Kohlenhof

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Kohlenhof 1925

Als Kohlenhof wurde eine Bahnanlage im südlichen Stadtbezirk Grombühl bezeichnet, die in erster Linie dem Umschlag von Brennstoffen - insbesondere Kohle - diente.

Lage

Das Gelände befand sich zwischen Grombühlstraße, Schweinfurter Straße (Europastern), Bahndamm und Kohlenhofstraße. Die heutige Kohlenhofstraße verband einst in Form einer Unterführung unter der Bahnstrecke die Grombühlstraße mit der Schweinfurter Straße.

Geschichte

Westliches Gelände des Kohlenhofs 1925. Die Unterführung gibt es heute nicht mehr.

Der Kohlenhof entstand um 1864 im Zusammenhang mit dem Hauptbahnhof (nicht: Ludwigsbahnhof). Bereits in zwei Stadtplänen von 1894 werden die Gleise detailliert abgebildet und das Areal als Kohlenhof bezeichnet. Aus den Stadtplänen und einem alten Gleisplan geht hervor, dass die Gleise anfangs sternförmig um eine kleine Drehscheibe angeordnet waren. Insgesamt gab es am Kohlenhof drei kleine Drehscheiben zum horizontalen Drehen von Loks bzw. Waggons. Ein Stichgleis querte die Schweinfurter Straße und führte zu den Firmen Buchner und Noell. Das Stichgleis endete in den 1950er Jahren etwa an der Aumühlstraße (heute Nürnberger Straße). Am Kohlenhof gab es Verladerampen für Kohlenhandlungen. Hier befand sich außerdem die Reichsbahn-Hausbrand-Versorgung, die wiederum die Versorgung der Reichsbahnbediensteten mit Brennstoff zur Aufgabe hatte. [1]

Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Gleisanlagen auf dem Kohlenhof-Areal mehrfach umstrukturiert. So entfiel die sternförmige Anordnung der Gleise zu Gunsten parallel liegender Stichgleise. Mit dem Bedeutungsverlust von Kohle und Holz als Brennstoff fand auch das rege Treiben am Kohlenhof sein Ende. Zuletzt wurden die Gleise temporär noch als Abstellgleise genutzt. Um 2005 erfolgte der Rückbau der Gleise. [2] [3] Um 2014 wurde ein Großteil des Gleisbetts zu Gunsten von Parkplätzen überbaut.

Heutige Situation

Wo früher Kohle verladen wurde, werden heute unter anderem die Muskeln trainiert: Die Fitnessstudio-Kette McFIT hat sich in der zentralen Halle niedergelassen. Auch das Sozialkaufhaus Brauchbar hat hier eine dauerhafte Bleibe gefunden. Von der einstigen Bahnanlage zeugen heute nur noch rudimentäre Gleisreste (an der Zufahrt Grombühlstraße und vor dem Sozialkaufhaus) sowie ein Prellbock (an der Verladerampe des Sozialkaufhauses) und ein verlassenes Betriebsgebäude in der Südostecke. Der einstige Gleisanschluss im westlichen Gelände endet heute an einem Prellbock.

Bildergalerie

Siehe auch

Literatur

  • Heinrich, Peter; Schülke, Hans: Bahnknotenpunkt Würzburg. Das große Bahnbetriebswerk in Unterfranken. Freiburg (EK-Verlag), 1990.
  • Helmut Försch in: Meine Jugend in Würzburg. Hrsg. v. Roland Flade, Main-Post-Buch, Würzburg 2000, S. 81 f.

Weblinks

Einzelnachweise

Kartenausschnitt

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