Fürstbischöflich-würzburgische Armee

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Truppenfahne Rot-Würzburg

Die Fürstbischöflich-Würzburgische Armee war das stehende Heer des Hochstift Würzburg.

Regimentseinteilung

Truppenfahne Blau-Würzburg

Die fürstbischöfliche Armee verfügte über drei Infanterie-Regimenter zu Fuß:

Im 18. Jahrhundert kamen noch ein berittenes Dragoner- und Husaren-Regiment, eine Artilleriekompanie und ein Gardistenregiment hinzu. Vor und nach dem Siebenjährigen Krieg wurden Regimenter auch nach bedeutenden Fürstbischöfen oder verdienten Kommandeuren benannt.

Geschichte

Die Militäreinheit bestand bis zur Eingliederung in das Kurfürstentum Bayern 1803 und erneut von 1806 die Armee des Großherzogtum Würzburgs bis zu seiner Inkorporation in das Königreich Bayern 1814. Bereits vor dieser Zeit als stehendes Heer hatte Würzburg zeitweise bewaffnete Kontingente im Bedarfsfall aufgestellt. 1553 hatte es im Markgräflerkrieg 12 „Fahnen zu Fuß“ und 1476 „Pferde“ aufgestellt. Im Rahmen der katholischen Liga stellte es 1610 und 1619 jeweils ein Infanterieregiment. Nach dem Ende des Dreißigjähringen Krieges erhielten mit dem Westfälischen Frieden alle Landesherren das Recht auf eine eigene Armee und es entstanden die Regimenter Hutten, Eyb und Drachsdorff, das Kavallerieregiment hieß Bubenhoven.

Truppenvermietung

Die Fürstbischöfe vermieteten ihre landeseigenen Truppen im 18. Jahrhundert regelmäßig an den Kaiser und andere Mächte, die die Würzburgischen Truppen auf Zeit in die fremden Armeen integrierten und einem direkten Zugriff durch den Fürstbischof innerhalb dieses Zeitraums entzog. Die Anmietung von Hilfstruppen war im 17. und 18. Jahrhundert gängige Militärpraxis in Europa. Der Fürstbischof konnte dadurch die Unterhaltskosten deutlich senken und die Finanzen im Hochstift Würzburg konsolidieren. Im Siebenjährigen Krieg vermietete der Bischof die beiden Regimenter an den Kaiser. Die Infanterieregimenter „Rot-Würzburg“ stand beim Kaiserlichen Heer, „Blau-Würzburg“ bei der Reichsarmee. Das rote und das blaue Regiment unterstand ab 1758 erstmals dem gemeinsamen Kommando von Generalfeldwachtmeister Maximilian Wilhelm Siegmund von Stetten. Im Ersten Koalitionskrieg waren die Regimenter von 1792 bis 1796 im Einsatz.

Übergang zum Großherzogtum Würzburg

Nach 1803 erfolgte eine kurze Ruhephase und die erneute Aufstellung landeseigener Truppen als Großherzoglich-Würzburgisches Infanterie-Regiment ab 1806.

Unterkünfte

Im Stadtgebiet existierten drei Kasernen:

Die Kaserne in Kitzingen/Main in der heutigen Landwehrstraße wurde 1733 bis 1735 von Balthasar Neumann erbaut, und diente lediglich im Siebenjährigen Krieg als Militärunterkunft.

Siehe auch

Quellen

Weblinks