Wolfgang Brückner

Wolfgang Brückner (* 14. März 1930 in Fulda; † 20. Januar 2026) war Volkskundler, Germanist und von 1973 bis 1998 Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Leben und Wirken
Brückner studierte in Frankfurt Philosophie, Germanistik, Volkskunde, Geschichte und Kunstgeschichte. 1956 wurde er an der Universität Frankfurt mit einer Arbeit über Die Verehrung des Heiligen Blutes in Walldürn promoviert und im Anschluss Assistent am dortigen Institut für Volkskunde. Im Jahre 1964 folgte seine Habilitation mit der Arbeit Bildnis und Brauch. Ab 1968 war er Professor und Leiter des genannten Instituts.
Professor in Würzburg
1973 wurde Brückner als Ordinarius für Deutsche Philologie und Volkskunde an die Universität Würzburg berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1998 lehrte.
Herausgeber
Neben akademischer Strahlkraft zeichnete ihn die Leidenschaft aus, mit der er volkskundliche Themen – etwa zur Frömmigkeits- und Wallfahrtskultur in Unterfranken – vermittelte. Standardwerke wie „Wallfahrt im Bistum Würzburg“ (1996) dokumentieren dieses Wirken. Gemeinsam mit Jürgen Lenssen gab er ab 1990 die Reihe „Kirche, Kunst und Kultur in Franken“ heraus. Eine Summe seiner Auseinandersetzung mit Kirche und Frömmigkeit im Bistum Würzburg bildeten die in den Bänden der Unterfränkischen Geschichte erschienenen Aufsätze. Diese wurden 2008 unter dem Titel „Frommes Franken, Kult und Kirchenvolk in der Diözese Würzburg seit dem Mittelalter“ gesammelt publiziert.
Außerhalb der Universität wurde Brückner einem breiteren Publikum durch seine Auftritte in der BR-Sendereihe „Kunst und Krempel“ bekannt. Von 2006 bis 2013 war er Mitglied der Kunstkommission des Bistums Würzburg.
Nachlass
Brückners schriftlicher Nachlass wird in Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg für künftige Forschungen zugänglich bleiben. Diesen hatte er der Einrichtung zu Lebzeiten übereignet.
Ehrungen und Auszeichnungen
- 1995: Theodor-Heuss-Medaille des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg
- 2001: Bundesverdienstkreuz am Bande
- 2002: Päpstlicher Gregoriusorden
- 2005: Bayerischer Verdienstorden
