Wanderweg der Ortsgeschichte (Sommerhausen)

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Wegemarkierung Weg der Ortsgeschichte Sommerhausen

Der Wanderweg der Ortsgeschichte ist ein etwa 10,7 km langer Rundwanderweg in den Gemarkungen von Sommerhausen und Kleinochsenfurt.

Verlauf

Überblick

Der Wanderweg der Ortsgeschichte folgt zunächst dem Wein-Kultur-Weg. Auf der Höhe zweigt er Richtung Wildpark ab und führt über das Zeubelrieder Moor zum Ochsensee und schließlich bergab zum Ausgang des Ochsentales (Kleinochsenfurt). Von dort geht es über den Panoramaweg entlang der Steinbrüche zurück nach Sommerhausen.

Wegbeschreibung

Vom Rathaus Sommerhausen aus führt der Weg über die Rathausgasse und die Straße Am Berghof zum Mauerdurchgang beim Flurersturm. Über den steilen Fußpfad „Rinneflüssle“ gelangt man zu einem Weinbergshäuschen (im Volksmund „Fuchsenhäuschen“), das bereits in Karl Heinrich Casparis Erzählung „Der Schulmeister und sein Sohn“ Erwähnung findet. Nur wenige Meter weiter stößt man auf das Grafenkreuz, das an den Tod des Grafen Albrecht von Rechteren-Limpurg-Speckfeld erinnert. Nebenan befindet sich das Flurdenkmal Schnecke, das 1976 zum Abschluss der Weinbergsflurbereinigung sowie zur Eröffnung der Umgehungsstraße errichtet wurde. Am Weinbergsrand befindet sich einige Minuten weiter das Haus Sängerlust („Düllshäuschen“), das in den Jahren 1924/1925 von Mitgliedern der Liedertafel Sommerhausen erbaut wurde. Im Wochenendgebiet erinnert die Vernou-sur-Brenne-Steige an die Verbindung von Sommerhausen mit der französischer Partnergemeinde Vernou-sur-Brenne in der Tourenne. Der Wildpark Sommerhausen darf bundesweit als musterhaftes Beispiel dafür gelten, dass es bei sinnvoller Förderung und Anleitung möglich ist, auch eine solche Einrichtung mit all ihren Tieren durch Behinderte zu betreiben.

Über einen schattigen Waldweg gelangt man an die Rosskopfquelle, die zur Wasserversorgung des Zeubelrieder Moores beiträgt. Südwestlich der Quelle lag einst der Röhrenseehof, der bis zum Ende des 17. Jahrhunderts am Waldrand gelegen hat. Der Weg führt weiter ca. 200 Meter in östlicher Richtung zu einer Wegkreuzung. Der breite Weg ist ein ehemaliger Schaftrieb, der meist in Nähe der Gemarkungsgrenzen von der hohen Rhön bis nach Süddeutschland verlief und bis vor wenigen Jahrzehnten den Wanderschäfern als zugewiesener Weg diente. In seinem weiteren Verlauf durch das Ochsental erreichten die Schäfer in Ochsenfurt den Mainübergang. Unmittelbar nach dem Überqueren des Wiesenbaches erreicht man eine archäologisch bedeutsame Stelle: Rechter Hand ca. 100 Meter im Wald sind am sanften Osthang zwei deutliche Erdaufschüttungen zu erkennen. Hierbei handelt es sich um Hügelgräber der Späthallstattzeit, deren Funde im Mainfränkischen Museum in Würzburg untergebracht wurden. Gegenüber liegt an der Brücke des Wiesenbaches dessen Einmündung in das Zeubelrieder Moor, ein bedeutendes Naturschutzgebiet mit Vorkommen seltener Pflanzen. Am südlichen Rand des Naturschutzgebietes wird der ablaufende Bach an einem Stauwehr überquert. An dieser Stelle befand sich bis 1969 eine steinerne Brücke als Wegübergang nach Zeubelried. Der Feldweg führt in südlicher Richtung zum Zigeunersee. Dieser Landschaftssee wurde erst 1970 durch die Flurbereinigung angelegt. Oberhalb des östlichen Seeufers steht eine dreiteilige Stele, die an die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung aus Erlach, Kleinochsenfurt und Sommerhausen durch die jeweiligen Ortswappen erinnert. Weiter am Hang, vorbei am versteckt liegenden Eichholzbrünnlein gelangen man die Gemarkungsgrenze beim „hinteren Eichholz“. Unmittelbar gegenüber des Seeablaufes zeigt ein Gemarkungsgrenzstein als Sommerhäuser Symbol das Bartholomäus-Messer. Der Kirchenpatron von Sommerhausen wurde nach der Legende gehäutet, weshalb ihm das Messer als Zeichen zugeordnet wurde.

Der Weg folgt dem Waldrand entlang der Gemarkungsgrenze und darüber hinaus in südwestliche Richtung bis an einen befestigten Wirtschaftsweg, der vom Ochsenfurter Forst herabführt. Dort liegt im Wald, von außen gut einsehbar, der Burgstall Kleinochsenfurt. Dabei handelt es sich um eine Schutzburg, die in ihrem Ursprung ebenfalls der Späthallstattzeit zuzurechnen ist. Der Burghof hat einen Durchmesser von ca. 50 Metern. Am Rand ist noch deutlich ein Ringwall erkennbar, der außen ca. 4 Meter tief in einen umlaufenden Graben abfällt. Dieser Graben ist ebenfalls durch einen Wall gesichert, bevor sich das Gelände in steilem Hang in das Ochsental zum Rappertsmühlbach hinab verliert. Auf dem befestigten Wirtschaftsweg geht es bergab bis zum Ausgang des Ochsentales. Wer möchte, kann hier einen kleinen Abstecher nach Kleinochsenfurt machen und im Triasmuseum noch weiter in die Vergangenheit streifen. Der Rückweg führt über den gut beschilderten Panoramaweg entlang der Steinbrüche wieder nach Sommerhausen. Dabei bekommt man einen Einblick in den schichtweisen Aufbau des Muschelkalkes und kann im weiteren Wegverlauf die zahlreichen Ausblicke in das Maintal genießen.

Wegemarkierung

Der Weg ist mit einer weißen Sonne auf gelbem Grund und der Überschrift „Weg der Ortsgeschichte“ und der Unterschrift „Sommerhausen“ markiert.

ÖPNV

Nächste Bushaltestelle: Sommerhausen/Kirchplatz


Siehe auch

Weblinks

Kartenausschnitt

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