Weg der Erinnerung

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Betonschwelle
Informationsstele

Der Weg der Erinnerung (auch Erinnerungsweg) ist die mit Betonschwellen im Bürgersteig und mit Informationsstelen markierte Strecke, über die 1942 unterfränkische Juden zur Deportation zum Güterbahnhof/Verladehof an der Aumühle laufen mussten. Er ist an seinem Beginn markiert durch das Deportations-Denkmal am Sammel- und Abfertigungsplatz, dem ehem. Platz'schen Garten, und endet am Verladebahnhof Aumühle, wo ursprünglich der DenkOrt Aumühle den Abschluss bilden sollte.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Erinnerungsweg beginnt am Deportations-Denkmal nahe des früheren Platz`schen Garten. Hier befindet sich die erste Informationsstele, die den Sammelplatz im Jahr 1942 zeigt. Der Weg verläuft entlang des Friedrich-Ebert-Rings weiter in Richtung Norden und führt dann durch die Martin-Luther-Straße bis zum Berliner Ring. In der Martin-Luther-Straße befinden sich zwei Informationsstelen, am Berliner Ring eine. Über die Schweinfurter Straße führt der Weg dann in Richtung Europastern. Nach der Eisenbahnunterführung befindet sich in der Nachbarschaft des SB-Warenhauses Real die alte Rampe zum Verladebahnhof an der Aumühle. Die Rampe besteht im oberen Abschnitt noch aus dem Original-Pflaster, endet heute jedoch als Sackgasse in dichtem Bewuchs. Hier sollte eigentlich der DenkOrt Aumühle entstehen. Die Pläne konnten jedoch aufgrund der ungeeigneten Statik des Brückenbauwerks der Deutschen Bahn über die Pleichach nicht umgesetzt werden. Stattdessen entsteht der DenkOrt Deportation am Hauptbahnhof.

Gedenkgang[Bearbeiten]

Mit dem Weg der Erinnerung wird auch die erste Begehung dieses Weges bezeichnet, der Gedenkgang am 10. Mai 2011 in Erinnerung an die Deportation der Juden aus Unterfranken. Im Besonderen sollte der dritten und größten Deportation gedacht werden. Der Weg begann am Deportations-Denkmal, wo sich bis 1945 der Platz`sche Garten befand. Von dort ging der Weg entlang der Route, die 69 Jahre zuvor über 850 jüdische Bürger bei der dritten Deportation hatten gehen müssen. Die 1,8 Kilometer lange Strecke endete mit einer Abschlussveranstaltung am Aumühl-Ladehof, dem ehemaligen kleinen Güterbahnhof, von dem die Züge in die Vernichtung gestartet waren. Bei dem Marsch trugen die Teilnehmer 852 Tafeln mit den Namen aller am 25.04.1942 deportierten Juden. Die Tafeln wurden anschließend im Rathaus ausgestellt. Es waren 1.000 Teilnehmer erwartet worden, insgesamt beteiligten sich jedoch etwa 3000. Auch sechs Frauen aus dem polnischen Izbica nahmen teil, wo sich eines der NS-Durchgangslager im Raum Lublin (Ostpolen) befunden hatte, in das Juden aus Unterfranken deportiert wurden. Nachkommen jüdischer Unterfranken aus Israel waren ebenfalls gekommen.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rotraud Ries und Elmar Schwinger (Hrsg.): Deportationen und Erinnerungsprozesse in Unterfranken und an den Zielorten der Transporte. Schriften des Johanna-Stahl-Zentrums für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken, Band 1, Ergon-Verlag GmbH, Würzburg 2015, ISBN 978-3-95650-066-4

Pressespiegel[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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