Friedhof Burggrumbach

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Blick über den Burggrumbacher Friedhof
Blick über den Burggrumbacher Friedhof

Der Friedhof Burggrumbach ist die Begräbnisstätte des Unterpleichfelder Ortsteils Burggrumbach im nördlichen Landkreis Würzburg.

Lage[Bearbeiten]

Der Friedhof befindet sich an der südlichen Seite beim Übergang der Ritterstraße in die Burggrumbacher Straße (auch Kreisstraße WÜ 3).

Der alte Friedhof befand sich auf dem Gelände um die katholische Pfarrkirche St. Martin. Dort sind noch Gräber unter dem Umgebungspflaster. Eine Umbettung in den neuen Friedhof hat anscheinend nicht stattgefunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Verlegung der Burggrumbacher Begräbnisstätte an den Rand des Dorfes - und damit das Aufgeben des Kirchhofes - fand ihren Höhepunkt in der Weimarer Republik. Es etablierte sich der standardisierte Reformfriedhof unter kommunaler Aufsicht.

Der Friedhof in Burggrumbach wurde im Jahre 1929 auf dem gemeindlichen Acker von 0,319 ha angelegt. Dies ist auch in einem Gedenkstein in der Friedhofsmauer neben dem Haupteingang festgehalten. Das erste Begräbnis fand im Januar 1930 statt. Im Dezember 1933 übernahm Pfarrer Johann Rößer die Pfarrei in Burggrumbach. Um den neuen Friedhof zu verschönern bzw. attraktiver zu gestalten, hatte er die Idee, einen Kreuzweg mit 14 Stationen längs der inneren Friedhofsmauer zu errichten. Geplant waren Reliefs aus Kehlheimer Kalkstein mit einer Umrrahmung aus Gänheimer Sandstein sowie einer Überdachung aus engobierten Schablonenziegel, eingebunden in die innere Umfassungsmauer. Pfarrer Rößer wollte die Gesamtkosten von 4.396,- Mark mittels Spenden aufbringen; ein Vorhaben, das die braunen Machthaber der Nazidiktatur in der Regel (über die baupolizeiliche Genehmigung) zu verhindern wussten. Spenden sollten ausschließlich der NSDAP und ihrer Bewegung zu gute kommen. Bürgermeister Stumpf konnte dem Gemeinderat am 21. Oktober 1936 einen Beschluss abringen, dass die Gemeinde mit der Errichtung eines Kreuzweges einverstanden wäre, wenn ihr hierdurch keine Kosten entstehen würden.

Im Bezirksamt Würzburg, der vorgesetzten Behörde, konnte man sich die Umsetzung des Vorhabens nicht vorstellen, 4.396,- Mark über Spenden einzubringen. Nach einigen Schikanen über Planungsänderungen genehmigte man schließlich doch den Kreuzweg. Die Spendenaktion lief an und am 7. November 1938 hatte man 4.210,60 Mark eingenommen. Die Kosten konnten damit fast vollständig gedeckt werden. Mit dem Entwurf und der Ausführung der Kreuzwegstationen wurde der Stein- und Kunstbildhauer Josef Hofmann aus Versbach beauftragt. So wurde am Dreifaltigkeitstag, dem 12. Juni 1939, der neue Kreuzweg durch einen Pater des Franziskanerklosters Würzburg feierlich eingeweiht werden.

Im Oktober 1971 weihte Pfarrer Strak (1954-1974) das Leichenhaus ein. Die künstlerische Ausgestaltung führte der Würzburger Grafiker Paul Ritzau aus.

1998 machte man sich daran, die zu mächtig gewordene Bepflanzung aus Zypressen, Linden, Trauerweiden und Birken zu roden. An ihrer Stelle wurden neue Bäume (Kugelahorne) eingepflanzt.

Auch die Kreuzwegstationen waren nach gut 60 Jahren durch die Witterungseinflüsse renovierungsbedürftig geworden. Die Kirchenverwaltung, in der Person von Josef Oppmann, brachte daher 1997 den Vorschlag ein, die Kreuzwegstationen grundlegend zu sanieren. Die eingeholten Kostenvoranschläge beliefen sich auf 55.000,- DM. Wie schon bei der Erstellung des Kreuzweges 1936 bis 1938 wurden alle Kosten durch Spendengelder finanziert. Im Sommer 1999 begann die Firma Josef Hofmann aus Versbach mit der Renovierung und schon im Oktober des selben Jahres waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Stationen erhielten eine neue Muschelkalkumrandung, die Schriften wurden nachgebessert und die Reliefs gesäubert, nachgearbeitet und soweit erforderlich restauriert. Pfarrer Hermann Emge konnte an Allerheiligen 1999 die in neuem Glanz erstrahlenden 14 Kreuzwegstationen einweihen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Friedhof ist von einer Bruchsteinmauer umgeben, an der ein Kreuzweg - vierzehn Stationen im Relief - in Steinblöcken aufgestellt ist, beginnend von links an der Ostmauer, der Süd- und Westmauer. Die Stationen des Kreuzweges sind im Relief aus Regensburger Schaumkalkstein dargestellt und wurden 1936 vom Versbacher Bildhauer Josef Hofmann gefertigt. Stifter waren 14 Familien aus Burggrumbach.

Das Friedhofskreuz stammt aus dem Jahre 1930. In der Sockelplatte stehen Priesternamen.

Eine Besonderheit auf dem Friedhof ist das Glöcklein der Leichenhalle. Bei Begräbnissen läutet es zum letzten Gruß des Verstorbenen. Das Leichenhaus mit Aussegnungshalle wurde 1971 erbaut und am 15. Oktober 1971 seiner Zweckbestimmung übergeben.

Für Urnenbestattungen sind 2009 Stelen aus Muschelkalk errichtet worden.

Bildergalerie[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Burggrumbach/Parkstraße


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Kulturgeschichtlicher Arbeitskreis Burggrumbach (Hrsg.): Im Wandel der Zeit ... Dorfentwicklung und Schulgeschichte (2). S. 21 ff.
  • Robert Roos: Unterpleichfeld und was dazu gehört im kirchlichen und historischen Bereich. Hrsg.: Gemeinde Unterpleichfeld, März 2015 (Stadtbücherei Würzburg Dem Unt)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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