Lindleinsmühle (Mühle)

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Mühlrad am Hochhaus Lindleinsmühle

Die Lindleinsmühle war eine unterschlächtige Wassermühle im Nord-Osten Würzburgs.

Lage[Bearbeiten]

Die Lindleinsmühle lag an der Pleichach mitten im heutigen Stadtteil gleichen Namens.

Namensgeber[Bearbeiten]

Die Mühle selbst hatte ihren Name von der Markung Lindlein, da in diesem Bereich der Pleichach viele Linden wuchsen. [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Müller der Lindleinsmühle ist 1574 namentlich bezeugt. Am 21. November 1721 erwarb das Bürgerspital den Mühlbetrieb. Dank günstiger Vermögensverhältnisse war die Stiftung in der Lage, ein Verkaufsangebot von Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn anzunehmen. 1813 erwarb der Hofbankier Jakob Joel von Hirsch die Mühle. 1815 kaufte Andreas Dereser, Eigentümer der „Ersten Würzburger Dampfziegelei“, das Areal an der Versbacher Landstraße [2]. Zwischen der Straubmühle und der Lindleinsmühle wurde von der Baufirma Buchner eine Ziegelei zur Ausbeutung der Lehmgruben am Schwarzenberg errichtet, die bis in die Mitte der 1950er Jahre in Betrieb war. Das Mühlengut wurde verpachtet und als Viehstallung verwendet.

Technische Ausstattung[Bearbeiten]

Um 1930 war das Wasserrad noch in Betrieb und diente zum Antrieb einer Schrotmühle und eines Dynamos zur Stromerzeugung. Genau wie die Aumühle, war auch die Lindleinsmühle ein beliebtes Ausflugsziel Alt-Würzburgs.

Heutige Zeugnisse[Bearbeiten]

Die einstige Mühle an der heutigen Schwabenstraße wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Am ehemaligen Standort der Mühle steht heute das Haus Lindleinsmühle: Es handelt sich dabei um ein Hochhaus mit 19 Geschossen und etwa 500 Bewohnern in 157 Wohnungen. Bis 1990 erinnerte noch ein in Originalgröße nachgebautes Wasserrad an der Schmalseite des Hochhauses an die Lindleinsmühle, seither befindet sich an der Fassade ein aufgemaltes Wasserrad.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Linus Dietz, Gustav-Walle-Schule (Hrsg.): Gustav-Walle-Schule 1967-2007. Zur Entwicklungsgeschichte des Würzburger Stadtteils Linleinsmühle. Würzburg 2007, S. 10.
  2. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 12 und 35 (Andreas Dereser, Ziegeleibesitzer: „Bohnesmühlgasse 14 1/2“ bzw. „Versbacherlandstrasse“)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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