Burg Brattenstein (Röttingen)

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Zehntscheune mit Stadtmauer
Zehntscheune von Burg Brattenstein
Hof von Burg Brattenstein

Die Burg Brattenstein erhebt sich nördlich des Zentrums der Stadt Röttingen.

Geschichte

Auf dem adeligen Rittersitz Burg Brattenstein saß sicherlich als Erster der uns heute bekannten Edelherren schon 1045 ein Ebo. Das Rittergeschlecht derer von Rötingen verfügte über Güter in Röttingen, Rietenau, Bauergüter, Wälder, Bieberehren, Oberndorf und Degelbronn, mit Sitz auf Burg Brattenstein. Im Jahr 1230 erfolgte die erstmalige urkundliche Erwähnung der Burg. Zwischen 1230 und 1345 war die Burg im Besitz der Herren von Hohenlohe. Ab 1345 gab es wechselnde Besitzer, unter anderem Hans II. Truchseß von Baldersheim und das Hochstift Würzburg. Ab 1520 diente die Burg einem fürstbischöflichen Amtmann als Wohnung. Mit Aufhebung des fürstbischöflichen Amtes Röttingen im Jahre 1803 ging die Burg an das Königreich Bayern und wurde bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Bayerisches Rentamt.

Nördlich des Burghofes erstreckt sich der ehemalige Fruchtspeicher mit den Wappen des Fürstbischofes Lorenz von Bibra (1495–1519) und der Jahreszahl 1516. An der südwestlichen Ecke ist das Wappen des Bischofs Gerhard von Schwarzburg (1372–1400) angebracht. Der an den Fruchtspeicher südöstlich anstoßende eingeschossige Bau mit weitem Kreuzgewölbe war im 17. Jahrhundert als Küche eingerichtet. Der Burggraben an der Ostseite wurde wohl nach Einbeziehung der Burg in die Stadtmauer Röttingen im Jahr 1438 aufgefüllt. Im 19. Jahrhundert hat man den baufälligen Bergfried bis auf das Untergeschoss abgetragen und das Burggelände mehrfach verändert. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren Männer des Reichsarbeitsdienstes, bis Kriegsende Arbeitsmaiden und in der Nachkriegszeit amerikanische Soldaten einquartiert. Nach der Nutzung als Durchgangslager für Flüchtlinge produzierte eine Kleiderfabrik in der Burg, die 1971 teilweise einstürzte und nach einigen Jahren wieder saniert wurde. Heute befindet sich die Burganlage im Eigentum der Stadt Röttingen.

2018 wurde die Lücke in der mittelalterlichen Burganlage, die der Einsturz des Ostflügels im Jahre 1971 gerissen hatte, mit einer modernen Konstruktion des Schweinfurter Architekturbüros Schlicht-Lamprecht-Schröder wieder geschlossen. [1]

Historische Abbildungen


Baubeschreibung

Burg Brattenstein ist eine Vierecksanlage und ehemaliger Sitz der Herren von Hohenlohe. Um 1440 kam es zur Einbeziehung der ursprünglich außerhalb des Ortes gelegenen Burg in die Stadtmauer. Diese ursprüngliche Bausubstanz wurde im frühen 17. Jahrhundert und später im 19. Jahrhundert stark verändert.

Heutige Nutzung

  • Der südliche Teil der Burg ist ein dreigeschossiger Hausteinmauerwerksbau mit Halbwalmdach und Fachwerkgiebel und stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt heute das Weinbaumuseum Röttingen.
  • Der Ostflügel stammt aus gleicher Zeit und wurde nach dem Einsturz 1971 bis zum Jahr 2018 wieder aufgebaut. Der Neubau wurde 2019 mit dem BDA Preis Bayern und dem Tourismus-Architekturpreis „artouro“ ausgezeichnet. Vom Stadtbalkon des Neubaus können Besucher über die Stadt blicken. Der Zugang zum Stadtbalkon ist von Mai bis Oktober Montags - Donnerstags ca. 7.30 - 16.00 Uhr, Freitags ca. 7.30 - 12.00 Uhr und Samstags, Sonntags und Feiertags zeitgleich mit Öffnung des Weinmuseums von ca. 13.30- 17.00 Uhr geöffnet. Eintritt frei.
  • Die ehemalige Zehntscheune wurde im Jahr 2012 zum Haus der Generationen umgestaltet. Die Sanierung wurde mit den Architektouren der Bayer. Architektenkammer und dem Kulturpreis des Bezirks Unterfranken ausgezeichnet.
  • Der Burghof dient seit 1984 als Spielstätte der Frankenfestspiele Röttingen. Diese sommerliche Freilufttheaterveranstaltung nutzt Teile der Burg als Kulisse.

Siehe auch

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

Kartenausschnitt

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