Hochhaus Augustinerstraße

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Das eingerüstete Hochhaus in der Augustinerstraße

Das Hochhaus Augustinerstraße (Ämterhochhaus, offiziell: Hans-Löffler-Haus) wurde im Jahr 1930 als erstes Hochhaus in Franken in der Augustinerstraße 9 erbaut und als städtisches Ämtergebäude genutzt.

Vorgängerbau[Bearbeiten]

Der zuvor bestehende barocke Gebäude an der Augustinerstraße 9 wurde „Haus Oppenheimer“ genannt und war das Geburtshaus des Lyrikers Jehuda Amichai (Geburtsname Ludwig Pfeuffer). Um eine Engstelle in der Augustinerstraße zu beseitigen wurde das Gebäude 1928 von der Stadt erworben und 1929 abgerissen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Spatenstich für das - nach Meinung damaliger Kritiker die Würzburger Dachlandschaft störende [1] - neue Hochhaus mit zurückversetzter Fassade nach Plänen von Regierungsbaurat Franz Kleinsteuber und dem Architekten Christoph Mayer aus dem Jahr 1928 erfolgte am 27. Mai 1929. Kleinsteuber selbst war mit dem im Sommer 1930 fertiggestellten Hochhaus jedoch unzufrieden, da seiner Meinung nach die Stadt den Entwurf durch viele geforderte Änderungen verschlechtert hatte. Die meiste Zeit diente der Bau als städtisches Ämtergebäude. 1974 wurde es als Zeugnis der „Neuen Sachlichkeit“ unter Denkmalschutz gestellt, musste aber im April 2005 wegen Einsturzgefahr geräumt werden.

Namensgeber[Bearbeiten]

Offizieller Namensgeber ist der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Würzburg Hans Löffler, der in der Bauzeit des Gebäudes amtierte.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das Verwaltungs-Hochhaus ist ein siebengeschossiger Walmdachbau mit umlaufendem Konsolgesims und Erdgeschosspassage und das erste Hochhaus in Bayern. Es entstand im Stil der Neuen Sachlichkeit zwischen 1928 und 1930.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Planungen seit 2005[Bearbeiten]

Die ersten Planungen sahen nach dem Abriss des Gebäudes den Neubau des 10-geschossigen, 34 m hohen Flachdachbaus vor, der den Namen „Tricyan Towers“ tragen sollte. Für das Projekt wurden 8 Millionen Euro veranschlagt, der Investor Informica Real Invest AG hatte das Ämterhochhaus im Jahr 2007 für 1,25 Millionen Euro erworben. Kritiker des Vorhabens, u.a. der Verschönerungsverein Würzburg und der Stadtheimatpfleger, befürchtetenn eine „Beeinträchtigung der historischen Dach- und Turmlandschaft“ der Altstadt.

Über den Bauantrag wurde im Stadtrat lange nicht entschieden, da Nachbarn des Hochhauses eine Klage am Verwaltungsgerichtshof eingereich hatten. [2] Sie sahen die möglichen Auswirkungen des Neubaus auf das Grundwasser und damit auf die Statik ihrer eigenen Gebäude zu wenig berücksichtigt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte daraufhin am 13. September 2011 den Bebauungsplan für unwirksam. Begründet wurde das mit Fehlern der Stadt beim Aufstellen des Bebauungsplans (hinsichtlich des Grundwassers) und mit Bedenken bezüglich der Wirkung des neuen Gebäudes auf das denkmalgeschützte Altstadtensemble. [3]

Im Juli 2012 gab der Investor bekannt, dass das 33 Meter hohe Hochhaus in seiner Dimension und auch in seinem Erscheinungsbild - zumindest soweit möglich - erhalten werden solle. Auf Grund der damit verbundenen Verringerung der Nutzfläche folgten nochmals Verhandlungen über den Kaufpreis. [4] Im Juli 2013 genehmigte der Stadtrat den veränderten Bauantrag. [5]

Am 3. März 2016 wies das Verwaltungsgericht Würzburg nach mündlicher Verhandlung die Klage der benachbarten Eigentümer und Betreiber des Odeons gegen die von der Stadt Würzburg 2014 erlassene Baugenehmigung ab. Die „Tricyan Tower GmbH“ aus Reichenberg stellte damit in Aussicht, bald die Arbeiten für die Sanierung des Hochhauses ausschreiben zu können. [6]

Ende 2016 erwarb schließlich die „Hans-Löffler-Haus-Augustinerstraße GmbH“ das Hochhaus und das benachbarte Gebäude Nr. 11 von der Reichenberger Informier Real Investieren AG. Hinter der neuen Eigentümergesellschaft stehen die Familien Barlian und Seissiger sowie der FDP-Stadtrat Joachim Spatz. Seitdem wird die Planung verfolgt, das Hochhaus abzubrechen und nach der Orginalvorlage wieder zu errichten. Auf dem Grundstück des Hauses Nr. 11 soll nach dem Abriss ein moderner Glas-Beton-Bau entstehen. [7] Im Juli 2018 genehmigte der Bau- und Ordnungsausschuss den Abbruch des Gebäudes. [8]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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