Georg-Häfner-Kapelle (Würzburg)

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Georg Häfner, Gemälde von Helmut Booz im Hauptraum der Kapelle

Die Georg-Häfner-Kapelle ist die Hauskapelle der beiden Domherrnhäuser auf dem Areal des ehemaligen Domherrnhofes Weinsberg am Kardinal-Döpfner-Platz 8.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit den beiden Domherrnhäuser, die zu Beginn der 1960er Jahre am Kardinal-Döpfner-Platz errichtet wurden, wurde auch eine Hauskapelle nach dem Plan von Diözesan- und Dombaumeister Hans Schädel gebaut, die Weihbischof Alfons Kempf 1963 weihte. Einem Hauptraum, dessen Grundriss von einer Parabel bestimmt ist, wurde zu seinen beiden Seiten je eine Nebenkapelle zugeordnet, so dass insgesamt mit den jeweiligen Altären drei Zelebrationsmöglichkeiten entstanden. Diese Konzeption erklärt sich von daher, dass zur Erbauungszeit die Konzelebration [1] noch nicht ausgeübt wurde. Die Fenster erhielten eine Farbverglasung von Friedrich May. Die anderen künstlerischen Werke, u.a. das Wandkreuz und der Kreuzweg wie auch zwei Steinreliefs des Apostels Andreas und Mariens, schuf Otto Sonnleitner.

Durch die mittlerweile gefeierte Konzelebration wie auch dadurch, dass Domkapitulare anderen Orts Gottesdienste übernehmen, vor diese Kapelle mit ihren drei Altären ihre ursprüngliche Bestimmung. Die notwendige Renovierung der beiden Kapitelshäuser nach über 50 Jahren seit ihrer Erbauung zog auch eine Erneuerung der Hauskapelle nach sich. Dabei ging es nicht allein um eine bauliche Aufgabe, sondern auch um eine neue inhaltliche Bestimmung des Kapellenraumes. Das Domkapitel beschloss die Kapelle auch dem besonderen Gedenken des Märtyrers Georg Häfner zu widmen. Im Jahre 2016 erfuhr die Kapelle unter Einbeziehung der Erstausstattung eine von Domkapitular Jürgen Lenssen entworfene Neugestaltung, sondern auch eine neue Bestimmung. Am 11. Juli 2016 wurde der neue Altar im Hauptraum von Dompropst Weihbischof Ulrich Boom gesegnet.

Innenraum[Bearbeiten]

Um sowohl dem Domkapitel als Hausherrn, als auch dem Gedenken an den Seligen Georg Häfner Rechnung zu tragen, sind die drei Raumteile inhaltlich geprägt. Die dem Hauptraum östlich angegliederte ehemalige Seitenkapelle ist als Eingangsraum der Erinnerung an den Apostel Andreas gewidmet, der bis 1967 Patron des Kiliansdoms war und von daher, neben dem Heiligen Kilian, noch Patron des Domkapitels ist. An der Stirnseite fand unter Verzicht eines Altares eine in Bronze ausgeführte Darstellung des Martyriums des hl. Andreas ihren Platz, links davor ist auf einer schlanken Stele die Andreasreliquie des Kiliansdoms in ihrer byzantinischen Fassung um 1200 präsentiert. An der dem Eingang gegenüberliegenden Wand wurde die beiden Steinreliefs des hl. Andreas und Mariens aufgehängt.

Das Gedenken des Martyriums des hl. Andreas findet im anschließenden Hauptraum seine Aktualisierung durch den Verweis auf Georg Häfner mit der Darstellung des Märtyrers in einem großen Gemälde, das Helmut Booz [2] für dessen Seligsprechung Kiliansdom geschaffen hat. Vom Beginn der östlichen Seitenwand bis zum weißen Bildumfeld gegenüber ist die Wandfläche in der Farbsymbolik des Märtyrerzeugnisses rot gestrichen. Das von Otto Sonnleitner in Bronze geschaffene Kreuz, das früher in der Krümmung der Raumparabel hing, steht nun freistehend im Raum. In der Krümmung der Raumparabel stehen Altar und Ambo, ausgeführt in Stahl und blattvergoldeten Teilen. Die Gestaltung des Altares, des Ambos und der Stele für das Kreuz greift die den Raum bestimmende Form der Parabel auf.

Der anschließende westliche Raumteil ist dem Gedenken Georg Häfners gewidmet. Präsentiert werden an der linken und rechten Wand Faksimile von Briefen des Seligen aus dem Gefängnis und aus dem Konzentrationslager Dachau sowie die päpstliche Erhebung des Märtyrers zum Seligen. In einer in ihrer Grundfläche zu groß erscheinenden Vitrine wird ein Brevierband Häfners präsentiert. Das Größenverhältnis der Vitrine zum Brevier will die Ohnmacht und Einsamkeit des Märtyrers im Umfeld eines Konzentrationslagers aufzeigen. An der Stirnwand hängt ein Gemälde von Jacques Gassmann, das den Propheten Elias am Karmel in seiner Auseinandersetzung mit dem Baalskult thematisiert, ein Verweis auf die Frömmigkeit Häfners, die von der Spiritualität des Karmels geprägt war.

An der gemeinsamen rückwärtigen Stirnwand der Einzelräume findet sich der als durchgehendes Band in Steinplatten von Otto Sonnleitner geschaffene Kreuzweg.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Kapelle ist nicht öffentlich. Der Zugang kann auf Anfrage beim Domkapitel gewährt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Jürgen Lenssen: Materialisierte Botschaft: Die Georg-Häfner-Kapelle am Kardinal-Döpfner-Platz. in: „HinBlick“ - Aktuelles aus den Museen der Diözese Würzburg, Ausgabe 40, Oktober bis Dezember 2016, S. 4

Erläuterungen und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Konzelebration (von lat. con „zusammen“ und celebrare „feiern“) bezeichnet die gemeinsame Feier der Liturgie durch einen Hauptzelebranten mit weiteren Zelebranten. Nähere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Main-Post: „Helmut Booz: Sechs Jahrzehnte Künstlerleben“ (14. März 2014)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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