Pleichach

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Die Pleichach (Gewässerkennzahl DE: 24376) ist ein 32,4 Kilometer langes Fließgewässer der II. Ordnung. Im Würzburger Stadtgebiet wird der Bach auch Quellenbach bzw. Quellbach genannt.

Name[Bearbeiten]

Der Name setzt sich aus zwei althochdeutschen Wörtern zusammen:

  • Pleich leitet sich vom althochdeutschen Wort pleih (pleih > bleih > bleich) ab. Es steht somit für blass bzw. weiß, was möglicherweise ein Hinweis auf eine gute Wasserqualität sein könnte.
  • ach leitet sich vom althochdeutschen Wort aha für Wasser ab. Diese Endung taucht auch bei vielen anderen Fließgewässern auf, z.B. der Kürnach.

Der Fluss ist direkt wie indirekt Namensgeber für die Orte Oberpleichfeld, Unterpleichfeld, Mühlhausen und für die Würzburger Stadtteile Innere Pleich und Äußere Pleich. Auch die Pleichachschule verdankt ihren Name dem Bach.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Pleichach hat eine Länge von 32,4 km und ein Einzugsgebiet von 132 km². Von der Quelle bis zum Mündungsbereich überwindet der Bach eine Höhendifferenz von 163 Meter (Quellhöhe: 330 m ü. NN. - Mündungshöhe: 167 m ü. NN) und hat eine mittlere Jahrestemperatur zwischen 8,3 und 8,6 ° C (im Stadtbereich bis zu 9,4° C). Die Quelle befindet sich nördlich von Erbshausen-Sulzwiesen östlich des Gramschatzer Waldes in der Flur. Der Bach durchfließt im weiteren Verlauf die Orte Oberpleichfeld, Unterpleichfeld, Mühlhausen, Maidbronn, Rimpar und erreicht dann mit Versbach und Lindleinsmühle das Würzburger Stadtgebiet. Die Pleichach fließt im Bereich der Würzburger Altstadt zwischen Friedensbrücke und Heizkraftwerk am Main-Kilometer 251,5 in den Main. An der Mündung hat sie einen Bemessungsabfluss von 60 m³/s. Besonders im Bereich Würzburg führt die Pleichach dank einiger Zuflüsse ganzjährig Wasser.

Zuflüsse in die Pleichach[Bearbeiten]

Verdolung und Renaturierung[Bearbeiten]

In vielen Bereichen im Stadtgebiet ist die Pleichach heute verdolt (in Rohre verlegt) und somit als natürlicher Bach kaum noch wahrnehmbar. Zwischen Hauptbahnhof und Mündungsbereich verläuft die Pleichach beispielsweise in einem Kastengerinne komplett unterirdisch unter dem Ringpark hindurch. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte durch Kanalisierung und Verdolung mehr Platz für Wohnraum geschaffen und die Infrastruktur verbessert werden.

Die Bürgerinitiative Ringpark in Gefahr fordert unter dem Motto „Freiheit für die Pleichach“ eine weitgehende Freilegung der Pleichach und damit eine Aufwertung des Gewässers. Die Initiative startete dazu eine Ausstellung im Treffpunkt Architektur (Herrnstraße 3). [1] [2]

Im Zuge der Baumaßnahme Novum Dienstleistungszentrum und der Errichtung eines Studentenwohnheims am Hauptbahnhof ist die Renaturierung eines Teilbereichs der Pleichach geplant. Hierbei wird das gegenwärtige THW-Gelände einbezogen. [3]

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten]

Schloßmühle in Rimpar

Entlang der Pleichach befinden bzw. befanden sich zahlreiche Mühlen:

Mühlen im Landkreis[Bearbeiten]

Mühlen im Stadtgebiet[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bürgerinitiative Ringpark in Gefahr: „Freiheit für die Pleichach“
  2. Main-Post: „Pleichach: verrohrt und vergessen“ (27. Oktober 2011)
  3. Main-Post: „Der Bach bekommt ein neues Bett“ (17. November 2014)