Deportations-Denkmal

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Deportations-Denkmal am Platz’schen Garten (Standort bis 2015)
Deportations-Denkmal nach Versetzung (ab 2015)

Seit dem 10. November 2010 befindet sich ein Deportations-Denkmal am Straßenrand des Friedrich-Ebert-Rings. Es erinnert an die Deportation von 2068 Juden aus Unterfranken zwischen 1941 und 1944 - am ehemaligen Standort der renommierten Restauration Platz'scher Garten. Hier hatte sich der größte Teil der dann deportierten Juden vor dem Transport sammeln müssen und war nach erniedrigenden Kontrollen von dort unter Bewachung zum Verladebahnhof/Güterbahnhof an der Aumühle gelaufen. Das Denkmal markiert den Beginn des Weges der Erinnerung zwischen dem Platz'schen Garten und dem Aumühl-Ladehof.

Objektbeschreibung[Bearbeiten]

Das Denkmal von Pater Meinrad Dufner befand sich vor seiner Versetzung am früheren Eingang zum ehemaligen Platz’schen Garten und markierte den Ausgangspunkt für drei Transporte mainfränkischef Juden in die Vernichtungslager.

Die vier Stufen und die abgerundete Ecke des Gartenzauns erinnern an den Eingang zum historischen Platz’schen Garten. Die schwarze, zerbrochene Säule verweist auf das unvermittelt zerbrochene Leben, wie dies auch in der christlichen Grabsymbolik der Fall ist, und verdeutlicht mit ihrer schwarzen Farbe das Trauer- und Todesmotiv. Dufner will mit dieser Säule gleichzeitig auch an die beiden höheren Säulen erinnern, die an beiden Seiten des Eingangs zum Platz’schen Garten standen.

Die drei leeren Schuhe zeigen in die Richtung des ehemaligen Eingangs. Für die Deportation und ein vermeintlich neues Leben sollten die Juden nur die notwendigen Gegenstände des täglichen Bedarfs mitnehmen. Desweiteren verweisen die leeren Schuhe aber auch auf das Geschehen von 1942. Die am Ort liegengebliebenen Schuhe wurden nicht mehr gebraucht; sie gehörten Menschen, die sie nicht mehr tragen konnten, da sie ermordet wurden.

Die Bänder an der kleinen Wand neben den Stufen nennen die Orte, wohin die Menschen deportiert wurden. [1]

Versetzung des Deportations-Denkmals[Bearbeiten]

Da unmittelbar hinter dem alten Standort des Denkmals/Mahnmals aufgrund des Bebauungsplans „Wohngebiet Platz’scher Garten“ ein Wohnhaus entstanden ist, das sich an der vorhandenen Bebauung an der Ecke Rottendorfer Straße / Friedrich-Ebert-Ring orientiert und zusätzlich am alten Standort des Denkmals auf dem Grundstück Stellplätze/Parkplätze mit Zufahrt entstanden sind, wäre dadurch die Wirkung des Mahnmals beeinträchtigt worden. Dieser Gründe wegen wurde das Denkmal für die Deportation der mainfränkischen Juden 2015 um ca. 25-30 Meter in Richtung St.-Benedikt-Straße versetzt. Pater Meinrad Dufner war mit der Versetzung des Mahnmals einverstanden und bereit, an der Gestaltung des Vorplatzes und der Übertragung mitzuwirken. Das Mahnmal wurde zwei Meter zurückversetzt. Dies schafft mehr Platz und damit die Möglichkeit, auch eine Gruppe von 10 - 20 Personen dort zu versammeln. [1] An der Seite des Denkmals wurde die erste von fünf Stelen aufgestellt, die entlang der Strecke zur Aumühle an die historische Bedeutung des Weges erinnern. Auf jeder Stele ist eines der historischen Fotos von den Deportationen zu sehen, ein Text gibt kurze Informationen dazu. Über einen QR-Code kann der Betrachter online vertiefende Informationen über das Smartphone abrufen.

Bilder[Bearbeiten]

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Weitere Denkmäler zum Thema Deportation[Bearbeiten]

  • Inschriftstafel in der Spiegelstraße, nahe der früheren Schrannenhalle
  • Tafel an der Nürnberger Straße, gegenüber dem ehem. Verladebahnhof Aumühle

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Hans Steidle: Vorhabensbezogener Bebauungsplan „Wohngebiet Platz’scher Garten“ - Versetzung des Deportationsdenkmals. Würzburg 2012

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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