Sanderrasen

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Sanderrasen
Luftaufnahme aus einem Ballon

Der Sanderrasen ist eine Sportanlage im Freien, die von zahlreichen Schulen für den Sportunterricht genutzt wird. Außerdem trainieren hier auch Freizeitsportler. An Schultagen ist der Platz bis 17 Uhr für Unterrichtszwecke reserviert. Zuständig für den Sanderrasen ist der Fachbereich Sport der Stadt Würzburg.

Lage[Bearbeiten]

Adresse: Virchowstraße 1

Der Sanderrasen ist innenstadtnah in der vorderen Sanderau gelegen. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Schwimmbad Sandermare und das Studentenhaus. Näheste Haltestellen der Straßenbahnen sind Sanderring und Eichendorffstraße.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Während der Sommerferien findet am Sanderrasen die Sportferienfreizeit für Kinder von 6-12 Jahren statt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Sanderanger war über Jahrhunderte der Weideplatz („gemeiner Hutwasen“) des Viertels. Zeitweise auch Richtplatz. Zunächst erstreckte er sich noch weit über die heutige Fläche hinaus in Richtung Mainufer. 1725 wurde der untere, mainwärts gelegene Teil in einen öffentlichen Garten umgewandelt, später bebaut. Der obere Teil wurde 1754 zum militärischen Exerzierplatz umgewidmet. Der Verlust der Weidefläche rief aber massive Proteste in der Bevölkerung hervor. Ersatzweise durfte das Glacis vor den Befestigungsmauern der Stadt als Weidefläche genutzt werden. 1764 wurde ein Kompromiss ausgehandelt: Vormittags übte die Truppe, nachmittags durfte das Vieh am Sanderanger weiden. Zudem fanden sich dort Freiflächen für das Bleichen der Wäsche und für sportliche Aktivitäten der Studenten. 1904 verzichtete das Militär auf eine weitere Nutzung des Platzes.

Häufig diente der Sanderrasen auch als Festplatz. Z.B. für das 8. Bayerische Turnfest im Jahr 1890 und für das erste Deutsche Sängerfest 1845. Zeitweise fand auch das Kiliani-Voksfest hier statt. [1] Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich von 1920 bis 1934 eine urprünglich als Provisorium gedachte Barackensiedlung für Obdachlose im Bereich des heutigen Hallenbads unmittelbar an den Sanderrasen angrenzend. [2] Bis in die 1930er Jahre boten im nördlichen Teil des Geländes Marktstände Gemüse an. Ein Teil der Wiesenfläche wurde inzwischen mit dem Studentenhaus und dem Hallenbad Sandermare bebaut. In der Nachkriegszeit wurde außerdem eine Kunststoff-Laufbahn mit 333,33 Metern Länge angelegt (in der Regel haben Laufbahnen 400 Meter, was jedoch aus Platzgründen nicht realisierbar war).

Bildergalerie[Bearbeiten]

Skulptur „Diskuswerfer“[Bearbeiten]

Auf dem Sanderrasen steht zentral die Bronzeskulptur „Diskuswerfer“ des Stuttgarter Bildhauers Fritz Nuss. Das Kunstwerk wurde 1939 von der Stadt Würzburg auf der Großen Deutschen Kunstausstellung erworben und war zunächst im Ringpark aufgestellt. [3] Die Plastik kann als eine Arbeit ganz im Sinne nationalsozialistischer Kunstanschauung angesehen werden: Der Diskuswerfer soll arische Körperideale hervorheben und ungebrochenen Siegeswillen verkörpern.

Lendner-Denkmal[Bearbeiten]

Am Eingang Virchowstraße erinnerte ein Denkmal an den Pionier der Luftfahrt Leo Lendner. Lendner verunglückte am 8. Juli 1913 während eine Flugschau, die im Rahmen de Kiliani-Volksfestes (Standort Sanderrasen) stattfand. Die Absturzstelle befand sich am Galgenberg. 2017 erfolgte die Versetzung des Gedenksteins auf den Quartiersplatz am Elferweg auf dem Gelände der Landesgartenschau 2018 am Hubland. [4]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Moser: Würzburg. Geschichte einer Stadt. Babenberg Verlag, Bamberg 1999. ISBN 3-933469-03-1; Foto aus dem Jahr 1909
  2. Leo Günther: Würzburger Chronik 1933-1937. Verlag Bonitas-Bauer, Würzburg, 1936, S. 174
  3. Main-Post: „Umgang mit Nazikunst: Dokumentieren statt dämonisieren“ (15. März 2013)
  4. Main-Post: „Neuer Platz für alten Gedenkstein“ (7. Dezember 2017)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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