Schottenkloster

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Klosterkirche St. Jakob

Das Schottenkloster St. Jakob ist eine ehemalige Benediktinerabtei im Mainviertel.

Namensgeber[Bearbeiten]

Im Mittelalter zog das Märtyrergrab des Wanderbischofs Kilian und seiner Gefährten unzählige Wallfahrer nach Würzburg. Die Pilger kamen auch aus der irischen Heimat Kilians, sie wurden damals als Iroschotten oder auch Schotten bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Irische Benediktiner aus dem Regensburger Schottenkloster errichteten 1134 zur Aufnahme und Versorgung dieser Pilger in Würzburg eine Herberge. Unter Bischof Embricho wurde dann bis zum Jahr 1139 ein eigenes Kloster im linksmainischen Stadtgebiet gegründet. Als erster Abt des Konvents der Scoti fungierte der später heiliggesprochene Makarius, der aus der Regensburger Schottenabtei nach Würzburg gekommen war.

1138 wurde auf dem Klosterareal eine erste Jakobskapelle geweiht, die romanische Klosterkirche 1146 vollendet. Nach einer ersten Blütezeit war das Kloster im 13. Jahrhundert am Verfall. Die benediktinischen Möche schlossen sich den großen Abteien Benediktinerkloster St. Stephan und St. Burkard bzw. dem Domkapitel an. Dennoch gelang es Abt Philipp I., das Kloster zunächst zu erhalten. 1398 wurde das Kloster von Aufständischen ausgeplündert und in Brand gesteckt und 1498 schließlich aufgegeben.

1504 übernahm die Benediktinerabtei St. Stephan die leerstehende Anlage. Unter der Leitung von Abt Johannes Trithemius fand ein geistig-geistlicher Aufschwung des Klosters statt. Jedoch starb auch dieser Konvent 1547 wieder aus, die Leitung des Hauses fiel an das Domkapitel. Schließlich siedelte Fürstbischof Julius Echter im Jahr 1595 hier eine schottische Mönchsgemeinschaft an. Der Konvent wurde im Verlauf des 18. Jahrhundert mehrfach reformiert. Auch baulich fanden in der Zeit einige Veränderungen statt. Unter anderem musste die Westvorhalle der erneuerten Stadtbefestigung weichen (Zudem wurde von 1745 bis 1750 hinter dem Schottenkloster ein Militärhospital für die Würzburger Garnison errichtet [1]).

1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst, die Kirche St. Jakob profaniert. Beides wurde in der Folgezeit militärisch genutzt. Ab 1819 durften wieder Gottesdienste im Bereich des Chors der Abteikirche stattfinden, 1904 wurde die Kirche wieder geweiht. Während des zweiten Weltkriegs diente die Kirche unter anderem als Lazarett und Möbellager. Der Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zerstörte weite Teile der Kirche und der Klosteranlage.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Klosterareal dem Orden der Salesianer Don Boscos übereignet. Diese waren bereits seit 1916 in Würzburg ansässig und unterhielten im Burkardushof ein Lehrlingsheim bis das Anwesen 1939 durch die Gestapo beschlagnahmt wurde. Am Schottenanger knüpften sie ab 1945 an ihre frühere Tätigkeit an. Seit 1951 wurden auf dem Gelände errichtet: ein Jugendheim, eine Sonderberufschule und ein Berufsbildungswerk. 1981 wurde das Berufsbildungswerk der Caritas-Don Bosco gGmbH Würzburg gegründet. [2]

Äbte des Schottenklosters(Auszug)[Bearbeiten]

In der Geschichte des Klosters gab es nur fünf deutschstämmige Äbte zwischen 1504 und 1547.

Zeugnisse des ehemaligen Schottenklosters[Bearbeiten]

Auch heute noch wird die Klosterkirche als Schottenkirche bezeichnet und die Straße Schottenanger weist ebenfalls auf die Geschichte des Klosters hin.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kloster zu St. Jakob bei den Schotten. Die Don-Bosco-Kirche in Würzburg. Salesianer Don Boscos, Würzburg 2006
  • Das Schottenkloster zu Würzburg 1139-1803. In: Georg Link: Klosterbuch der Diöcese Würzburg. Band I., Würzburg, 1876. (franconica)
  • Helmut Flachenecker: Schottenklöster. Irische Benediktinerkonvente im hochmittelalterlichen Deutschland (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte N. S. 18), Paderborn u. a. 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter M. Brod: Rezension zu: Wolfgang Bühling: Kaserne und Lazarett im Hochstift Würzburg, 1636-1802. Medizinische Dissertation, Würzburg 1998. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 19 (2000), S. 595
  2. Main-Post: „Seit 25 Jahren mehr Zuwendung“ (12. April 2006)