Fahrgastschiffe in Würzburg

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Fahrgastschiffe Ursula-Charlotte und Alte Liebe, vor 1966

Eine lange Tradition haben die Würzburger Fahrgastschiffe, die von der Anlegestelle am Alten Kranen aus auf dem Main verschiedene Orte im Landkreis Würzburg, darunter insbesondere Veitshöchheim, ansteuern.

Fahrgastschiffe

Gegenwärtig werden die in Würzburg eingesetzten Fahrgastschiffe (FGS) als Weiße Flotte bezeichnet.

Schiffsname Baujahr Passagiere Beschreibung
Alte Liebe 1959/1960 600 Die Alte Liebe ist 46 Meter lang und 7,10 Meter breit. Das Fahrgastschiff wurde in der Schiffswerft Johann Hupp in Eibelstadt gebaut und hatte 1960 den Stapellauf. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde es mehrfach umgebaut und vergrößert, so dass das heutige Erscheinungsbild deutlich vom einstigen Originalzustand abweicht. Umbauten erfolgten unter anderem 1966 und in den 1980er Jahren. Die Alte Liebe ist derzeit das größte in Würzburg eingesetzte Fahrgastschiff der Schiffstouristik Würzburg.
Astoria 1988 600 Die Astoria ist 51 Meter lang, 9 Meter breit und damit das größte in Würzburg im Einsatz befindliche Fahrgastschiff. Die Astoria wurde in der Schiffswerft Schmidt in Oberwinter gebaut, hat eine Leistung von zwei Mal 360 kW/485 PS und war zeitweise für bis zu 850 Fahrgäste ausgelegt. Momentan sind 600 Fahrgäste zugelassen. Das Fahrgastschiff kam in der Vergangenheit primär in Miltenberg zum Einsatz und fährt aktuell bis auf weiteres wieder in Würzburg für die Veitshöchheimer Personenschifffahrt.
Barbarossa 1970 400 Die Barbarossa ist 40 Meter lang und 8,10 Meter breit, der Tiefgang beträgt 1,30 Meter. Angetrieben wird das Schiff von zwei Dieselmotoren mit einer Leistung von je 300 PS. Es wurde in der Schiffswerft Johann Hupp (Lewandowski) in Eibelstadt gebaut und hatte 1970 den Stapellauf. Von 1970 bis 1992 war das Schiff unter dem Name „Roselinde“ in Miltenberg im Einsatz, dann kam es nach Würzburg. Die Barbarossa fährt für die Veitshöchheimer Personenschifffahrt.
Mozart II 1967 400 Die Mozart II ist 35 Meter lang, 6,10 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,20 Meter. Angetrieben wird das Schiff von einem Iveco SRP 100 mit einer Leistung von 258 kW. Unter dem Name „Bigge“ wurde es 1967 von der Lux-Werft in Mondorf fertiggestellt und fuhr zunächst auf dem Biggesee im Kreis Olpe. Hiervon zeugt noch der markante Bugeinstieg, der gegenwärtig nicht mehr genutzt wird. Anfang der 1980er Jahre kam das Fahrgastschiff nach Würzburg. Die Mozart II fährt für die Veitshöchheimer Personenschifffahrt.
Stadt Würzburg 1929 250 Die Stadt Würzburg ist 32 Meter lang und 6,50 Meter breit. Angetrieben wird das Schiff von einem Mercedes-Benz Dieselmotor mit einer Leistung von 280 PS. Als „Siebengebirge“ wurde das Schiff 1929 von der Schmidt-Werft in Oberkassel gebaut und fuhr zunächst auf dem Rhein. In den 1950er Jahren kam das Schiff nach Würzburg und wurde nach der Heimatstadt benannt. Die Stadt Würzburg ist derzeit das kleinste in Würzburg eingesetzte Fahrgastschiff und fährt für die Schiffstouristik Würzburg.

Ehemalige Fahrgastschiffe

Ehemals in Würzburg eingesetzte Fahrgastschiffe. Die nachfolgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Schiffsname Baujahr Passagiere Beschreibung
Fortuna 1960 200 Die Fortuna ist 26 Meter lang und 5,40 Meter breit. Das Fahrgastschiff wurde 1960 in der Schiffswerft Johann Hupp in Eibelstadt gebaut. In Würzburg war die Fortuna bis 2007 für die Veitshöchheimer Personenschifffahrt im Einsatz, aktuell fährt das Schiff in Budapest auf der Donau.
Germania 1958 200 Die Germania ist 27,74 Meter lang, 4,86 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,20 Meter. Das Fahrgastschiff war in der Nachkriegszeit in Würzburg im Einsatz und wurde anschließend nach Miltenberg überführt. Heute handelt es sich um ein schwimmendes Vereinsheim des Motor-Yacht-Club Wertheim e.V.
Max 1925 250 Der Max lief 1925 als „Düssel“ in Einstwarden/Holland vom Stapel und ging 1962 mit dem Schwesterschiff „Erft“ (in Würzburg dann „Moritz“) an die Fränkische Personenschiffahrt. Das Schiff wurde in den 1960er und 1970er Jahren mehrmals umgebaut und vergrößert. Heute heißt das 250 Personen fassende Fahrgastschiff „Neptun“ und ist in Ungarn auf der Donau unterwegs.
Moritz 1925 200 Der Moritz lief 1925 als „Erft“ in Einstwarden/Holland vom Stapel und ging 1962 mit dem Schwesterschiff „Düssel“ (in Würzburg dann „Max“) an die Fränkische Personenschiffahrt. Das Schiff wurde in den 1960er und 1970er Jahren mehrmals umgebaut und vergrößert. Der Name und Standort des Schiffes änderte sich mehrmals (Max, Wappen von Berching, Franken). Aktuell fährt das Schiff als „Danuvia“ in Ungarn auf der Donau.
Siegfried 1928 180 Der Siegfried zählte mit einer Länge von 25,37 Meter und einer Breite von 4,74 Meter zu den kleineren Würzburger Fahrgastschiffen. Das Schiff fuhr vor dem Zweiten Weltkrieg in Würzburg und Aschaffenburg. 1949 erfolgte eine Generalüberholung in einer Aschaffenburger Werft. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb das Schiff wohl bis Anfang der 1960er Jahre in Würzburg und wechselte danach mehrfach den Besitzer. 2011 wurde das Schiff verschrottet.
Trumpf Möglicherweise hieß das Fahrgastschiff Alte Liebe zeitweise Trumpf, da auf einigen historischen Abbildungen das Logo der Schokoladenfabrik Trumpf sichtbar ist.
Undine 1959 250 Die Undine hatte im Januar 1959 bei der Schiffswerft Neckermann & Hofmann in Würzburg ihre Kiellegung. Noch im selben Jahr fanden Stapellauf, Taufe und Jungfernfahrt statt. Bis zu 400 Personen fanden anfangs auf dem Fahrgastschiff Platz. Aktuell sind 250 Fahrgäste zugelassen. Die Undine ist 36,25 Meter lang, 7,60 Meter breit und schippert gegenwärtig bei Volkach an der Mainschleife.
Urquell unbekannt etwa 100 Über das kleine Fahrgastschiff gibt es nur wenig Informationen. Von der Dimension her war es etwas größer als die Personenfähre Kleinochsenfurt-Ochsenfurt. Das Schiff fuhr zwischen 1958 und 1966 für die Veitshöchheimer Personenschifffahrt.
Ursula-Charlotte 1930 120 Die Ursula-Charlotte war 20 Meter lang, 3,60 Meter breit und hatte einen Tiefgang von einen Meter. Das Schiff wurde um 1930 in Königswinter als „Adeline“ gebaut und kam 1958 nach Würzburg, wo es für die heutige Schiffstouristik Würzburg fuhr. Das Fahrgastschiff fasste 120 Passagiere und war bis in die 1980er Jahre in Würzburg im Einsatz. Über den weiteren Verbleib ist nichts bekannt.
Walküre 1927 bis zu 600 Die Walküre war 36 Meter lang, 6 Meter breit und hatte 200 PS. Sie fuhr vor dem Zweiten Weltkrieg in Aschaffenburg und Würzburg. Der Aufenthalt in Würzburg beschränkte sich wohl auf die späten 1930er Jahre. Zu Kriegsbeginn wurde das Schiff als Fähre zwischen Nidden und Memel auf dem Kurischen Haff eingesetzt. Über den weiteren Verbleib ist nichts bekannt.
Walküre 1957 250 Die Walküre ist 26,70 Meter lang, 4,85 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,10 Meter. Das Fahrgastschiff wurde von der Schiffswerft-Oberkassel Wilhelm Schmidt & Söhne KG in Beuel 1957 gebaut und fuhr zwischen 1975 und 1994 für die Veitshöchheimer Personenschifffahrt. Aktuell fährt das Schiff als „Santa Barbara“ auf dem Zwenkauer See. Mit der oben aufgeführten Walküre besteht lediglich namentlich eine Verbindung.
Wappen von Franken / Frankenland 1930er (?) 300 Das Fahrgastschiff Wappen von Franken (ab 1980: Frankenland) ist 30 Meter lang, 5,26 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,30 Meter. Angetrieben wird das Schiff von einem 300 PS MWM-Diesel. Das Schiff war zwischen 1966 und 2006 in Würzburg von der Würzburger Personenschiffahrt (heute: Schiffstouristik Würzburg) eingesetzt. Aktuell fährt das Schiff als „Phönix“ in Berlin.

Siehe auch

Quellen und Literatu r

  • Viele Informationen zu den Fahrgastschiffen stammen von der Onlineplattform Binnenschifferforum.de
  • Dieter Schubert: Deutsche Binnenfahrgastschiffe - Illustriertes Schiffsregister. Berlin, Welz, 2000.
  • Günter Benja: Personenschiffahrt in deutschen Gewässern - Vollständiges Verzeichnis aller Fahrgastschiffe und -dienste. Oldenburg/Hamburg, Stalling AG, 1975.
  • Walter M. Brod: Die Geschichte der Dampfboote „Würzburg“ und „Cornelius“. Ein Beitrag zur Personenschifffahrt auf dem Main 1841-1941. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst. Band 53, S. 165-192

Weblinks