Pleichacher Tor

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Pleichacher Tor (vor 1880)
Pleichacher Tor mit Graben (vor 1880)
Lageskizze des Pleichacher Tors

Das Pleichacher Tor war ein Tordurchgang, der die Kurtine 19-18 durchbrach und die Straße nach Veitshöchheim-Karlstadt entließ. [1]

Lage[Bearbeiten]

Das Bauwerk lag an der heutigen Pleichertorstraße.

Namensgeber[Bearbeiten]

Namensgeber war die bei dem Tor vorbeifließende Pleichach.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Das Pleichacher Tor ersetzte das alte äußere Pleichacher Tor, das in Verlängerung der Turmgasse stand und wurde in den Jahren von 1656 bis 1658 erbaut. Die Neubefestigung zwang zu einer seitlichen Verschiebung des Stadtausgangs, bei welcher aber zunächst der Übergang über die Brücke des alten äußeren Pleichacher Tors beibehalten wurde. Erst nach Jahren ließ man diesen Weg auf und baute eine neue Brücke nordöstlich der Brudermühle. Die Zufahrt zu dem neuen Tor war sehr beschränkt und wurde durch den alten Graben und den nahen Wall sehr eingeengt.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das Pleichacher Tor hatte eine rechtwinklig gekrümmte Durchfahrt mit beiderseitigen Kassematten. Die rechte diente als Raum für die Torwache, die linke als Bierkeller. [2] In der Mitte ließ sich die Durchfahrt durch ein Fallgatter sperren, dessen Aufzughäuschen sich ob auf dem Wall befand. Die steinerne Torbrücke mit sechs Bogen war sowohl durch eine Zugbrücke als auch durch eine Wipp- und Schlagbrücke unterbrochen.

Über die innere Fassade sind keine Bilder erhalten, es kann aber angenommen werden, dass sie von ähnlicher Einfachheit war wie bei den anderen Toren. Über dem inneren Portal stand die Zahl 1658, welche wohl die Vollendung des Baues bedeutet. Die äußere Fassade trug im Giebelfeld das Wappen Johann Philipp von Schönborns flankiert von zwei Löwen (gefertigt 1659 von Johann Philipp Preuß [3]).

Der Wallgraben war gegen den Main hin bis auf einen schmalen Durchlass durch einen Steindamm abgeschlossen und diente als Winterhafen für Schiffe. Erst 1877 verlor er diese Aufgabe, als der heutige Alte Hafen längs der Veitshöchheimer Straße mit seinem langen Schutzdamm fertig wurde.

Wie auch bei den anderen Stadttoren mündete die Torbrücke auf den Waffenplatz, dessen Außenseite durch Palisaden geschützt waren, die nur eine Ausfahrt mit Gattertor für die Straße freiließen. In der östlichen Hälfte des Waffenplatzes stand das Wacht- und Examinatorenhaus, dessen überstehendes Dach auf Säulen ruhte. Es wurde 1813 unter dem Großherzog Ferdinand von Würzburg von dem Baumeister Peter Speeth erbaut. 1887 wurde es abgerissen. Seine Säulen, von denen eine einzig und allein in ganz Würzburg das großherzoglich toskanische Wappen trug, fanden damals beim Neubau der Augenklinik an einem Gartenpavillon Verwendung. [4] Heute bilden diese Säulen ein Rondell am Denkmal der Partnerstädte.

Abbruch des Pleichacher Tores[Bearbeiten]

Die Stadt Würzburg kaufte 1876 den als Winterhafen dienenden Teil des nassen Wallgraben, der durch die Fertigstellung des Hafens an der Veitshöchheimer Straße entbehrlich geworden war, zur Erweiterung des Städtischen Schlachthofes an und begann ein Jahr später mit seiner Einfüllung. Da der alte, 1852 erbaute Schlachthof schon längst nicht mehr genügte, wurde im März 1878 ein Projekt für eine große Anlage aufgestellt, das auch den Abbruch des Pleichacher Tores einschloss. Nach der teilweisen Auffüllung des Winterhafens war der Raum für die notwendige Erweiterung des Schlachthofes frei. Daher erstellte Stadtbaurat Joseph Scherpf 1877 ein umfassendes Projekt, das die Beseitigung des ganzen Winterhafens bis zum Main und den Abbruch des Pleichacher Tores einschloss.

Der Abbruch begann im Frühjahr 1880. Das Schönbornwappen und die Löwen blieben beim Abbruch erhalten und zieren heute den Schönbornbrunnen im Ringpark.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Uraufnahme im geoportal.bayernatlas.de
  2. Rechts und links ist immer von innen, von der Stadt aus zu sehen.
  3. Tilman Kossatz: Johann Philipp Preuss (1605-ca.1687). Ein Betrag zur Genese barocker Bildkunst in Franken. Mainfränkische Studien Band 42/I, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte, Würzburg 1988, S. 85 f.
  4. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 275 f.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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