Straßenbrücke Rottendorfer Straße

Die Straßenbrücke Rottendorfer Straße ist eine Brücke über die Bahnstrecke Würzburg-Treuchtlingen bzw. Bahnstrecke Würzburg-Stuttgart.
Geschichte der alten Straßenbrücke

Vom Bahnübergang zur Brücke
Die Bahnstrecke wurde am 1. Juli 1864 eröffnet. Der Bau der Straßenbrücke erfolgte jedoch erst 1870, so dass zunächst ein beschrankter Bahnübergang eingerichtet wurde. Die Rottendorfer Straße war damals eine wichtige Verbindung nach Kitzingen und Nürnberg. So wurde bereits beim Bau der Ludwigs-West-Bahn (Eröffnung 1. Juli 1854) die Straßenbrücke Kitzinger Straße errichtet. Der Grund für den verzögerten Bau der Straßenbrücke Rottendorfer Straße dürfte in der Entfestigung der Stadt Würzburg gelegen haben. Die Tore, Wälle und Gräben der Befestigungsanlagen wurden ab 1868 eingeebnet. Das Rennweger Tor wurde 1870 beseitigt und der Bogen der Rottendorfer Straße am Platz'schen Garten wurde begradigt. [1] Im Stadtplan von 1870 ist der Bogen noch vorhanden, aber die Brücke bereits eingezeichnet.
Erweiterungen
Erweiterungen erfolgten 1963 mit der Errichtung eines neuen Überbaus auf den alten Widerlagern von 1870. Im Zuge des Baus des Mittleren Rings wurde 1970/1971 das Bauwerk um einen neuen Brückenteil nach Norden hin erweitert.
Erhebliche Mängel am Bauwerk
Eine Bauwerksprüfung der zweiteilig gegliederten Brücke im Jahr 2009 kam zu dem Ergebnis, dass erhebliche Mängel an der Brücke bestehen. [2] Zum gleichen Ergebnis ist ein Gutachten der Stadtteilinitiative Unteres Frauenland gekommen, die eine (Teil-) Sperrung wie beim Zeller Bock befürchtete. Es wurden unter anderem Fortschritt von Zerfall, Abplatzungen und Rissebildungen im Beton festgestellt. Der südliche Teil der Brücke wurde auf 30 Tonnen Belastung beschränkt, der nördliche Teil anfangs noch auf 60 Tonnen. Danach gab es für beide Brückenglieder eine Beschränkung auf 30 Tonnen.
Bildergalerie
- Straßenbrücke vor dem 22. Januar 2024
-
Südansicht der Brücke vom Mittleren Ring
-
Nordansicht der Brücke von der Waltherstraße
-
Nordansicht der Brücke von der Konradstraße
Planungen

Bei den Planungsbehörden bestanden unter anderem 2010 Überlegungen, die abgerissene Siligmüllerbrücke ersatzweise wieder aufzubauen. Danach sollte mit Arbeiten an der Brücke Rottendorfer Straße begonnen werden. Ob Generalinstandsetzung oder Neubau war noch unklar, ein Neubau würde eine längere Nutzungsdauer und geringere Wartungskosten mit sich gebracht. Nach diesem Zeitplan hätte mit dem Bau der Siligmüllerbrücke 2014 begonnen werden müssen, was jedoch aufgrund der Haushaltsplanung nicht geschah.
Letztlich ging es weder an der Siligmüllerbrücke noch an der Brücke Rottendorfer Straße weiter voran. 2014 gab die Stadt Würzburg bekannt, dass eine neue Brücke bis zur Landesgartenschau 2018 nicht realisierbar sei. [3] Ab 26. Oktober 2020 wurde der Ersatzneubau der Siligmüllerbrücke mit den Anschlussbereichen in der Konradstraße und der Waltherstraße begonnen. Nach Fertigstellung und Verkehrsfreigabe Anfang 2023 werden in den Jahren 2025/2026 dann der Abbruch und Neubau der Brücke Rottendorfer Straße erfolgen. Dies hat der Stadtrat in seiner Oktober-Sitzung 2021 nach längerer Diskussion gegen die Stimmen von Grünen und Linken beschlossen. [4] Der Neubau eröffnet auch die Möglichkeit, auf beiden Seiten der Straße barrierefreie Gehwege mit einer Breite von 2,5 Meter sowie 2,3 Meter breite Radangebotsstreifen vorzusehen. Dies wird die Verkehrssicherheit insbesondere für Fußgänger und Radfahrer signifikant erhöhen. Die Straße selbst wird auf einen Fahrstreifenbreite von 3,25 Meter, im Bereich der Brücke sogar von 5,25 Meter ausgebaut. Zusammen mit den vorgesehenen neuen Abbiegespuren, einer erleichterten Rechtsabbiegemöglichkeit von der Brücke kommend ohne Ampelregelung und einer Anpassung der Ampelschaltung wird der Verkehrsfluss deutlich verbessert und die Leistungsfähigkeit des innerstädtischen Straßennetzes erhöht.
Die alte Brücke bestand aus zwei Teilen: Das südliche Bauwerk war eine Kombination aus einem Unterbau von 1870 und einem 1963 entstandenen Überbau, der nördliche Teil wurde 1970/1971 hinzugefügt. Jetzt soll sie ungefähr fünf Meter breiter werden, um Platz für größere Aufstellflächen für den Kfz-Verkehr und 2,30 Meter breite Schutzstreifen für Radfahrende zu schaffen. Insgesamt sollen Abbruch und Neubau der Brücke rund zehn Millionen Euro kosten. 2021 sollte eine Kreuzungsvereinbarung (Kostenteilung) mit der Deutschen Bahn abgeschlossen werden, die 4,1 Millionen Euro trägt. Nach Abzug einer erwarteten staatlichen Förderung von drei Millionen Euro durch den Freistaat Bayern bleiben laut Baureferent Benjamin Schneider rund 2,9 Millionen Euro an der Stadt hängen. [5] [6]
Neubau
Baubeginn

Am 22. Januar 2024 wurde die Rottendorfer Brücke für die Dauer von ca. 2 Jahren für den Fahrverkehr gesperrt. Bis zum Abbruchbeginn konnte der Rad- und Fußverkehr die Brücke noch nutzen. Ab 2. August 2024 wurde die Brücke auch für den Fuß- und Radverkehr gesperrt.
Um die Straßenbrücke neu bauen zu können, mussten Bohrpfahlwände zur Baugrubensicherung im Bereich des Stadtrings hergestellt werden. Da die Baugrubensicherungen die bestehenden Leitungen kappen würden, mussten die Ver- und Entsorgungsleitungen vor Beginn der Bauarbeiten für die Straßenbrücke verlegt werden. Im ersten Schritt wurden die im Bereich der Brücke stehenden Oberleitungsmaste versetzt sowie die Speiseleitungen in jeweils einem Kabeltrog neben den Gleisen verlegt. Nachfolgend wurde eine neue Brücke für die vorhandenen Versorgungsleitungen parallel zur Straßenbrücke durch die Mainfrankennetze gebaut.
Einhub der Versorgungsbrücke Rottendorfer Straße
Mitte Juli 2024 gab es nachts am Stadtring eine große Veränderung und wesentliche Voraussetzung für die Fortführung der Baumaßnahmen an der Rottendorfer Straße: Den Einhub einer ca. 25 Tonnen schweren Versorgungsbrücke über die Bahnstrecke, die mit Hilfe eines Spezialkrans eingehoben wurde. Auf der Brücke wurden im weiteren Bauablauf eine Wasser Transportleitung DN700 sowie Leerrohre für Kabel befestigt. Für Fußgänger oder Fahrzeuge ist die Brücke nicht geeignet.
Insgesamt dauerte der Einbau rund vier Stunden. Das Zeitfenster der Vollsperrung wurde zusätzlich für weitere Arbeiten im Gleisbereich genutzt, wie beispielsweise das Verlegen der Erdungsleitungen, Korrosionsschutz, Demontage eines Oberleitungsmasts und auch die Begutachtung von Fledermausnistplätzen.
Die Baumaßnahme lag in einem sehr begrenzten Baufeld, aus verschiedenen Gründen konnten die Leitungen in dem neuen Brückenbauwerk nicht mehr integriert werden. Durch die mittlerweile verschärften Bauvorschriften und Auflagen der Bundesbahn war es in diesem Fall nicht mehr möglich, Leitungen an der Straßenbrücke zu befestigen. Zudem hätte es die Maßnahme erheblich erschwert und verteuert. So hätte beispielsweise ein temporäres Provisorium gebaut werden müssen, um die Versorgung in der Bauphase sicher zu stellen. Zusätzliche massive Einschränkungen des Straßenverkehrs auf dem Stadtring wären die Folge gewesen. Bei späteren Instandsetzungen an der Brückenuntersicht hätten die Versorgungsleitungen vorübergehend rückgebaut werden müssen. [7]
- Einhub der Versorgungsbrücke am 14./15. Juli 2024
Nach Fertigstellung der Versorgungsbrücke wurden die bestehenden Leitungen im Bereich der Rottendorfer Straße umgebaut und über die neue Versorgungsbrücke geführt. Im gleichen Zeitraum mussten auch die Entwässerungsleitungen in der Rottendorfer Straße an die neue Leitungsführung in der Greisingstraße angeschlossen und die betroffenen Schächte umgebaut werden. Erst mit abgeschlossener Leitungsverlegung konnten die Baugruben zum Ersatzneubau der Straßenbrücke begonnen werden. Der eigentliche Abbruch und Neubau des Brückenbauwerkes fand im Anschluss statt.
Die neue Bahnüberquerung soll im Herbst 2026 für den Verkehr freigegeben werden. [8] [9] [10]
Baufortschritt in Bildern
-
Rottendorfer Straße stadteinwärts (23. Januar 2024)
-
Ansicht Südteil der Brücke (23. Januar 2024)
-
Rottendorfer Straße stadtauswärts (23. Januar 2024)
-
Ecke Mittlerer Ring/Rottendorfer Straße (23. Januar 2024)
-
Fertiggestellte Versorgungsbrücke (24. Juli 2024)
-
Rottendorfer Straße stadteinwärts (7. September 2024)
-
Beginn der Abrissarbeiten (6. Februar 2025)
-
Fortschritt der Abrissarbeiten (23. Februar 2025)
-
Fortschritt der Abrissarbeiten (23. Februar 2025)
-
Fortschritt der Abrissarbeiten (23. Februar 2025)
-
Brücke für Versorgungsleitungen (23. Februar 2025)
-
Fortschritt der Abrissarbeiten (23. Februar 2025)
-
Rottendorfer Straße stadteinwärts (6. März 2025)
-
Vorbereitende Arbeiten für die Anhebung der Brücke (22. März 2025)
-
Anhebung der Brücke zur Anbringung eines Sicherheitsgerüstes (2. April 2025)
-
Der Abriss kommt gut voran. (5. Mai 2025)
-
Die Brücke ist weg. (20. Mai 2025)
-
Die alten Widerlager stehen noch. (31. Mai 2025)
-
Die alten Widerlager stehen noch. (31. Mai 2025)
-
Die alten Widerlager stehen noch. (31. Mai 2025)
-
Die alten Widerlager stehen noch. (31. Mai 2025)
-
Baustelle mit überraschend großen Dimensionen (17. Juli 2025)
-
Aufbauarbeiten (9. August 2025)
-
Aufbauarbeiten (9. August 2025)
-
Versorgungsbrücke (9. August 2025)
-
Aufbauarbeiten (9. August 2025)
-
Aufbauarbeiten (9. August 2025)
-
Aufbauarbeiten (9. August 2025)
-
Neues Widerlager an der Konradstraße (7. September 2025)
-
Aufbauarbeiten (14. Dezember 2025)
-
Aufbauarbeiten (14. Dezember 2025)
-
Aufbauarbeiten (14. Dezember 2025)
-
Aufbauarbeiten (2. Februar 2026)
-
Ansicht von der Siligmüllerbrücke (8. Februar 2026)
-
Versorgungsbrücke (8. Februar 2026)
-
Aufbauarbeiten (8. Februar 2026)
-
Aufbauarbeiten (8. Februar 2026)
-
Aufbauarbeiten (8. Februar 2026)
-
Aufbauarbeiten (8. Februar 2026)
-
Baustellenansicht stadteinwärts (8. Februar 2026)
-
Baustellenansicht stadteinwärts (8. Februar 2026)
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Carl Heffner: „Würzburg und seine Umgebungen“, Bonitas-Bauer, 1871, S. XLIV
- ↑ Main-Post: „Rottendorfer Straße: Marode Brücke“ (3. Dezember 2010)
- ↑ Main-Post: „Rottendorfer Straße: Marode Brücke muss bis 2018 halten“ (29. Januar 2015)
- ↑ 25. Sitzung des Stadtrates 2021: „Auszug - Erneuerung der Brücke Rottendorfer Straße und Umgestaltung des Knotenpunktes Rottendorfer Straße / Waltherstraße“ (21. Oktober 2021)
- ↑ Main-Post: „Rottendorfer Straße: Warum die Erneuerung der Brücke so umstritten ist“ (7. November 2021)
- ↑ Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr: „Ausbau der Rottendorfer Straße in Würzburg“ (3. Juni 2022)
- ↑ WVV-Magazin: „Eine neue Brücke für die Rottendorfer Straße“ (7. August 2024)
- ↑ Main-Post: „Brückenabriss und Straßensperrung: Wann in der Rottendorfer Straße in Würzburg die Baumaschinen anrücken“ (20. Dezember 2023)
- ↑ Pressemitteilung der Stadt Würzburg: „Sperrung Rottendorfer Brücke“ (15. Januar 2024)
- ↑ „Ersatzneubau Brücke Rottendorfer Straße“ auf den Internetseiten der Stadt Würzburg
