Wilhelm Olivier von Leube

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Professor Wilhelm Olivier von Leube

Prof. Dr. Wilhelm Olivier von Leube (* 14. September 1842 in Ulm; † 16. Mai 1922 auf Schloss Montfort) war Pathologe, Internist, Neurologe und Medizinprofessor in Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Leube studierte von 1861 bis 1865 Medizin in Tübingen und Zürich, danach 1866 in Berlin. 1866 wurde Leube promoviert. 1867 hörte er Vorlesungen in Chemie in München und wirkte von 1868 bis 1872 als Erster Assistent an der Medizinischen Klinik sowie als Privatdozent an der Universität Erlangen, wo er sich 1868 habilitierte und später zum außerordentlichen Professor ernannt wurde.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

Nach Professuren in Jena und Erlangen wurde er 1885 Professor für Pathologie und Therapie an der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Direktor der Medizinischen Klinik.

Leube erwarb sich besondere Verdienste um die Behandlung der Magen- und Darmkrankheiten mit Magensonde und Magenpumpe. Außerdem entwickelte er gemeinsam mit Julius Isidor Rosenthal (1836–1915) die Leube-Rosenthalsche Fleischsolution als besonders magenschonendes Nahrungsmittel. Dabei handelte es sich um Rindfleisch, das mittels Überhitzung und Behandlung mit Salzsäure in eine weiche Masse verwandelt worden war. Diese Leube-Kur wurde vor allem bei der Behandlung von Magengeschwüren eingesetzt.

Leube war auch Leiter der Kinderabteilung des Juliusspitals. Er setzte regelmäßige Vorlesungen und Übungen für Kinderheilkunde als festen Bestandteil des Semesterplanes der Würzburger Universität durch.

Zusammenwirkend mit Carl Wilhelm Schönborn war Leube mit den ersten Planungen des Luitpoldkrankenhauses beauftragt worden. [1]

Nachfolger Leubes wurde Professor Dietrich Gerhardt, der Sohn von Leubes Vorgänger Carl Gerhardt.

Rektor der Universität Würzburg[Bearbeiten]

In den Jahren 1895 bis 1896 war Leube auch Rektor der Universität Würzburg.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach ihm wurde die Leubestraße im Stadtbezirk Frauenland benannt.

Familiäre Hintergründe[Bearbeiten]

Leubes Tochter Walburga heiratete den Offizier der bayerischen Armee Hans Ritter von Seisser.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Röckl: Die Universitätskliniken im Staatlichen Luitpoldkrankenhaus zu Würzburg, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 975-984, S. 975

Literaturhinweise[Bearbeiten]

  • Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung 1977, Verlag Universitätsdruckerei H. Stürtz AG, Würzburg 1976, S. II - 119
  • R. Schwab: Über die Bedeutung des Juliusspitals für die Entwicklung der Inneren Medizin, Sonderdruck aus der Festschrift zur Einweihung der wiederaufgebauten Pfarrkirche des Juliusspitals 1593, S. 23

Weblinks[Bearbeiten]