Hof Heidenheim

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Hof Heidenheim an der Franziskanergasse im Jahre 1945

Der Hof Heidenheim war ein Gebäude in der Würzburger Altstadt.

Lage

Der Hof lag zwischen den heutigen Anschriften Franziskanergasse 14 und Ursulinergasse 17. Die alte Bezeichnung war III. Distrikt Nr. 360 und 362. [1]

Namensgeber

Namensgeber des Hofes war der ehemalige Würzburger Ratsherr und Bürgermeister Eckehard von Heidenheim, der den Hof um 1269 von der Ministerialenfamilie Hunkelin übernahm, die den Hof von dem Reichs- und Gaugrafen von Truhendingen um die Mitte des 12. Jahrhunderts als Geschenk erhalten hatten.

Geschichte

Siegfried von Truhendingen war 1130 Dompropst in Würzburg. Um 1415 wurde der Hof von der Katharina Suppan, einer der Geliebten des Bischofs Johann II. von Brunn und von deren Mann, Hans Suppan, bewohnt. Das Anwesen wechselte einige Male seinen Besitzer. So besaßen es nacheinander mehrere Domherrn, dann um die Mitte des 18. Jahrhunderts das Jesuitenkolleg, dieses tauschte ihn 1779 um den Pfauenhof (Domerschulstraße 25) an das Kollegiatstift Haug. Nach der Säkularisation kam der Hof an das Königreich Bayern, das dort das Rentamt unterbrachte. An 22. Januar 1829 wurde das Anwesen an die Herren Lippmann veräußerte. Einige Zeit war der Hof im Besitze der Tabakfabrik Schürer. Einige Jahre hieß der Hof das Hauerhaus (nach dem Besitzer, dem Kaminkehrermeister Gottfried Hauer).

Das Hinterhaus des Hofes war ab 3. August 1877 das erste angemietete Domizil der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt.

Beschreibung

Der Hof bestand aus einer großen Anlage zu vier Flügeln um einen Innenhof. In den Innenhof des altertümlichen Komplexes führten zwei romanische Tore. Das Tor an der Franziskanergasse öffnete sich in einem mächtigen halbrunden Bogen, wobei der Fuß des Halbkreises fast auf dem Boden aufsaß. Das Gewände war zweimal gestuft. Das ebenso mächtige Tor in der Ursulinengasse bestand aus einem unprofilierten Bogen auf kurzen Pfeilern.

Über den beiden Toranlagen sah man Steintafeln mit Wappen des Dompropstes Franz Ludwig Faust von Stromberg, an der Franziskanergasse mit der Jahreszahl 1663. Im Innern des Hofes zeigte ein Fensterfries die Jahreszahl 1624. Am Westflügel führte im Innenhof ein Barockportal mit dem Wappen des Domdechanten Georg von Stadion in die dortigen Innenräume. Die Haustüre im Nordflügel, die in ein nachgotisches Treppenhaus führte, war bekrönt mit dem Wappen eines Domherrn aus der Familie von Stein.

Heutige Nutzung

Die Vierflügelanlage, hinter dem Rebstock gelegen, war beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 ausgebrannt, sie war jedoch wieder hergestellt worden, so dass sich das romanische Tor und die Barockpforte von 1663 noch an ihrem ursprünglichen Ort befanden. Der wohl am besten erhaltene mittelalterliche Hof Würzburgs musste 1967 einem Parkhaus weichen.

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kartenausschnitt

Ehemaliger Standort
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