St. Martin (Burggrumbach)

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Katholische Pfarrkirche St. Martin in Burggrumbach
Innenraum von St. Martin in Burggrumbach

Die katholische Pfarrkirche St. Martin im Unterpleichfelder Ortsteil Burggrumbach liegt mitten im Ort am Burggraben.

Patrozinium[Bearbeiten]

Der hl. Martin von Tours (* 316 / 317 in Szombathely, † 8. November 397 (?) in Candes-Saint-Martin) war Bischof von Tours und teilte der Legende nach seinen Mantel mit einem Bettler. Patrozinium ist am 11. November.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1324 ist eine Kirche unter dem Patronat der Grafen von Rieneck urkundlich gesichert. 1353 geht das Patronatsrecht an das Domkapitel in Würzburg über. 1376 ist erstmals das Martinspatrozinium und ein Pfarrer Konrad von Schnaterpach bezeugt. Der Vorgängerbau stand wohl unten im Dorf. Die heutige Chorturmkirche der katholischen Pfarrei St. Martin wurde zwischen 1602 und 1610 auf Geheiß von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn errichtet. Die Weihe des Kirchengebäudes mit reicher Innenausstattung erfolgte 1613 durch Weihbischof Eucharius Sang. 1676 ging das Präsentationsrecht zur Ernennung eines Pfarrers vom Domkapitel an den Bischof über. 1976 bis 1977 wurde das Gotteshaus im Norden durch einen modernen Langhausanbau erweitert. 1999 wurde die Kirche renoviert und der Altarraum neu gestaltet.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

„Ehem. Chorturmkirche, Saalbau mit eingezogenem Chor und Chorturm mit Spitzhelm, wohl 1602-08, bez. 1613, im Norden durch modernen Langhausanbau erweitert, 1976/77; mit Ausstattung. Ehem. Kirchhofbefestigung aus Bruchsteinmauerwerk, wohl 17. Jahrhundert.“

Innenraum[Bearbeiten]

Die Darstellung des Kirchenpatrons Martin von Tours stammt von Hofmaler Georg Franz Mika aus dem Jahr 1714. Die barocke Kanzel wurde in den Jahren 1715 bis 1720 erbaut.

Grabdenkmale und Epitaphe[Bearbeiten]

Im Innenraum befindent sich das Grabdenkmal der Anna von Grumbach, die im 5. Lebensjahr 1598 verstarb und ein Sandsteinepitaph der Anna Merklein, die 1627 verstarb.

Orgel[Bearbeiten]

Am 26. Mai 1983 beschloss die Kirchenverwaltung, den Auftrag für eine neue Orgel an die Firma Norbert Krieger, Orgelbau, Retzbach, zu vergeben. Die Bestellung erfolgte durch den Ortspfarrer Ludwig Ort am 28. Mai 1983. Die Orgel wurde auf der Empore der Kirche installiert. Es handelt sich um eine sogenannte mechanische Schleifladenorgel. Das bedeutet: Die Verbindung der Tasten hin zum Ventil, das dann die Luft in die Pfeifen lässt, funktioniert über Hölzchen, Winkel und Wellen. Im Gegensatz dazu die elektrische Schleifladenorgel: Elektrisch wird durch den Tastendruck ein Magnet betätigt, der dann Luft in die Pfeifen lässt, der Magnet macht auf oder zu.

Die Orgel ist dreiteilig, und zwar das Hauptwerk, das Rückpositiv, das auf der Emporenlehne aufgesetzt ist, und das Pedalwerk. Die insgesamt 1.042 Orgelpfeifen sind zum Teil im Hauptwerk und zum Teil im sogenannten Rückpositiv untergebracht. Die Orgelweihe fand am 4. November 1984 statt.

Die Orgel verfügt über 16 klingende Register, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt sind, und hat folgende Disposition:

I Hauptwerk C–g3
1. Prinzipal 8′
2. Rohrflöte 8′
3. Oktave 4′
4. Salizet 4′
5. Blockflöte 2′
6. Mixtur IV 1 1/3
7. Trompete 8′
II Positiv C–g3
8. Holzgedackt 8′
9. Flöte 4′
10. Nasat 2 2/3
11. Terz 1 3/5
12. Prinzipal 2′
13. Zymbel II 2/3
Tremulant
Pedal C–f1
14. Subbass 16′
15. Gedecktbass 8′
16. Choralbass 4′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: 1 freie Kombination, Trompete 8′ ab, Tutti

Bildergalerie[Bearbeiten]

Geläut[Bearbeiten]

Bereits zum Ersten Weltkrieg wurden die vorhandenen Glocken eingeschmolzen. 1928 schaffte die Pfarrei vier neue Glocken an, von denen drei im Zweiten Weltkrieg abgeholt und für Kriegszwecke verwendet wurden. Das heutige Geläut mit den drei Ersatzglocken wurde am 6. Januar 1949 durch Pfarrer Johann Rößer geweiht.

  • Marienglocke, Schlagton e, 1550 kg, Umschrift: Ave Maria
  • Martins- und Gefallenenglocke, Schlagton g' 840 kg, Umschrift: Ste. Martine, ora pro nobis
  • Armenseelenglocke, Schlagton c'', 503 kg, Umschrift: Requiem aeternam dona eis Domine, diese drei gegossen 1949 gegossen vom Bochumer Verein
  • Glocke mit Schlagton a', 398 kg, gegossen 1928 von Firma Otto, Bremen-Hemelingen

Pfarreisprengel[Bearbeiten]

Die Pfarrei St. Martin ist für die katholischen Christen der Gemeinde Burggrumbach, sowie die Seemühle und die Schlossmühle verantwortlich.

Seelsorger[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

PG Volkgottes Logo.jpg

Die Pfarrkirche St. Martin in Burggrumbach gehört zur Pfarreiengemeinschaft Volk Gottes an Pleichach und Main.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Unterpleichfeld, Nr. D-6-79-201-26
  • Günter Dusel und Martin Mais: 400 Jahre Pfarrkirche St. Martin Burggrumbach. Julius Echter und das konfessionelle Zeitalter. Hrsg.: Kulturgeschichtlicher Arbeitskreis Burggrumbach, Würzburg/Burggrumbach 2013 (Stadtbücherei Dkl 1 Bur)
  • Robert Roos: Unterpleichfeld und was dazu gehört im kirchlichen und historischen Bereich. Hrsg.: Gemeinde Unterpleichfeld, März 2015 (Stadtbücherei Würzburg Dem Unt)
  • Schautafel „Pfarrkirche St. Martin, Burggrumbach“ im Inneren der Kirche

Weblinks[Bearbeiten]

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