St. Michael (Oberzell)

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Klosterkirche St. Michael

Die Klosterkirche St. Michael ist heute das geistige Zentrum des Klosters der Oberzeller Franziskanerinnen.

Geschichte

Die Gründung des Klosters geht auf das Jahr 1128 zurück. Zwischen 1803 im Rahmen der Säkularisation und 1903 mit Wiedergründung des Klosters durch die Franziskanerinnen war die Klosterkirche profaniert. 1817 erwarben dann Friedrich Koenig und Andreas Friedrich Bauer die Gebäude und gründeten hier ihre Druckmaschinenfabrik. Im Dienste der Produktion wurde die Kirche zur Lagerhalle umfunktioniert, im Chorraum stand eine Dampfmaschine. 1838 riss man Chor, Querhaus und Türme ab und zog zwei Decken in das Langhaus ein. Als Koenig & Bauer 1901 ihre Produktion auf das andere Mainufer verlagerten, erwarben die „Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu“ das Gelände. Die Wiederherstellung der Kirche begann am 27. August 1903 und konnte bereits am 28. Juli 1905 wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen.

Patrozinium

Die Kirche ist dem Erzengel Michael geweiht. Michael war der Überlieferung des ersten Buches Mose nach der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb und den Lebensbaum bewachte. Patrozinium ist am 29. September.

Baubeschreibung

Der Kirchenbau ist eine dreischiffige Säulenbasilika mit Ostquerschiff und zwei Chortürmen. Die westlich gelegene Vorhalle stammt im Kern aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert. Die vorgeblendete barocke Westfassade wurde 1696 auf Geheiß von Abt Gottfried Hammerich in römischem Barock errichtet. Chor und Chortürme wurden nach 1901 wieder errichtet.

Kunstwerk

Das Altarbild des linken Seitenaltars birgt eine hochwertige verkleinerte Kopie des Gemäldes der „Madonna von Foligno“, das 1512 der italienische Renaissance-Maler Raffael, eigentlich Raffaello Sanzio da Urbino (1483-1520), für die Basilika Santa Maria in Aracoeli in Rom auf Geheiß von Papst Julius II. anfertigte. Dargestellt ist die auf Wolken thronende Muttergottes, die ihr Kind auf dem Arm trägt. Hinter ihr eine Sonnenscheibe, die von einem Kranz von Engelsgestalten umgeben ist. Zu Füßen Mariens finden sich auf der linken Seite Johannes der Täufer und der heilige Franziskus. Auf der rechten Seite des Kunstwerks sind der heilige Hieronymus zu sehen und Sigismondo dei Conti, der das Original-Gemälde in Auftrag gab. Im Hintergrund dargestellt ist eine Lichterscheinung. Sie spielt, wie Kunsthistoriker vermuten, auf den Einschlag eine Blitzes oder Meteoriten an, den der Auftraggeber unverletzt überstanden hat. Seinen Namen verdankt das Gemälde dem Umstand, dass es 1564, nachdem die Apsis der römischen Basilika zerstört worden war, von der Nichte dei Contis nach Foligno in Umbrien verbracht wurde und einen neuen Platz in der dortigen Kirche der heiligen Anna fand. 1797 wurde die Madonna im Zuge napoleonischer Beschlagnahmung nach Paris gebracht. Dort wurde in einem äußert komplizierten und schwierigen Verfahren die Ölfarbschicht von Holz auf Leinwand übertragen. 1815 wurde das Gemälde wieder in das Eigentum des Vatikans gegeben. Nach einer mündlichen Überlieferung sei die Kopie des berühmten Gemäldes um 1900 den Oberzeller Franziskanerinnen geschenkt worden.

Bildergalerie

Seelsorger (Auszug)

Siehe auch

Quellen

Weblinks

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