [5], darunter beispielsweise eine Achterbahn mit fünf Loopings und eine Wildwasserbahn. Die Hauptattraktionen wechseln von Jahr zu Jahr - lediglich das Riesenrad zeigt als fester Bestandteil schon von weitem den Weg zum Fest. 2018 sind für die Besucher insgesamt 80 Fahr-, Belustigungs- und Imbissgeschäfte aufgebaut.

Festzelte[Bearbeiten]

Das große Festzelt mit 5.000 Plätzen
Das Kiliani von der Mainaustraße aus

Anziehungspunkte des Kiliani-Volksfestes sind außerdem die Festzelte: 5.000 Personen fasst das große Kiliani-Festzelt mit Biergarten. Daneben gab es mit dem „Stadlwirt“ in Kombination mit dem „Kuhstall“ (2008 bis 2011) oder auch mit dem „Bräustadl“ (2012) immer noch mindestens ein kleineres Festzelt auf dem Platz, das verstärkt das jüngere Publikum ansprechen sollte. 2013 öffnet erstmals Müllers Almhütte mit Biergarten, die insgesamt 450 Personen Platz bietet. Seit 2016 wird „Lansers Stadl“ für ca. 400 Personen an gleicher Stelle aufgebaut.

Im Zusammenhang mit den Festzelten kam 2010 die Diskussion auf, ob Wert auf regionale Bierbrauer gelegt werden soll. [6] Neben den Festzelten gibt es auch mehrere „Biergärten“ auf dem Festgelände.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Polizei ist auf dem Kiliani-Volksfest immer mit einer Festwache direkt vor Ort. Gegen Taschendiebe setzt die Polizei außerdem Zivilstreifen ein. Den Sanitätsdienst übernehmen ehrenamtliche Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes dauerhaft durch Bereitschaftsdienst in einer Sanitätsstation. Seit 2013 sind die Sanitäter wie bei anderen Großveranstaltungen auch mit zwei Segways unterwegs. [7] Ebenfalls täglich vor Ort ist die Freiwillige Feuerwehr Würzburg mit einer Mannschaftsstärke von 1/5 (Staffel) und einem wasserführenden Löschgruppenfahrzeug. Die genannten Einrichtungen befinden sich nördlich an das Festzelt angrenzend.

Kurioses[Bearbeiten]

Ein kurioser Vorfall ereignete sich auf dem Kiliani-Volksfest im Jahr 2011: Zwei betrunkene Männer wollten an einem vermeintlichen Fahrgeschäft Tickets kaufen. Es handelte sich jedoch nicht um die Kasse des Fahrgeschäftes, sondern um einen Stand für Maiskolbenverkauf. Dessen Verkäuferin machte sich mit den Betrunkenen einen Spaß und verkaufte ihnen Pfandbons. Mit diesen stellten sich die Männer am benachbarten Fahrgeschäft an und wurden dort abgewiesen. Die Maiskolben-Verkäuferin klärte die beiden auf und erstattete ihnen sofort das Geld zurück. Die anschließende Streitigkeit konnte jedoch erst mit Hilfe der Polizei wieder geschlichtet werden. [8]

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe zum Festgelände befindet sich die Haltestelle Talavera der Straßenbahnlinien 2 und 4. Während des Volksfestes wird die Taktfrequenz der Straßenbahn erhöht. [9]

Besucherzahlen[Bearbeiten]

  • 2009: 680.000 Besucher [10]
  • 2010: 650.000 Besucher [10]
  • 2011: über 800.000 Besucher [11]
  • 2012: 1 Million Besucher [7]
  • 2013: ca. 900.000 Besucher [12]
  • 2014: 850.000 Besucher [13]
  • 2015: 700.000 Besucher [14]
  • 2016: 900.000 Besucher [15]

Öffnungszeiten[Bearbeiten]

  • Montag bis Donnerstag 14 bis 24 Uhr
  • Freitag und Samstag 14 bis 1 Uhr
  • Sonntag: 13 bis 24 Uhr
  • Eröffnungs- und Abschlussfeuerwerk: 22.30 Uhr

Termin Volksfest[Bearbeiten]

► siehe Veranstaltungskalender

Kiliani-Verkaufsmesse[Bearbeiten]

Die Kiliani-Verkaufsmesse (teilweise auch Häfelesmesse genannt) findet zeitgleich mit dem Volksfest auf dem Marktplatz statt. Angeboten werden vor allem Dinge des täglichen Bedarfs. Daneben gibt es aber auch Spezialprodukte wie Kräuter, Gewürze, Haushaltsartikel, Keramik, Bekleidung, Kunstgegenstände und Schmuck. Des weiteren gibt es Gastronomie-Stände.

Unterwegs in Würzburg (Video)[Bearbeiten]

„Unterwegs bei Kiliani 2017 in Würzburg“ von wuerzburg-fotos.de

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„Unterwegs beim Kiliani Trachtenumzug und auf dem Festplatz“ von wuerzburg-fotos.de

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Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Brückner: Kirchlich geprägte Lebensstile im 19. und 20. Jahrhundert (1840-1950). In: Unterfränkische Geschichte. Hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günther Krenig, Band 5/2, Echter-Verlag, Würzburg 2002, S. 107-148; S. 128 f.
  2. Main-Post: Kiliani historisch (Bild 6)
  3. Jörg Lusin: Würzburg wie es früher war. Band 2. Würzburg, 2000, S. 64-66 („Ein Kilianifest ganz ohne Alkohol“)
  4. Info auf volksfeste-in-deutschland.de
  5. Main-Post: „Volksfest auf der Talavera ist eröffnet – OB Rosenthal sticht erstes Fass an“ (2. Juli 2010)
  6. Main-Post: „Aufreger auf Kiliani-Volksfest: Sturm im Bierglas“ (12. Juli 2010)
  7. 7,0 7,1 Main-Post: „Mit Segway schneller beim Patienten“ (23. Juli 2012)
  8. Main-Post: „Junger Besucher pinkelt direkt vor Polizei“ (17. Juli 2011)
  9. Main-Post: „Mit der Straßenbahn zum Rummel“ (8. Juli 2011)
  10. 10,0 10,1 Main-Post: „Kiliani endet mit Mega-Feuerwerk“ (19. Juli 2010)
  11. Main-Post: „Über 800.000 Besucher“ (25. Juli 2011)
  12. Main-Post: „Kiliani-Volksfest: die Million-Besucher-Marke knapp verpasst“ (19. Juli 2013)
  13. TV-Touring
  14. Main-Post: „Oldtimer erobern Kiliani-Volksfest“ (19. Juli 2015)
  15. Main-Post: „Sommerwetter löst Kiliani-Boom aus“ (17. Juli 2016)