Wilhelm Laforet

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Wilhelm Laforet

Prof. Dr. Wilhelm Laforet (* 19. November 1877 in Edenkoben; † 14. September 1959 in Würzburg) war Professor an der Universität Würzburg und erster gewählter Direktkandidat des Bundestagswahlkreis Würzburg im Jahr 1949.

Leben und Wirken

Von 1892 bis 1896 besuchte er das humanistische Gymnasium in Landau, das er mit dem Abitur abschloss. Danach studierte er von 1896 bis 1900 Rechts- und Staatswissenschaften in München und Berlin. 1901 promovierte er an der Universität Heidelberg und leistete anschließend als Einjährig-Freiwilliger [1] seinen Wehrdienst beim 1. Kgl.-Bayerischen Feldartillerieregiment in München. 1904 legte er in München sein Assessorexamen ab und wurde danach in der Regierung von Oberbayern, dem Bezirksamt Regensburg und dem Bezirksamt Kusel eingesetzt. 1909 wurde Laforet zum Regierungsrat befördert und ins Bayerische Staatsministerium des Innern versetzt.

Von 1914 bis 1918 leistete er Kriegsdienst als Abteilungsadjutant im 7. Feldartillerieregiment und als Batterieoffizier im 6. Reserve-Feldartillerieregiment. Im November 1918 kehrte Laforet als Major und Abteilungskommandeur aus dem Ersten Weltkrieg heim.

Bezirksamtmann in Ochsenfurt

Wilhelm Laforet übernahm am 23. November 1918 das Bezirksamt Ochsenfurt, welchem er bis 1922 vorstand.

Stationen nach seiner Zeit in Ochsenfurt

Zum 13. Januar 1922 setzte Laforet seine Karriere im Bayerischen Innenministerium als Oberregierungsrat fort. 1923 wurde er zum Ministerialrat befördert und leitete das Gemeindereferat. Hierbei war er mit der bayerischen Gemeindeordnung betraut; sein Kommentar zur Bayerischen Gemeindeordnung von 1931 gilt noch heute als Standardwerk.

Professor in Würzburg

Vom 1. Februar 1927 bis 1951 war Laforet Geheimer Justizrat und Professor für allgemeines, deutsches und bayerisches Staats- und Verwaltungsrecht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Seine konservativ-monarchische Einstellung brachte ihn nach 1933 mehrfach in Konflikt mit den NS-Behörden. So wurde er 1934 überwacht. Versuche der Universitätsleitung ihn loszuwerden, scheiterten allerdings an seiner unersetzlichen Expertise.

Politische Laufbahn

Laforet gehörte von 1918 bis 1933 der Bayerischen Volkspartei an. 1945 beteiligte er sich an der Gründung der CSU in Unterfranken und Mitglied des Ausschusses für Verwaltungsrecht in der US-Zone.

Landtagsabgeordneter in Bayern

Von 1946 bis 1949 war er für die CSU-Mitglied des Bayerischen Landtags. 1948/49 wurde er für Bayern vom Landtag in den Parlamentarischen Rat gewählt. [2] Sein Hauptanliegen war die Stärkung des Föderalismus, was letztlich auch der Grund war, warum Laforet dem Grundgesetz seine Zustimmung verweigerte.

Von 1947 bis 1949 war er als ehrenamtlicher Richter tätig.

Bundestagsabgeordneter

Er gehörte dem Deutschen Bundestag in dessen erster Legislaturperiode (1949–1953) als im Bundestagswahlkreis Würzburg direkt gewählter Abgeordneter an und war dort Vorsitzender des Ausschusses für Rechtswesen und Verfassungsrecht sowie des Wahlmännerausschusses gemäß § 6 Absatz des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht.

Ehrungen und Auszeichnungen

Siehe auch

Quellen

Erläuterungen und Hinweise

  1. Einjährig-Freiwillige (EF) waren Wehrpflichtige mit höherem Schulabschluss (Obersekundareife), die nach freiwilliger Meldung einen Wehrdienst in einem Truppenteil ihrer Wahl als Präsenzdienst ableisteten. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Der Parlamentarische Rat war eine von elf deutschen Länderparlamenten der drei Westzonen gewählte Versammlung, die von September 1948 bis Mai/Juni 1949 in Bonn tagte. Sie sollte nach der drei Jahre zuvor mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgten Niederschlagung der NS-Diktatur einen auf demokratischen Prinzipien beruhenden politischen Neuanfang für Deutschland einleiten. Weitere Informationen bei Wikipedia [2].