Burschenschaft Germania zu Würzburg

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Wappen der Burschenschaft Germania zu Würzburg (seit 1847/1848)

Die Burschenschaft Germania zu Würzburg ist eine farbentragende und pflichtschlagende Studentenverbindung. Die Mitgliedschaft steht Studenten sämtlicher Würzburger Hochschulen offen.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Würzburger Burschenschaft Germania führt ihr Bestehen auf die am 27. Juni 1818 gegründete „neue Burschenschaft“ oder Germania zurück.

Teutonia und „Ur-“Germania[Bearbeiten]

Nennenswerte burschenschaftliche Bestrebungen sind an der Universität Würzburg ab dem Wintersemester 1817/1818 im Gefolge des Wartburgfests festzustellen und führten zu zwei konkurrierenden Gründungen.

Als erste Würzburger Burschenschaft trat ab Dezember 1817 eine in direktem Gegensatz zu den damals bestehenden Landsmannschaften [1] gegründete Teutonia [2] mit ca. 30 bis 40 Mitgliedern auf.

Daneben bestand in der Landsmannschaft Bavaria eine starke burschenschaftliche Partei, deren Vertreter [3] erfolglos zunächst eine freiwillige Auflösung der Landsmannschaften und eine Vereinigung ihrer Mitglieder nach dem Beispiel der Jenaer Burschenschaft anstrebten. Am 26. Juni 1818 kam es zum Bruch im Seniorenconvent der Landsmannschaften, am Folgetag (27. Juni 1818) zur förmlichen Auflösung der Bavaria und zur Gründung einer „neuen“ Burschenschaft Germania. Diese Gruppierung war personell stärker als Teutonia (ca. 140 Mitglieder [4]), scheint aber wegen der überstimmten landsmannschaftlich gesinnten Mitglieder der Bavaria im innern weniger geschlossen gewesen zu sein.

Erst aufgrund Eingreifens des Burschentags kam es im März 1819 zur Auflösung der Teutonia und zur Übernahme ihrer Mitglieder als Renoncen [5] der Germania.

Im Dezember 1819 musste die Burschenschaft nach dem erfolgreichen Attentat Karl Ludwig Sands gegen August von Kotzebue aufgelöst werden. Es entstanden mehrere lose Vereinigungen, die den Zusammenhalt jedoch aufrechterhalten konnten. Die Auflösung der Burschenschaft führte daneben aber auch zum Austritt eines Teils ehemaliger Angehöriger der Bavaria, welche ihre Verbindung mit Hilfe der anderen Landsmannschaften ebenfalls im Dezember 1819 wieder errichteten.

Im Sommersemester 1820 konnte die Burschenschaft wieder erneuert werden und umfasste zeitweise zwei Drittel der rund 600 Studenten Würzburgs, bis sie im Sommer 1824 abermals aufgelöst werden musste. Am 13. März 1825 konnte die Burschenschaft wieder aufgemacht werden, wobei sie zunächst den Decknamen Concordia [6], später (Sommersemester 1826) den Decknamen Amicitia annahm.

Infolge des Frankfurter Wachensturms, welcher von studentischer Seite vornehmlich von Mitgliedern der Heidelberger und der Würzburger Burschenschaft ausgeführt wurde, kam es ab April 1833 deutschlandweit zu einer neuen Verfolgungswelle, welche auch die Würzburger Burschenschaft nicht überdauerte. Nach der Auflösung der Würzburger Burschenschaft im Mai 1833 fehlen Hinweise, die auf ein weiteres Fortbestehen hindeuten könnten.

Germania ab 1842[Bearbeiten]

Fortschrittsverbindung Germania („alte“ Germania)

Während die Burschenschaft unterdrückt wurde, lebten an den Universitäten die nun zumeist Corps genannten früheren Landsmannschaften wieder auf. [7] Diese beanspruchten wieder die Vertretung der gesamten Studentenschaft für sich und banden auch die nicht ihren Verbindungen angehörenden Studenten an den von ihnen aufgestellten Comment. Als Reaktion auf diese Entwicklung entstanden Anfang der 1840er Jahre die Fortschritts- oder Progressverbindungen.

Nachdem eine im Wintersemester 1841/42 erfolgte Neugründung sich im Sommersemester 1842 aufgelöst hatte, gründeten ehemalige Mitglieder am 2. Juli 1842 die Studentenverbindung Germania. [8] Am 21. November 1842 war daneben ein Verein Kränzchen gegründet worden, der regen Zulauf hatte, aber nach erfolglosem Anerkennungsgesuch seine Mitglieder 1846 an die Germania verlor. Diese bestritt das vermeintliche Vorrecht der Corps [9] und lehnte den von diesen aufgestellten Duellzwang [10] ab. Zur körperlichen Ertüchtigung ihrer Mitglieder betrieb die Verbindung zeitweise (1845-1852) einen eigenen Turnplatz, der auch anderen Studenten offenstand. Erkennungszeichen der Germanen waren ein schwarzer Rock und schwarze Samtmützen; Farben hatte die Verbindung bis 1847/1848 zunächst nicht.

An den Ereignissen der Jahre 1848/1849 hatte die Verbindung regen Anteil. So nahmen an dem Auszug der Würzburger Studenten nach Wertheim am 20. Mai 1849 die Mitglieder der Germania ausnahmslos teil.

Nachdem 1853 durch erheblichen Rückgang der Mitgliederzahlen die ersten Schwierigkeiten im Verbindungsleben aufkamen, wurde Germania 1856/1857 wegen innerer Zwistigkeiten und eines Mangels an Mitgliedern aufgelöst.

Union und „mittlere“ Germania[Bearbeiten]

1865 fand eine im Vorjahr (25. Mai 1864) gegründete Verbindung namens Union Anschluss an das Philisterium der Germania und übernahm zunächst deren Namen, 1866 auch deren Farben. 1875 musste auch sie aufgrund fehlenden Nachwuchses aufgelöst werden. [11]

Corona und „jüngere“ Germania bis 1896[Bearbeiten]

Anfang der 1880er Jahre entstand eine lose Tischgesellschaft, welche sich den Namen Corona gab. Deren Mitglieder rekonstituierten am 30. November 1886 die Studentenverbindung Germania. Die Mitglieder der alten und mittleren Germania schlossen sich der rekonstituierten Verbindung großenteils an; im Januar 1887 wurde von diesen die Verschmelzung beschlossen. Ein offizieller Rekonstitutionskommers wurde am 13. Juni 1887 gefeiert.

Diese sogenannte „jüngere“ Germania war nichtfarbentragend und bekannte sich im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen faktisch zum Grundsatz der unbedingten Satisfaktion mit der Waffe [12]. Bestimmungsmensuren wurden zu dieser Zeit nicht geschlagen.

Germania ab „Wiederherstellung der Burschenschaft“[Bearbeiten]

Wiederherstellung der Burschenschaft 1896[Bearbeiten]

Bereits vor 1895 war die Frage des Farbentragens aufgeworfen worden, aber mit Rücksicht auf einen ablehnenden Teil der Philister aus der Coronazeit zurückgestellt worden. Dem Zug der damaligen Zeit entsprechend bevorzugten die zur Universität kommenden Studenten jedoch die farbentragenden Verbindungen, weswegen aus Sicht der aktiven Germanen die Gewinnung geeigneter Füchse erschwert wurde. Gleichzeitig hatten die aktiven Germanen das Beispiel der Verbindung Asciburgia vor Augen, welche sich kurz zuvor als Turnerschaft dem Vertreter-Convent angeschlossen hatte und dadurch von einer Außenseiterposition zu neuer Blüte gelangt war.

Wenngleich der damalige Vorsitzende des Philistervereins Pöhlmann eine burschenschaftliche Ausrichtung der Germania für die Zeit nach ihrem Entstehen 1842 deutlich verneinte, hatte diese sich doch auch nach seinen Schilderungen an die Burschenschaft angelehnt und sich deren Symbolik [13] bedient. Neben der Darstellung Pöhlmanns bestand noch eine dem ebenso deutlich widersprechende Überlieferung, welche namentlich von dem im Herbst 1842 - und damit früher als Pöhlmann - zur Germania gekommenen Philister Friedrich Streitberg vertreten wurde. Nach dessen Darstellung [14] handelte es sich bei der frisch gegründeten Germania dezidiert um eine Burschenschaft, welche sich in der Nachfolge der 1833 verbotenen alten Burschenschaft sah.

Die beabsichtigte Rückkehr zum Farbentragen und die Annahme der Bezeichnung „Burschenschaft“ sowie der Beitritt zu einem burschenschaftlichen Verband erschien den aktiven Germanen daher als folgerichtige Rückkehr zu den Wurzeln der Germania von 1842. [15]

Im Wintersemester 1895/96 bereitete die Aktivitas durch eine Befragung der Alten Herren sowie Fühlungnahme mit der Burschenschaft Arminia [16] die Umwandlung der Verbindung in eine Burschenschaft vor. Ab 1. März 1896 führte Germania noch als „Studentenverbindung“ nach einer abendlichen Farbenkneipe am 29. Februar 1896 das öffentliche Farbentragen wieder ein. Zum Burschentag 1896 erfolgte die Aufnahme als probende Burschenschaft, im Folgejahr die endgültige Aufnahme in den Allgemeinen Deputierten-Convent [17], den Verband der reichsdeutschen Universitätsburschenschaften.

Entwicklung als Burschenschaft[Bearbeiten]

Die Ausrichtung als Burschenschaft und die Mitgliedschaft in der späteren Deutschen Burschenschaft führten Germania zu einer neuen Blüte, so dass diese zeitweise als stärkste pflichtschlagende Korporation Würzburgs galt.

Aufgang zu der 1899 bis 1915 von Germania genutzten Räumlichkeit im Innenhof des Weinhauses zum Stachel; das Bild ist neueren Datums (2011).

Bis zum Erwerb eines eigenen Verbindungshauses hatte Germania – wie viele Studentenverbindungen dieser Zeit – eine Kneipe in wechselnden Gaststätten unterhalten. Zuletzt war dies eine zu deren Innenhof ausgerichtete Räumlichkeit im Obergeschoss der Gaststätte „Zum Stachel“.

1914 war Germania in der Lage, die stark renovierungsbedürftige Gaststätte Nikolausburg direkt unterhalb des Beginns des Stationswegs zum Käppele zu erwerben. Kriegs- und inflationsbedingt konnte die Einweihung des renovierten und für Korporationszwecke umgebauten Verbindungshauses erst vierzehn Jahre später im Sommer 1928 erfolgen.

Burschenschaft während des Dritten Reiches[Bearbeiten]

Während der Zeit des Nationalsozialismus gehörte die weiterhin mitgliederstarke Germania zu den Verbindungen, welche ohne erzwungene Vereinigung mit einer anderen Korporation unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Diktatur einen Kameradschaftsbetrieb unterhalten konnten. Zu diesem Zweck unterstützte der Altherrenverband die Kameradschaft „Gneisenau“ des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbunds (NSDStB). Das Verbindungsheim konnte der Verein Germanenheim e.V. rechtzeitig an die Deutsche Arbeitsfront als Schulungsheim vermieten, so dass dieses dem unmittelbaren Zugriff des NSDStB entzogen war; für den Kameradschaftsbetrieb hatte sich Germania nur die Nutzung einiger Räume in dem großen Gebäude vorbehalten.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs setzte sich innerhalb der Kameradschaft eine korporationsfreundliche Gruppe durch, welche verdeckt den Betrieb der Burschenschaft fortsetzte und im Kontakt mit ähnlichen Gruppierungen anderer Kameradschaften stand. [18] Diese Phase endete mit dem verheerenden Bombenangriff am 16. März 1945, bei dem neben den vielen menschlichen Opfern auch der Verlust des Germanenheims zu beklagen war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Germanenheim am Nikolausberg direkt unterhalb des Aufgangs zum Käppele (Zustand 2008)

Nach dem Krieg erfolgte 1947 der Lizenzierungsantrag des Vereins Germanenheim e.V. an die amerikanische Militärregierung. 1948 wurde der Altherrenverband der Germania neu gegründet. 1949 kam es zur Wiedergründung der Aktivitas, bevor 1950 das Bayerische Staatsministerium des Innern die Studentenverbindung Germania Würzburg offiziell anerkannte.

Im Jahr 1951 begann Germania mit dem Wiederaufbau ihres zerstörten Heims, dessen Abschluss im Sommer 1956 im Rahmen eines Stiftungsfestes gefeiert werden konnte.

Rückbesinnung auf die Zeit vor 1842[Bearbeiten]

Bereits in der Vergangenheit hatte - insbesondere angeregt durch die Darstellung Friedrich Streitbergs - Angehörige der Germania die Frage bewegt, ob und gegebenenfalls welcher Zusammenhang zwischen der 1842 gegründeten Fortschrittsverbindung und der nur neun Jahre zuvor unterdrückten Burschenschaft bestanden habe. 1951 untersuchte daher der Germane Franz Ringler auf der Grundlage der ihm damals zur Verfügung stehenden Erkenntnisse mögliche Zusammenhänge. [19] Hierbei kam er auf der Grundlage von (zum Teil später widerlegten) Erinnerungen von Anghörigen der alten Germania von 1842 und einem Vergleich der Symbole [20] zu dem Ergebnis, dass die 1842 gegründete Verbindung als heimliche Fortsetzung der Burschenschaft angesehen werden könne. Die Forschungsergebnisse ihres Mitglieds nahm die Burschenschaft zum Anlass, das Stiftungsfest 1953 als 135./111. Stiftungsfest zu feiern; die Doppelzählung kam in späteren Jahren außer Gebrauch.

Weitere Entwicklung der Burschenschaft[Bearbeiten]

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg erstarkte Germania wieder und bildete eine der mitgliederstarken Verbindungen in der Deutschen Burschenschaft sowie unter den schlagenden Verbindungen Würzburgs. Dies ermöglichte der Burschenschaft die Unterstützung mehrerer auswärtiger Burschenschaften bei deren Wiederaufbau.

An der Pflichtmensur hielt Germania für sich auch während der siebziger und achtziger Jahre fest und forderte deren Bewahrung bzw. Wiedereinführung als Verbandsprinzip, ohne hiervon den Verbleib im Verband Deutsche Burschenschaft abhängig zu machen. 2008 erklärte die Verbindung den Austritt aus ihrem Verband.

Ausrichtung[Bearbeiten]

Aufgrund der Auswahl der Burschenschaften anderer Hochschulen, mit welchen Germania eine besondere Zusammenarbeit pflegte, ist sie den sogenannten „blauen“ Burschenschaften zuzurechnen. Diese standen in der damaligen Deutschen Burschenschaft ausgleichend zwischen „roten“ [21] und „weißen“ [22] Burschenschaften.

Germania Würzburg gehört mit den Burschenschaften Alemannia Königsberg in Kiel, Franco-Bavaria München, Hansea-Alemannia Hamburg und Redaria-Allemannia Rostock dem 1922 in Salzburg gegründeten „Schwarz-Roten Verband“ an. Daneben besteht ein Freundschaftsverhältnis mit der Burschenschaft Germania Jena.

Der Deutschen Burschenschaft gehörte Germania von 1896 (probend) bzw. von 1897 (als Vollmitglied) bis zu ihrem Austritt 2008 an. Heute ist die Studentenverbindung verbandsfrei.

Couleur[Bearbeiten]

Die Farben der Burschenschaft Germania sind „Schwarz-gold-hellblau“; sie werden von Burschen und Füchsen der Verbindung gleichermaßen getragen. Die Farbwahl geht auf das vor Beginn der Märzrevolution 1848 eingereichte Gesuch um Anerkennung zurück. [23]

Die Germanenmützen sind aus schwarzem Samt; seit 1848 zeigen sie die Germanenfarben.

Wahlspruch[Bearbeiten]

Mit Aufnahme in den Allgemeinen Deputierten-Convent übernahm Germania den von diesem geführten allgemeinen Wahlspruch der Burschenschaft „Ehre Freiheit Vaterland!“. Der zuvor geführte, wohl auf die mittlere Germania zurückgehende Wahlspruch „Freundschaft Wissenschaft Charakter!“ geriet außer Gebrauch.

Daneben führt Germania den besonderen Wahlspruch: „Honor praemium virtutis.[24] Dieser ersetzte 1887 den auf die alte Germania zurückgehenden Wahlspruch: „Virtute decet, non sanguine niti.“ [25]

Berühmt gewordene Alte Herren der Burschenschaft (Auswahl)[Bearbeiten]

Urgermania (1818-1833)[Bearbeiten]

Germania (ab 1842)[Bearbeiten]

Kontakt[Bearbeiten]

Burschenschaft Germania zu Würzburg
Nikolausstraße 21
97082 Würzburg
Telefon: 0931-72702

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Matthias Stickler: Von der studentischen Allgemeinheit zum örtlichen Deputierten-Convent. Die Entwicklung der Würzburger Burschenschaft im 19. Jahrhundert [1]

Als weitere Literatur ist nur solche aufgeführt, auf die der Artikel unmittelbar Bezug nimmt:

  • Hans Kittemann: Erinnerungen an meine Germanenzeit 1894-1952; Typoskript Oberstdorf 1952
  • Karl Pöhlmann: Geschichte der Würzburger Burschenschaft Germania (Teil A.: Erinnerungen aus meiner Studentenzeit 1844-1849.; Teil B.: Geschichte der Germania in der Zeit von 1842 bis 1856.); Würzburg 1898
  • Franz Ringler: Geschichte der Würzburger Burschenschaft Germania von 1818 bis 1842.; Typoskript Nürnberg 1951 - Wesentliche Grundlagen der Ausführungen Ringlers sind infolge späterer Forschung überholt; sein Werk bleibt aber wegen der Darstellung der Gründe wertvoll, welche zur Rückbesinnung der Germania auf die Zeit vor 1842 führten.

Weblinks[Bearbeiten]

Ergänzungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. den heutigen Corps Franconia, Moenania und Bavaria.
  2. Es besteht kein Zusammenhang mit der heutigen, aus einem am 23. November 1865 gegründeten „Pharmazeutisch-Naturwissenschaftlichen Verein“ hervorgegangenen Landsmannschaft gleichen Namens.
  3. darunter Johann Gottfried Eisenmann. - Ringler und wohl diesem folgend Stickler ordnen Eisenmann der Teutonia zu.
  4. Das überlieferte Bundeszeichen der Germania weist 10 Vorstände, 21 Ausschussmitglieder und weitere 105 Mitglieder bei Gründung aus.
  5. Der Begriff „Renonce“ bezeichnete zu dieser Zeit ein Mitglied ohne volle Rechte und Pflichten, ohne dass dieses zwingend die Vollmitgliedschaft anstrebte.
  6. Die 1825 unter dem Tarnnamen Concordia bestehende Burschenschaft führte die Tarnfarben „schwarz-blau(-gold)“, wobei unklar ist, ob das Band einen dritten Farbstreifen in gold hatte oder die schmale Einfassung des Bandes („Perkussion“) golden war. Die Farbähnlichkeit mit den Farben „Schwarz-gold-blau“ war für die Annahme des Stiftungstags 27. Juni 1818 im Jahr 1953 bedeutsam; siehe hierzu den Abschnitt Rückbesinnung auf die Zeit vor 1842.
  7. In Würzburg waren zu Moenania und Bavaria 1836 Nassovia und 1842 Rhenania hinzugekommen; Franconia hatte 1835 vertagt und wurde erst 1845 rekonstituiert.
  8. Die Darstellung folgt im wesentlichen der Beschreibung Karl Pöhlmanns; zur abweichenden, durch Friedrich Streitberg vermittelten Überlieferung siehe den Abschnitt „Wiederherstellung der Burschenschaft“ 1896.
  9. Germania war zu dieser Zeit in Würzburg die einzige Verbindung neben den Corps. Weitere Gründungen erfolgten erst ab März 1848, davon heute noch bestehend 1848 Palladia (heute Burschenschaft Arminia) und 1851 die Gesellschaft der Aschaffenburger (heute Turnerschaft Asciburgia).
  10. Die grundsätzliche Verwerfung des Duells schloss dessen tatsächliche Durchführung jedoch nicht aus.
  11. Obgleich weder die alte noch die mittlere Germania eine konfessionelle Tendenz hatten, sondern neben Katholiken Protestanten und Israeliten Mitglied waren, war vermutlich wegen des duellgegnerischen Standpunkts der Anteil der katholischen Theologen unter den Mitgliedern nicht unerheblich. Nicht auszuschließen ist daher, dass der spätere Gründer der K.D.St.V. Markomannia Georg Trapp bei seinem 1868 erfolgten ersten Versuch der Gründung einer katholischen Korporation in Würzburg wie von ihm in seinen Erinnerungen geschildert bei studierenden Mitgliedern der damaligen Studentenverbindung Germania Zustimmung fand.
  12. Diese Grundsatzänderung in Verbindung mit der inzwischen verschärften Haltung der katholischen Kirche zu Duell und Mensur dürfte der Grund für den Umstand sein, dass sich nur wenige der in der alten Germania zahlreichen kath. Theologen der rekonstituierten Verbindung anschlossen.
  13. Die schwarzen Jacken mit ausgeschlagenen Krägen erinnern wie die schwarzen Samtmützen an die „altdeutsche Tracht“ der Burschenschaft; 1847 wurde das heute noch geführte Burschenschafterwappen angenommen.
  14. Streitbergs Darstellung wird von Pöhlmann in dessen Geschichte der Germania in der Zeit von 1842 bis 1856. ausführlich wiedergegeben; vgl. Pöhlmann, Teil B.: Geschichte der Germania in der Zeit von 1842 bis 1856., Kapitel „III. Die Anfänge in Würzburg“ (Seiten 56-58)
  15. Der Begriff „Wiederherstellung der Burschenschaft“ ist Hans Kittemanns Erinnerungen an meine Germanenzeit 1894-1952. von 1952 entnommen.
  16. Die Burschenschaft Cimbria war zu dieser Zeit personell schwach; die Abstimmung mit dieser wurde wohl im wesentlichen von Arminia übernommen.
  17. 1902 umbenannt in „Deutsche Burschenschaft“.
  18. Vgl. den vordergründig das verdeckt agierende Corps Guestphalia behandelnden Artikel der FAZ vom 29.05.2013: In Opposition mit Band und Schläger
  19. Franz Ringler: Geschichte der Würzburger Burschenschaft Germania von 1818 bis 1842.
  20. u.a. Namenswahl der Fortschrittsverbindung; Identität des Zirkels; Annahme eines Burschenschaftswappens durch die Fortschrittsverbindung; Farbwahl schwarz-gold-blau (vgl. die Farben der Concordia von 1825).
  21. Vgl. hierzu den Abschnitt Ausrichtung im Artikel zur Burschenschaft Arminia.
  22. Vgl. hierzu den Abschnitt Ausrichtung im Artikel zur Burschenschaft Cimbria.
  23. … und weil Schwarz-gold-roth natürlich nicht ging, so sollte Schwarz-gold-bayerischblau ein Ersatz und zugleich captatio benevolentiae sein."; Pöhlmann, Teil A. Erinnerungen aus meiner Studentenzeit 1844-1849., Kapitel „1846 und 1847“ (Seite 14); weitere Hinweise Kapitel „1848“ (Seite 21) – Die Reihenfolge der "deutschen Farben" war zu dieser Zeit noch nicht feststehend.
  24. „Ehre ist der Lohn der Tugend.“; der Wahlspruch ist aufgrund der Unübersetzbarkeit des Wortes „Virtus“ nur mit Bedeutungsverlust übersetzbar. Virtus bedeutet die Summe der guten Eigenschaften des Mannes (lat. vir) und wird meistens je nach Zusammenhang (zu allgemein) mit „Tugend“ oder (zu eng) mit „Tapferkeit“ übersetzt.
  25. sinngemäß (siehe oben): „Der Tugend bedarf es, nicht glänzender Abkunft.“ Böse Zungen haben den Wahlspruch - bei wörtlicher Übersetzung mit „Blut“ anstelle von „Geblüt“=„Abkunft“ - als auf die Duellverwerfung bezogen ausgelegt. Zur Vermeidung solcher Missdeutungen wurde er mit Einführung der unbedingten Satisfaktion angepasst.
  26. Interessanterweise war Stahl ein entschiedener politischer Gegner Eisenmanns, vgl. hierzu den ausführlichen Artikel der Wikipedia.

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