Am Pleidenturm

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Am Pleidenturm  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070

Hirtenturm (Am Pleidenturm 16)

Straßenverlauf[Bearbeiten]

„Am Pleidenturm” ist die Weiterführung der Büttnerstraße nach Süden. Sie beginnt an der Wirsbergstraße und verläuft parallel zu Felix-Freudenberger-Platz und dem Willy-Brandt-Kai bis zum Wirsberg-Gymnasium. Seitenstraßen in Richtung Sanderstraße sind im Norden die Untere Johannitergasse und im weiteren Verlauf die Reibelt-, Rosen- und Korngasse sowie am südlichen Ende die Landwehrstraße.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Pleidenturm - ein Teil der Stadtbefestigung - befand sich am Zusammentreffen der Büttner- und Wirsbergstraße. Er wurde im Jahr 1869 von der Stadt angekauft und abgebrochen, um die Zufahrt zum Kai zu verbreitern.

Geschichte[Bearbeiten]

Laut Forschungen von Franz Seberich war der ursprüngliche Pleidenturm der halbrunde Befestigungsturm, dessen Reste heute am Gebäude Oberer Mainkai 9 integriert sind. Dieser, auch Rundel genannte Turm, wurde wahrscheinlich 1428 errichtet und bildete das südwestliche Eck der Bischofsmütze. An seinem Standort waren Stellungen der „Bleiden”, das waren mittelalterliche Steinwurfmaschinen zur Verteidigung der Stadt. Der zur Uferseite halbrunde Turm war bis zum Bauernkrieg im Jahr 1525 etwa 20 m hoch und mit Wächtern besetzt. Dann musste er teilweise abgetragen werden und verblieb in niedriger Form - mit einer Plattform versehen - erhalten. [1] [2]

Die Straße trug bis ins 20. Jahrhundert den Namen Kasernengasse, da sich hier die 1724 errichtete Infanteriekaserne befand.Die Bezeichnung Bey den Pleiden findet sich historisch für einige Häuser der südlichen Büttnerstrasse. [1] [2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind zwischen Wirsbergstraße und Reibeltgasse erhalten [Fl.-Nr. 10216, Gemarkung Würzburg].
  • Orpheus-Skulptur von Otto Sonnleitner aus dem Jahr 1963 (Vorplatz des Wirsberg-Gymnasiums)

Gastronomie[Bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestellen: Neubaustraße, Sanderring


Stolpersteine[Bearbeiten]

Am Pleidenturm wurden folgende Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Am Pleidenturm 6 Für Anneliese, Eliesabeth, Helmuth, Hildegard, Rudolf-Michael, Walter und Wilhelmine Heumann
Anneliese, Eliesabeth, Hildegard, Wilhelmine: Am 23. März 1944 nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich 1944 ermordet.
Helmuth, Rudolf-Michael, Walter: Vermutlich im April 1944 nach Auschwitz deportiert und dort 1944 ermordet.
2007
Am Pleidenturm 6 Für Anneliese, Elisabeth, Elisabeth (Elise), Gisela, Karl, Karl-Heinz, Rigo, Sieglinde und Waldemar Winterstein
Anneliese: Anfang April 1944 nach Auschwitz deportiert und dort Flucht in den Tod am 12. Juni 1944.
Elisabeth: Am 16. März 1944 nach Auschwitz deportiert und dort 1944 ermordet.
Elisabeth (Elise): Am 16. März 1944 nach Auschwitz deportiert und dort kurz nach der Befreiung des KZ Auschwitz (vermutlich an Typhus) gestorben.
Gisela: Am 16. März 1944 nach Auschwitz deportiert und dort am 14. Juni 1944 ermordet.
Karl: Am 16. März 1944 nach Auschwitz deportiert und dort am 23. April 1944 ermordet.
Karl-Heinz: Am 16. März 1944 nach Auschwitz deportiert und dort am 23. April 1944 ermordet.
Rigo: Vermutlich Anfang Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Sieglinde: Vermutlich Anfang Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und dort am 11. April 1944 ermordet.
Waldemar: Am 16. März 1944 nach Auschwitz deportiert und dort am 24. April 1944 ermordet.
2006 / 2010

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen Band I. Fränkische Gesellschaftsdruckerei GmbH, Würzburg 1967. S. 97
  2. 2,0 2,1 Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 26 f.

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …