Hotel Kronprinz

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Hotel Kronprinz an der Ecke des Residenzplatzes zur Theaterstraße (vor 1874)

Das Hotel Kronprinz befand sich an der Straßenecke Residenzplatz/Theaterstraße.

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Name der Hotels wurde angelehnt an König Ludwig I. von Bayern, der als Kronprinz von 1816 bis 1825 in den Sommermonaten stets mehrere Wochen mit seiner Familie in der Residenz wohnte.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Hotel war zunächst ab 1825 im Hof Zum Ablass in der Sanderstraße ansässig. Mit Verlegung des Oberpostamtes in das Greiffenclau-Palais (Roter Bau) in die Theaterstraße 23, zog auch das Hotel an den Residenzplatz in einen Neubau. Ursprünglich wollte der Gastwirt Georg Himmelstein 1844 an der Westseite des Residenzplatzes als Gegenstück zur Residenz ein Schloss zwischen Theaterstraße und Hofstraße bauen, jedoch gelang es ihm nicht dieses Projekt zu finanzieren. Ausgeführt wurden nur in schlichterer Form die beiden Außenflügel, die Eckbauten zur Hof- und Theaterstraße. Die Pläne für dieses Vorhaben mussten wegen der Lage am Residenzplatz und gegenüber der Residenz von höchster Stelle in München genehmigt werden. Den Flügel zur Theaterstraße 24 bezog das „Hôtel Kronprinz“. In den Jahren 1853 bis 1856 wurde mit der ehemaligen Bayerischen Staatsbank an der Ecke Hofstraße der zweite Eckbau des ehemals geplanten Komplexes errichtet.

Obwohl der „Kronprinz“ nur zwei Fünftel des geplanten Großhotels einnahm, fehlte es immer wieder an Gästen. Die erhofften Fürstlichkeiten blieben aus und so musste man nehmen was kam, wie zum Beispiel Sänger und Sängerinnen, die einige Tage im nahen Theater gastierten oder Hochzeitspaare auf Italienfahrt, die in Würzburg einen Zwischenaufenthalt einlegten.

1859 und 1864 fanden im „Kronprinz“ Konferenzen mittel-und kleinstaatlicher Minister statt. [1]

Am 10. November 1872 stieg Richard Wagner mit seiner Frau Cosima im Hotel ab.

Am 10. Juli 1876 war im „Kronprinz“ eine Zusammenkunft von Kaiser Wilhelm I. mit Reichskanzler Otto von Bismarck.

Obwohl sich der Küchenchef sehr ins Zeug legte, nahm nach wichtigen Ereignissen im „Kronprinz“ der Zuspruch immer rapide ab. Man war schon glücklich darüber, wenn sich Renten- und Aktienbesitzer der Winter über einquartierten, die danach in den Süden aufbrachen. Besonders freute sich der Besitzer des „Kronprinz“ Julius Ammon [2] [3], als Wilhelm Olivier von Leube 1885 als Internist nach Würzburg berufen wurde und ein ganzes Stockwerk im „Kronprinz“ mietete, um dort seine Privatpatienten unterzubringen.

Ende des Hotelbetriebs[Bearbeiten]

1934 hatte die NSDAP das Hotel, dann „Kontorhaus Kronprinz“ [4] erworben und durch einen Anbau in der Theaterstraße (damals Adolf-Hitler-Straße) erweitert. Hier ehrte die Bewegung in einer Fahnenhalle ihre toten „Kämpfer“ und seit 1936 Würzburger Olympia-Sieger. Von hier regierte der Gauleiter Otto Hellmuth. [5] Das Gauhaus wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Heutige Bebauung[Bearbeiten]

Heute befindet sich dort die Geschäftskunden-Zentrale der VR-Bank Würzburg.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Erläuterungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die deutschen Mittel- und Kleinstaaten, die sich stolz die „deutsche Trias“ nannten, wollten sich, eingeklemmt zwischen die Großmächte Preußen und Österreich, aus der Bevormundung lösen. Sie wollten zwar eine deutsche Zentralgewalt, aber ohne dass die einzelnen Staaten irgendeines ihrer Rechte abtreten mussten.
  2. Totenzettel von Julius Ammon auf frankonia.uni-wuerzburg.de
  3. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 11 („Ammon Julius: Besitzer des Hôtel Kronprinz“) und 15 („Kronprinz Hôtel“)
  4. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 333
  5. Theaterstraße 24: Gauleitung Mainfranken der NSDAP (Geschäftsstelle), Büro der NS-Volkswohlfahrt, Landesstelle Mainfranken des Reichsministeriums für Volksaufteilung und Propaganda, Gaufilmstelle Mainfranken (Büro), Amt für Erzieher, NS-Lehrerbund, Gauamtsleitung (Büro), NS-Rechtswahrerbund. (Quelle: Würzburger Wohnungsbuch 1937. Universitätsdruckerei H. Stürtz AG, Würzburg 1936)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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