Anton von Scholz

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Prof. Dr. Anton Ritter von Scholz

Prof. Dr. Anton Ritter von Scholz (* 25. Februar 1829 in Schmachtenberg/Markt Mönchberg (Lkr. Miltenberg); † 30. September 1908 in Würzburg) war Geistlicher und Professor für alttestamentarische Exegese und biblisch-orientalische Sprachen an der Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Die Unterstützung des örtlichen Pfarrers führte dazu, dass der Junge in Aschaffenburg das Lyzeum und anschließend die Münchener Universität und ab 1851 die Julius-Maximilians-Universität Würzburg besuchen konnte. Nach dem Theologiestudium wurde er am 12. August 1853 zum Priester geweiht. Seine erste Seelsorgerstelle erhielt er als Cooperator in Zell a. Main. Am 1. Februar 1855 wurde er von Bischof Georg Anton von Stahl zu seinem Kaplan und Privatsekretär berufen. In den Folgejahren verfasste er seine Dissertation und promovierte 1856 bei Prof. Heinrich Denzinger zum Doktor der Theologie.

Seelsorger in Eisingen[Bearbeiten]

Obwohl Scholz sich ganz auf das akademische Lehramt konzentrierte, vertraute ihm am 30. September 1861 das Bischöfliche Ordinariat die neu errichtete Pfarrei Eisingen zunächst als Pfarrverweser und ab 1865 als Pfarrer an. Am 15. Juli 1863 wurde er zusätzlich zum Schulinspektor der Katholischen Schulen imr Bistum Würzburg ernannt. Im Deutschen Krieg im Sommer 1866 bot Scholz dem Hauptquartier der Preußischen Mainarmee unter dem Befehl von General Edwin von Manteuffel Quartier im Eisinger Pfarrhaus. Hier wurden die Waffenstillstandsverträge mit Bayern, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt und Nassau, die die Kämpfe in Süddeutschland beendeten, unterzeichnet. Zwischen 1865 und 1869 ließ er das Marienkapellchen an der Hauptstraße errichten.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

Nach einigen erfolglosen Versuchen, sich auf die vakante Professor an der Würzburger Universität zu bewerben, beendete König Ludwig II. von Bayern in einem Schreiben vom 24. Juni 1872 die Streitereien um die Besetzung des Lehrstuhls, indem er dem Senat der Königlichen Universität Würzburg seine Entscheidung mitteilt, Dr. Anton Scholz, zum Professor der Alttestamentlichen Exegese und der biblisch-orientalischen Sprachen an der Theologischen Fakultät zu ernennen. 1877/1878 wurde er erstmals Dekan der Theologischen Fakultät, danach nochmals 1880/1881 und 1885/1886. 1889 wird er in die Baukommission zum Bau der Neuen Universität am Sanderring berufen. Am 5. Mai 1903 ersuchte er das Kultusministerium, ihn ab dem Wintersemester 1903/04 vom Lehramt zu entbinden. Diesem Antrag wurde stattgegeben.

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Scholz kann als eine Art "Gründervater" für den Lehrstuhl der Assyriologie an der Universität Würzburg betrachtet werden. Sein Schüler Prof. Johannes Ferdinand Hehn hat diesen Bereich als Nachfolger von Scholz in Würzburg bedeutend gemacht.

Rektor der Universität Würzburg[Bearbeiten]

Von 1879 bis 1880 von Scholz Rektor der Universität. 21 Jahre lang gehörte er dem Senat der Universität an.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stifter[Bearbeiten]

Anton von Scholz rief 1905 die Geheimrat von Scholz’sche Stipendiumsstiftung ins Leben, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Stiftungen der Universität Würzburg aufging.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Seine letzte Ruhestätte erhielt er auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde Schmachtenberg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Gerhard Lang, Geheimrat Dr. Anton Ritter von Scholz Professor der alttestamentlichen Exegese und der biblisch-orientalischen Sprachen, Heimat- und Geschichtsverein Laudenbach, 2011

Weblinks[Bearbeiten]