Seliger Makarius

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Sel. Makarius

Der Selige Makarius (* um 1090 in Irland; † 1153 in Würzburg) war erster Abt des neu gegründeten Würzburger Schottenklosters und ist einer der Stadtpatrone Würzburgs.

Leben und Wirken

Der Benediktiner begab sich zu Missionsreisen aufs Festland und wurde Prior im Schottenkloster St. Jakob in Regensburg. Im Jahr 1139 gründete Bischof Embricho in Würzburg ein Schottenkloster, das „Monasterium sancti Jacobi Scotorum extra muros Herbipolensis" (Kloster zu St. Jakob bei den Schotten) am Fuße des Marienberges. Makarius wurde dort zum ersten Abt berufen. Bereits vor der Klostergründung gab es an gleicher Stelle eine Herberge für irische Pilger, die sich entweder auf dem Weg ins Heilige Land befanden oder aber zur Verehrung ihres Landsmannes Kilian nach Würzburg gekommen waren. Makarius zählte zu den gelehrtesten Persönlichkeiten seiner Zeit, hatte ein Herz für die Nöte des Volkes und war ein gefragter Ratgeber.

Legende

Die Legende besagt, dass Makarius, der nur an bestimmten Tagen Wein trank, so bedrängt worden sei, dass er dem Trank nicht ausweichen konnte. Da es einer der weinfreien Tage war, schickte er ein Stoßgebet gen Himmel und der Wein soll sich in klares Wasser verwandelt haben.

Auf die Verwandlung von Wasser in Wein spielt auch eine Silberplakette an, die mit Makarius' Gebeinen gefunden wurde: auf deren einer Seite verwandelt Christus Wasser in Wein (Johannesevangelium 2, 1 - 11), auf der anderen Seite ist der Würzburger Fürstbischof Julius Echter dargestellt, der die Erhebung der Gebeine des Schottenabtes begehrt. Schon bald nach seinem Tod begannen die Würzburger Makarius als einen ihrer Stadtpatrone zu verehren.

Verehrung in Würzburg

Makarius-Schrein und Grabplatte in der Marienkapelle

Vor allem bei Kopfbeschwerden wie Kopfschmerzen und bei Fiebererkrankungen wurde der irische Abt angerufen, und hierzu zuweilen in der Marienkapelle der Schädel des Makarius am 2. Januar aufgesetzt. [1] [2] Auf Betreiben von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wurden 1615 seine Gebeine erhoben und in den Chor der Schottenkirche übertragen. 1771 wurden die Reliquien auf Veranlassung von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim zusammengeführt und in einem verglasten Schrein im nördlichen Seitenschiff von St. Jakob aufgestellt. Nach Aufhebung des Schottenkosters 1803 und der Profanierung der Klosterkirche wurden im Jahre 1818 die Reliquien mitsamt der Grabplatte in die Marienkapelle am Marktplatz überführt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Marienkapelle stark zerstört, der Reliquienschrein verbrannte und die Verehrung des Seligen geriet in Vergessenheit. Erst 1975 wurden der zerschmolzene Schrein sowie einige Knochenreste wieder aufgefunden. Der Großteil der sterblichen Überreste wird seit 1992 in einem modernen Silberschrein auf dem 1961 wiedererrichteten Altar in der Marienkapelle aufbewahrt. Die Inschriften weisen Makarius als „Vorbild an Verzicht und Enthaltsamkeit" und „Wegbegleiter" des „pilgernden Gottesvolkes" aus. Hier, vor dem Altar an der Stirnwand des südlichen Seitenschiffs, befindet sich auch die 1615 gefertigte Grabplatte aus der Echterzeit.

Einige wenige Reliquien aus dem zerschmolzenen Reliquienschrein wurden 1992 nicht in die Marienkapelle verbracht, sondern im Bischofshaus aufbewahrt. Diese befinden sich seit Januar 2007 in der heute von Salesianern betreuten Don Bosco-Kirche am Schottenanger. Mit der Übergabe des in der Goldschmiede Amberg gefassten Reliquiars ist der erste Abt und Gründer des Würzburger Schottenklosters gewissermaßen wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt.

Bruderschaft

Im Jahr 1731 entstand eine 1734 päpstlich bestätigte Makarius-Bruderschaft (Macarianische Versammlung ...), die bis zum Zweiten Weltkrieg existierte. [3] Heute besteht die Bruderschaft nur noch rechtlich, Mitglieder leben nicht mehr. 1990 wurde die Bruderschaft auf Anregung der Deutsch-Irischen Gesellschaft in Irland als ökumenische Gebetsgemeinschaft für den Frieden wieder begründet.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Frank Krogmann: Streifzug durch die Geschichte der Augenheilkunde in Würzburg. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 20 (2001), S. 87-95; S. 91
  2. G[ottfried] Lammert: Volksmedizin und medizinischer Aberglaube in Bayern und den angrenzenden Bezirken, begründet auf die Geschichte der Medizin und Cultur. Würzburg 1869, S. 25
  3. Wolfgang Brückner: Kirchlich geprägte Lebensstile im 19. und 20. Jahrhundert (1840-1950). In: Unterfränkische Geschichte. Hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 107-148; S. 127