Valentin Becker

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Valentin Eduard Becker, 1850

Der Musiker und Komponist Valentin Eduard Becker (* 20. November 1814 in Würzburg; † 25. Januar 1890 ebenda) prägte mit seinem Wirken fünf Jahrzehnte lang verschiedene Chöre und Gesangvereine in Würzburg. 1861 komponierte er unter anderem das Lied der Franken.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Valentin Becker wurde als ältester Sohn des Armenpflegschaftsekretärs und Chordirektors an Stift Haug, Michael Eduard Becker (1786-1855), in Würzburg geboren. Der auch als Organist des Stift Haugs tätige Vater führte Valentin schon früh ins Klavier- und Orgelspiel ein, ebenso in die Harmonielehre und Komposition. Nach dem Besuch der Volksschule und einigen Jahren am Gymnasium begann Valentin Becker sein Berufsleben 1833 als Kanzlist beim Magistrat der Stadt Würzburg und stieg später bis zum Stadtkämmerer auf.

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Seine Leidenschaft galt der Musik, insbesondere dem Männerchor-Gesang. Er unterstützte 1842 die Gründung der aus einem Männerquartett hervorgegangenen „Würzburger Liedertafel“ und war lange deren musikalischer Leiter. Über 30 Jahre leitete er den, von ihm nach seinem wegen Meinungsverschiedenheiten bedingten Ausscheiden aus der Liedertafel gegründeten Würzburger Sängerverein 1847 e.V., der ihn 1878 zum Ehrenchormeister ernannte. Bereits ein Jahr zuvor war er zudem noch erster Dirigent des Akademischen Gesangvereins geworden.

Kompositionen[Bearbeiten]

Als Komponist bereicherte er die Chorliteratur um ca. 500 Werke - darunter auch seine Vertonung von Viktor von Scheffels „Wanderlied“ (mit der bekannten Anfangszeile „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein“) das als Frankenlied bekannt geworden ist. Becker gilt als einer der populärsten Komponisten für Männerchöre des 19. Jahrhunderts. [1] Seine Oper „Der Deserteur“ sorgte bei der Aufführung 1855 für ein „beachtliches Aufsehen“. [2]

Namenspatenschaften[Bearbeiten]

Denkmal[Bearbeiten]

Das Würzburger Valentin-Becker-Denkmal befindet sich im Ringpark, seitlich des Rennwegs. Es wurde 1894 von der deutschen Sängerschaft errichtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedhelm Brusniak: Chorwesen, S. 209-215 in: Ulrich Konrad: Musikpraxis, Musikerziehung und musikalisches Gewerbe, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 191-246, S. 212
  2. Hansjörg Ewert: Musiktheater, in: Ulrich Konrad: Musikpraxis, Musikerziehung und musikalisches Gewerbe, S. 204-209, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günther Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 191-246, S. 209