Heinrich Horn

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Heinrich Horn

Heinrich Josef Lorenz Horn (* 2. Februar 1824 in Roßbrunn; † 21. Dezember 1899 ebenda) war Posthalter im Königreich Bayern und Wohltäter der Gemeinde Greußenheim.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Heinrich war zweitältester Sohn von insgesamt 8 Kindern von Lorenz Horn und seiner Ehefrau Margaretha, geb. Spohrer von Böttigheim. Seine Schwester war Margaretha Horn. Seine erste Eheschließung am 11. September 1860 in der Franziskanerkirche Dettelbach mit Francisca, geb. Schliermann (* 27. April 1840 in Escherndorf; † 2. September 1866 in Roßbrunn) Sechs Jahre nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete Heinrich Horn am 7. Februar 1872 in Roßbrunn Josepha, geb. Benkert (* 14. November 1846 in Würzburg; † 4. Janaur 1916. Sie war Postagentin in Roßbrunn von 1899 bis 1916.).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Heinrich Horn übernahm 1848 das Amt des Königlich Bayerischen Postexpeditors mit Poststall und Postwirtshaus von seinem Vater. Die in verschiedenen Veröffentlichungen zitierte Behauptung, sein Bruder Ullrich sei zur gleichen Zeit der Posthalter von Roßbrunn gewesen, rührt daher, dass dieser der Besitzer des „Posthaltergutes“ war. Der Begriff „Posthalter“ war also bereits zum Hausnamen geworden. Heinrich war der beamtete Postexpeditor mit Poststall und Postwirtshaus – als Mieter bei seinem Bruder. Ab 1857 fuhr Heinrich Horn den Postomnibus, einen Kastenwagen, der von hinten bestiegen wurde und auf den Seiten Längsbänke für 6 bis 8 Passagiere hatte.

Stifter[Bearbeiten]

1893 unterbreitete der damalige Pfarrer Carl Theodor Müller dem Bürgermeister Philipp Seubert von Greußenheim den Vorschlag zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt. In der Gemeindeausschusssitzung am 12. Februar 1893 teilte Bürgermeister Philipp Seubert mit, dass ein Wohltäter, der unbenannt bleiben wollte, der Gemeinde Greußenheim ein Haus zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt bauen wollte. Dafür gab es einen Kostenvoranschlag von 13.000 bis 15.000 Mark. Bedingung war, dass die Gemeinde sich bereit erklärt, nach vollständiger Herstellung des Hauses dasselbe zu übernehmen, Hand- und Spanndienste bei Erbauung derselben zu leisten, für die Beholzung der Anstalt aufzukommen und die Leitung anschließend den Schwestern des Ordens der Töchter des hl. Erlösers zu übertragen. Auch sollte die Gemeinde ab dem zweiten Jahr nach Übernahme der Anstalt die Unterhaltungskosten für die zwei vorgesehenen Schwestern von etwa 700 Mark jährlich übernehmen. Es brauchte zwei Versammlungen der Gesamtgemeinde für eine 2/3 Mehrheit der stimmberechtigten Bürger (= 166), bis 132 Bürger mit Ja und 16 mit Nein stimmten, um den Gemeindeausschussbeschluss zur Errichtung der Kinderbewahranstalt vom 12. Februar 1893 zu genehmigen. Die vorgenannten Beschlüsse wurden anschließend vom königlichen Bezirksamt Würzburg am 23. Mai 1893 genehmigt. Am 25. September 1895 hat die Gemeinde Greußenheim notariell die Kinderbewahranstalt vom Bauherrn Pfarrer Carl Theodor Müller in ihr Eigentum übernommen.

Heinrich Horn war der Stifter der Greußenheimer Kinderbewahranstalt (heutiges Kinderhaus) und finanzierte den Neubau der Waldbrunner Pfarrkirche St. Norbert im Jahr 1888[1]

Als Nachlassverwalter seiner Schwester Margaretha Horn schenkte er aus deren Vermögen der Kirchengemeinde Roßbrunn/Mädelhofen gemeinsam mit seinen Geschwistern den Bau der Pfarrkirche St. Josef (Roßbrunn)

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Heinrich Horn fand seine letzte Ruhestätte gemeinsam mit seiner Ehefrau Margaretha und seinen Töchtern Margaretha und Anna auf dem Friedhof Roßbrunn.

Das Fränkische Volksblatt berichtete nach seinem Tod Folgendes:

„Roßbrunn, 23.12.1899:
Heute Vormittag 9 Uhr fand dahier die feierliche Beerdigung des unerwartet schnell dahingeschiedenen Herrn Posthalters Heinrich Horn statt. Außer dem Schwager des Verlebten, Herrn Benefiziat Benkert zu Obernburg, hatten sich die Herren Pfarrer von Waldbrunn, Eisingen, Waldbüttelbrunn, Hettstadt, Greußenheim, Holzkirchen, Herr Privatdozent Dr. Faulhaber von Würzburg, Lokalkaplan Stupfel von Bischbrunn, P. Venantius vom Franziskanerkloster und P. Berthold vom Käppele zu Würzburg mit je einem Laienbruder eingefunden.
Auch waren die Feuerwehren von Waldbrunn, Waldbüttelbrunn, Kist, Hettstadt und Greußenheim, die Kriegervereine von Waldbrunn, Waldbüttelbrunn, Hettstadt, Greußenheim, Uettingen und der katholische Arbeiterverein von Waldbüttelbrunn mit ihren Fahnen erschienen, wie auch alle benachbarten Gemeinden und die Gemeinden Bischbrunn und Schollbrunn durch eine Deputation vertreten waren und herrliche Kränze am Grabe niederlegten.
Die Einsegnung der Leiche, die von 8 uniformierten Postillionen getragen und von der freiwilligen Feuerwehr Roßbrunn begleitet wurde, nahm Herr Dechantpfarrer Dr. August Amrhein vor, der am Grabe des Verlebten einen ehrenden Nachruf widmete, indem er die Verdienste als Jubilar im Postdienste, als Gatte und Fürsorger seiner Verwandten, als Berather, Freund und Wohltäter seiner Mitmenschen im privaten wie im öffentlichen Leben, als wahrhaft katholischen und religiösen Mann hervorhub, der durch die erbauten Kirchen und wohlthätigen Anstalten und Stiftungen in zahlreichen Gemeinden Unterfrankens bleibende Denkmäler hinterlassen habe. An dieser imposanten Theilnahme so vieler auswärtiger Trauergäste fanden die zum Theil aus weiter Ferne herbeigeeilten trauernden Verwandten großen Trost.
Nach der Beerdigungsfeier wurden in der vom Verlebten und seinen Geschwistern erbauten prächtigen Pfarrkirche von den anwesenden Geistlichen 9 Seelengottesdienste gehalten. Die Grabgesänge und den Gesang bei den Gottesdiensten vollführten die Lehrer aus den benachbarten Gemeinden. Die großartige Feier gab Zeugnis von dem hohen Ansehen, welches der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung genossen hat. R.i.P.“

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Gemeindearchiv Greußenheim
  • Fränkische Postgeschichtsblätter Nr. 35 August 1984 ISSN 0429 -2847, S. 110-113
  • 100 Jahre Kinderbewahranstalt in Greußenheim. Ein historischer Rückblick. Gemeinde Greußenheim/Reineldis Roth, 1993, ISBN 3-929411-02-4
  • Heimatbuch über Roßbrunn/Mädelhofen von Rosel Menning und Rudolf Franz,
  • Fränkisches Volksblatt vom 23. Dezember 1899

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kirchengeschichte auf waldbrunn.pg-kreuz-christi.de
  2. Roßbrunn/Mädelhofen Chronik und Heimatbuch S. 80