Rheinbund

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flagge des Rheinbundes

Der Rheinbund existierte von seiner Gründung im Jahre 1806 bis zu seiner Auflösung 1813.

Vorgeschichte

Bereits 1253 existierte der Rheinischen Städtebundes, der ein reichsständiges und auch französisches Gegengewicht zum Kaiserhof bildete. Der nun geschaffene Rheinbund gilt als Wiedergänger dieses Bundes.

Geschichte

Rheinbund 1808

Als Reaktion auf ein Ultimatum Napoleons legte Kaiser Franz II. am 6. August 1806 die deutsche Kaiserwürde nieder und entband die Reichsstände von ihren Pflichten gegenüber dem Reich. Damit endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Durch den Frieden von Lunéville werden die Verhältnisse durch Napoleon, der die deutsche Fürstenkoalition besiegt hatte, neu geordnet. Nach der Annektion des Reichsgebietes links des Rheins durch Frankreich wurden die weltlichen Herrscher in der Säkularisation mit geistlichen Fürstentümern entschädigt. Das neu geschaffene Großherzogtum Würzburg trat am 25. September 1806 dem Rheinbund bei.

Bündniszweck

Nach der Rheinbundakte war die Ausgestaltung des Militärbündnisses in einen Staatenbund vorgesehen. Danach sollte der Rheinbund gemeinsame Verfassungsorgane erhalten. Dazu gehörte ein Bundestag unter Vorsitz des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg, ein oberstes Bundesgericht sowie als eine Art Verfassung das so genannte Fundamentalstatut. Geprägt wurde die Entwicklung insbesondere der Reformstaaten Bayern, Württemberg, Baden von Reformen und Veränderungen in zahlreichen Bereichen. In Bayern war Maximilian von Montgelas einer der Reformer, dessen Pläne und Umsetzungen teilweise bis in die heutige Zeit gelten, wie das Dienstrecht des Berufsbeamtentums und die Abschaffung der Patrimonialgerichte.

Ende des Rheinbundes

Das Ziel, den Rheinbund zu einem Bundesstaat mit gemeinsamen Verfassungsorganen auszubauen, scheiterte am Widerstand der größeren Mitgliedsstaaten wie Württemberg und Bayern. Faktisch blieb der Rheinbund im Wesentlichen ein Militärbündnis deutscher Staaten mit Frankreich und brach nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 zusammen.

Siehe auch

Quellen

  • Anton Chroust: Geschichte des Großherzogtums Würzburg (1806–1814). Die äußere Politik des Großherzogtums. Becker, Würzburg 1932 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte. 9. Reihe: Darstellungen aus der Fränkischen Geschichte 1, ISSN 0930-8342)

Weblinks