Kardinal-Döpfner-Platz

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Kardinal-Döpfner-Platz  

Stadtbezirk: Altstadt / Dom
Postleitzahl: 97070

Kardinal-Döpfner-Platz 4 (Hof Conti)

Lage[Bearbeiten]

Der Kardinal-Döpfner-Platz ist ein Platz in der Würzburger Altstadt. Dieser liegt nordöstlich des Doms und der Schönbornkapelle. Umgeben wird der nach Nordosten als Straße auslaufende Platz von ehemaligen Domherrnhöfen, die das Erscheinungsbild maßgeblich prägen. Im Uhrzeigersinn beginnend an der Kreuzung Martinstraße/Hofstraße sind dies die Kurie ad St. Gallum (heute Guttenbergpalais), die Kurie Conti (heute Hof Conti bzw. Bischöfliches Palais, ein markanter, das Platzbild prägender Renaissancebau), die Kurie Maßbach (heute Hof Maßbach), die Kurie Uissigheim, die Kurie Weinsberg (auch Palais Thüngen) und die Kurie Rannenberg (Hausanschrift Hofstraße, ehemalige Städtische Galerie, schließt mit Garten an).

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Platz ist benannt nach Julius August Kardinal Döpfner (* 26. August 1913 in Hausen bei Bad Kissingen; † 24. Juli 1976 in München), ehemals 85. Bischof von Würzburg und Berlin sowie Erzbischof von München und Freising. [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bischof Matthias Ehrenfried musste es sich gefallen lassen, dass die Sturmabteilung (SA) ihre Unterkunft unmittelbar gegenüber dem bischöflichen Palais (Hof Conti) bezog. Quartiermacherin war die ledige Freiin Margarethe von Thüngen, die der SA später ihr Palais Thüngen (Ehemalige Kurie Weinsberg)(„Braunes Haus“) übereignete, um als „Mutter der SA“ in die Parteigeschichte einzugehen.

Am 7. April 1934 stürmte eine von zivilgekleideten SA- und HJ-Führern angeführte, fanatisierte Menge das bischöfliche Palais und zertrümmerte unter Absingen des Horst-Wessel-Liedes das Portal. Bischof Matthias Ehrenfried musste sich anpöbeln lassen, unter anderem mit dem Sprechchor „Er muss nach Dachau!“. Auch am 28. April 1934 und ein weiteres Mal 1938 stürmten Demonstranten das Palais. [2]

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

  • Große Teile des Platzes sind kostenpflichtiger Parkplatz (Parkscheinautomat).
  • Vereinzelt ist er mit Bäumen bepflanzt, im Südosten schließt er an den Garten der Kurie Rannenberg an.
  • Südlich der Kurie Maßbach befindet sich in der Straße noch ein historischer Straßenablauf aus dem 19. Jahrhundert. Durch den Muschelkalk-Spalt floss früher das Regenwasser in die darunter befindliche öffentliche Kanalisation. Heute werden solche Straßenabläufe in der Regel aus Gusseisen hergestellt.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Thedor Spiegel, Vergolder- Restaurierungswerkstätte (Kardinal-Döpfner-Platz 5) [1]

Sonstige Einrichtungen[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Spiegelstraße
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Dom


Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung 1977. Verlag Universitätsdruckerei H. Stürtz AG, Würzburg 1976, S. II - 101
  2. Bruno Fries, Paul Pagel, Christian Roedig, Kurt Scheidenberger: Würzburg im Dritten Reich. Selbstverlag der Autoren, Würzburg 1983, S. 44
  3. Beratungsstellen auf wuerzburg.de

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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