Wilhelm von Grumbach

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Wilhelm von Grumbach (zeitgenössische Darstellung)

Wilhelm von Grumbach (* 1. Juni 1503 in Rimpar; † 18. April 1567 in Gotha) war ein fränkischer Reichsritter.

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten]

Wilhelm entstammt der Rimparer Linie der Grumbach (Adelsgeschlecht). Seine Eltern waren Conrad von Grumbach und Eva von Grumbach, geb. von Schwaigern. Er heiratete 1523 Anna von Hutten, Tochter des Hans von Hutten zu Frankenberg und der Barbara, geb. von Wallenfels zu Katschenreuth. Das Ehepaar hatte 8 Kinder:

  • Elisabeth, † 1544
  • Ursula, verh. 1541 mit Kaspar Zöllner von Hallburg
  • Margarethe, verh. mit Philipp Truchseß von Pommersfelden
  • Sophia, verh. mit Carl von Grumbach zu Estenfeld
  • Barbara, verh. mit Albrecht von Maßbach
  • Anna, † 1544
  • Amalia, verh. mit Martin Sützel von Mergentheim zu Balbach
  • Konrad von Grumbach, Hochfürstlich Würzburgischer Amtmann zu Karlstadt

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Wilhelm wurde zunächst am Hof des Fürstbischofs von Würzburg, Lorenz von Bibra erzogen. Einige Zeit verbrachte er am Hof vom Markgraf Kasimir von Brandenburg-Kulmbach in Bayreuth. Im Bauernkrieg 1524/1525 kämpfte er auf der Seite der Fürsten. Währenddessen ließ er seinen Schwager und Gegner, Florian Geyer, im Gramschatzer Wald erdolchen und ausrauben. 1538 war er brandenburg-kulmbacher Amtmann in Cadolzburg. Seitdem war er dem Markgrafen Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach freundschaftlich verbunden.

Unter Bischof Konrad III. von Bibra, seinem Verwandten, stand er als Hofmarschall und Amtmann 1540-1544 im Dienst des Würzburger Hochstifts. Kurz vor seinem Tod übergab ihm der Fürstbischof 10.000 Goldgulden als Geschenk, ohne die Zustimmung des Domkapitels eingeholt zu haben. Als nach dem Tod Konrads Melchior Zobel von Giebelstadt Fürstbischof wurde, forderte dieser das Geld von Grumbach zurück. Grumbach zahlte, aber die harmonische Beziehung zwischen Herrn und Vasall war zerstört. Grumbach wandte sich nun ganz dem Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach zu und trat 1550/51 als Statthalter in dessen Dienste.

Wilhelms Widersacher Melchior Zobel[Bearbeiten]

Ein unrühmliches Ende fand sein Aufstieg, als der Markgraf durch den Kaiser geächtet und Grumbach als Friedensbrecher während des Zweiten Markgrafenkrieg bezeichnet wurde. Auf Veranlassung des Fürstbischofs Melchior Zobel von Giebelstadt wurden seine sämtlichen Güter konfisziert. Auch ein Versuch, sein Recht beim Kaiserlichen Reichskammergericht einzuklagen, scheiterte. Nach dem Tode seines Freundes Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach 1557 verbündete sich Grumbach mit Herzog Johann Friedrich dem Mittleren von Sachsen-Weimar. 1558 wurde der Fürstbischof Melchior auf dem Weg zur Festung Marienberg von einer Gruppe Bewaffneter überfallen und von einem Knecht des Wilhelm von Grumbach erschossen. Der Mord führte zu den sogenannten Grumbachschen Händeln. Wilhelm von Grumbach besetzte am 4. Oktober 1563 in Abwesenheit des neuen Bischofs Friedrich von Wirsberg die Stadt Würzburg und erzwang einen für ihn günstigen Vertrag vom Domkapitel. Daraufhin verhängte Kaiser Ferdinand I. am 13. Oktober 1563 die Reichsacht gegen Grumbach und beauftragte mit der Vollstreckung Kurfürst August von Sachsen. Grumbach floh 1564 zu dem ihm wohlgesonnenen Herzog Johann Friedrich dem Mittleren nach Gotha, der ihn auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht auslieferte.

Wilhelms Ende[Bearbeiten]

1567 nahm Kurfürst August Gotha ein. Wilhelm von Grumbach wurde gefangengenommen, zum Tode verurteilt und auf dem Marktplatz durch Vierteilung hingerichtet. Eine Metallplatte im Boden zeigt noch heute die Stelle an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]