Propstei Heilsbronn

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Zugang zur ehemaligen Propstei Heilsbronn
Torbogenzugang zum Mönchshof

Die Propstei Heilsbronn in der Marktgemeinde Randersacker gehörte als Wirtschaftbetrieb zu gleichnamiger Zisterze bei Ansbach in Mittelfranken. Insgesamt verfügte das Kloster über vier Propsteien.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zisterzienserabtei Heilsbronn erwarb im Jahr 1189 einen Hof, „Vellethorum“ genannt, um eine Propstei zu errichten. Verkäufer war ein Kanonikus aus Würzburg namens Berno. Bischof Hermann I. von Lobdeburg bestätigte später den Kauf. Das Anwesen ist heute unter dem Namen Mönchshof bekannt. Die Propstei zeichnete verantwortlich für drei heilsbronnischen Kapellen in Randersacker, Sommerhausen und Würzburg. Im Laufe der Zeit wurden die Besitzungen der Propstei immer umfangreicher und wirtschaftlich bedeutender. So kauften 1323 die Heilsbronner Mönche vom Agnetenkloster in Würzburg zwei Morgen Weinberge am Altenberg.

Streitigkeiten[Bearbeiten]

Wie in Würzburg, Sommerhausen und Winterhausen, wurde das Kloster auch in Randersacker und in der Umgegend wegen seiner Errungenschaften angefeindet und angefochten, und zwar schon vor der Reformation. Bischof Lorenz von Bibra protestierte gegen den vom Kloster beanspruchten zollfreien Weintransport nach Heilsbronn und zog den Mönchshof zur Steuer an. Dagegen protestierte wiederum der heilsbronnische Propst Melchior in Randersacker und schrieb 1504 an seinen Abt, er möge ihm beim Disput mit dem Domkapitel Unterstützung gewähren.

Mit Beginn des Bauernkrieges plünderten und verwüsteten Aufrührer den Mönchshof und verbrannten die Zins- und Gültbücher in der Hoffnung, dadurch für immer von Zinsen und Abgaben frei zu werden. Der Krieg war kaum beendet, als Würzburg die Fehde gegen Heilsbronn wieder aufnahm. Der Bischof Melchior Zobel von Giebelstadt erklärte 1547, die Befreiungsurkunde des Bischofs Berthold II. von Sternberg von 1280 und die Bestätigungsurkunde des Erzbischofs von Mainz, worauf Heilsbronn sich berufe, seien widerrechtlich erschlichen worden. Zugleich befahl er dem Schultheiß in Randersacker, den Wein im Mönchshof in Beschlag zu nehmen und den Weintransport nach Heilsbronn nicht zu gestatten, bevor die verlangte Steuer bezahlt sei.

Ende des Klosters[Bearbeiten]

Nach der Reformation wurde die Zisterze 1578 aufgelöst und der Mönchshof kam mit den dazu gehörigen Gütern an die Markgrafschaft Ansbach, dann an Preußen und 1803 durch Tausch an König Maximilian I. Joseph von Bayern, deren Vögte die ehemals klösterlichen Besitzungen verwalteten. 1812 ersteigerte den Mönchshof Georg Adam Englerth, der damalige Wirt des Randersackerer Bären und Vater des Sebastian Englerth, der hier 1874 die erste Weinbauschule Frankens gründete. Die profanierte Thomas-Kapelle diente als Stallung, deren westlicher Eingang von einem Spitzbogen überragt wird, der die Jahrzahl 1487 trägt, dem Datum deren letzter Renovierung. 1880 kam der Mönchshof in den Besitz der Marktgemeinde Randersacker. Nach Weisung in Sebastian Englerths Testament richtete man dort, unter Leitung der Augsburger Schwestern, eine Kinderbewahranstalt ein.

Gebäudekomplex[Bearbeiten]

Der Hof wurde während der Klosterzeit in gutem baulichem Stande erhalten. Innerhalb der Hofmauern waren Stallungen, eine Scheune, ein Kelterhaus mit drei Keltern, die Thomaskapelle und das von den Pröbsten, später von den Vögten bewohnte Hauptgebäude, welches nur zwei Wohnzimmer und etliche Kammern mit sieben Betten enthielt.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Der Mönchshof beherbergt seit dem Weggang der Augsburger Schwestern in den 1970er Jahren das Gemeindezentrum des Marktes Randersacker der Sebastianskirche (Lindelbach) im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Würzburg im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, sowie das Steinhauermuseum, die Winzer- und die Fischerstube, sowie den Gemeindebauhof. Teile der Wirtschaftsgebäude nutzt heute das Weingut Brand (Randersacker). An die ehemalige Propstei erinnert heute noch die Klosterstraße in Randersacker.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Kempf, Randersacker und das Zisterzienserkloster Heilsbronn Onlinefassung

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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