Jesuiten

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JESUITEN IHS

Die Jesuiten sind Mitglieder der katholischen Ordensgemeinschaft Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, Ordenskürzel: SJ), die am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründet wurde.

Besonderheit des Ordens[Bearbeiten]

Die Ordensmitglieder tragen weder Ordenskleidung, wie einen Habit, noch haben sie regelmäßige gemeinsame Chorgebetszeiten. Sie leben nicht in Klöstern, sondern in Kommunitäten ohne Klausur zusammen. Grundlage ihrer Ausbildung ist meist nicht nur ein Theologiestudium, sondern auch ein gleichwertiges Zweitstudium beispielsweise in Naturwissenschaften.

Geschichte der Jesuiten in Würzburg[Bearbeiten]

Fürstbischof Friedrich von Wirsberg berief 1561 die ersten Jesuiten nach Würzburg, wo sie das ehemalige Agnetenkloster der Klarissen übernahmen. In Verbindung mit der Errichtung eines Jesuitenkollegs gelang es dem Fürstbischof, das 1561 von ihm begründete Pädagogium 1567 als Vorläufer des Wirsberg-Gymnasiums zu verwirklichen. [1] Unter Petrus Canisius kamen die ersten 18 Jesuiten am 23. Oktober 1567 nach Würzburg. Bis 1773, als der Orden aufgehoben wurde, unterhielten die Jesuiten das durch eine Studienordnung aus dem Jahr 1599 geregelte Jesuitenkolleg im heutigen Priesterseminar. Nach der Wiederzulassung im 19. Jahrhundert waren die Jesuiten lange Zeit in Aschaffenburg tätig, wo sie bis in die 1960er Jahre ein Studienseminar leiteten. In Würzburg wirkten sie wieder seit Mitte des 20. Jahrhunderts und übernahmen vor allem Aufgaben in der Priesterausbildung und später in der Hochschulseelsorge.

Heutige Aufgaben[Bearbeiten]

Hauptaufgaben sind in Würzburg die Studentenseelsorge und die Jugendarbeit. Aufgrund des mangelnden Ordensnachwuchses musste 2008 das Engagement der Jesuiten in der Katholischen Hochschulgemeinde, als geistliche Leiter der „Jugendverbände der Gemeinschaft Christlichen Lebens“ (J-GCL) sowie als Mitarbeiter im „Referat Geistliches Leben“, wie auch Tätigkeiten an der Universität Würzburg enden.

Kontakt[Bearbeiten]

Jesuitenkommunität
Wolframstraße 1
97070 Würzburg

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Biogramme zum Lehrpersonal der Theologischen Fakultät Würzburg, Zweiter Band, Teil 1
  • Das Jesuitenkolleg zu Würzburg 1564-1773. In: Georg Link: Klosterbuch der Diöcese Würzburg. Band II., Würzburg, 1876. (franconica)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Ralf Vollmuth und Gundolf Keil: Beständigkeit und Fortschritt: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ein Beitrag zur Erstgründung der Universität Würzburg vor 600 Jahren. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 22 (2003), S. 7-20; S. 10