Randersackerer Sonnenstuhl

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Randersackerer Sonnenstuhl
Randersackerer Sonnenstuhl, nördlicher Bereich
Randersackerer Sonnenstuhl, aufgenommen vom Main

Randersackerer Sonnenstuhl (kurz: Sonnenstuhl) ist eine Weinlage südlich von Randersacker auf Randersackerer Gemarkung.

Name[Bearbeiten]

Die ersten urkundlichen Erwähnungen der Weinlage gab es 1234 als „Rode“ [1] und 1240 mit der Bezeichnung „monte Rode adut/ad Randersacker“ (Rodberg bei Randersacker). Hiervon leitet sich auch die Bezeichnung Roth bzw. Roethe ab, wie sie beispielsweise im Urkataster (1808-1864) für den Rodberg verwendet wurde. Sonnenstuhl heißt die Lage heute, weil der Berg nach Süden und Südwesten hin - also zur Sonne - ausgerichtet ist und im Erscheinungsbild durch seine hohen Stützmauern an einen Stuhl erinnern soll.

Lage[Bearbeiten]

Der Weinberg beginnt im Süden Randersackers und erstreckt sich in leicht südöstliche Richtung oberhalb der Straße Am Sonnenstuhl bis zur Bundesautobahn 3. Ein kleines Teilstück befindet sich auch südlich der Autobahn. Ihre breiteste Ausdehnung hat die Weinlage oberhalb der Gebietswinzergenossenschaft (GWF) Randersacker. Im Süden schließt sich bei Lindelbach die Weinlage Randersackerer Dabug an.

Weinbau[Bearbeiten]

Der Sonnenstuhl zählt zu den besten Weinlagen Randersackers. Er umfasst die früheren Lagen Hohes Roth (auch als Röthe bezeichnet), Paradies und Rückersell. Eine Besonderheit ist, dass der Untergrund nahezu vollständig aus zerklüftetem Muschelkalk besteht und nur eine wenige Zentimeter starke Bodenauflage (toniger und sandiger Lehm) besitzt. Dadurch bilden die Weinreben gezwungenermaßen bis zu zehn Meter tiefe Wurzeln zur Wasseraufnahme und nehmen dabei Minerale aus dem Muschelkalk auf. Dies spiegelt sich im Aroma der Weine wieder. Der Randersackerer Sonnenstuhl hat eine Hangneigung von bis zu 50% (laut GWF bis zu 70%) und wird vor allem für Spitzenweine herangezogen.

Neben klassischen Weißweinen wie Silvaner, Riesling, Rieslaner und Weißburgunder werden auch Rotweine wie Früh- und Spätburgunder angebaut. Bewirtschaftet wird der Weinberg von Randersackerer Weingütern, dem Weingut am Stein und dem Weingut Reiss.

Aussichtspunkt[Bearbeiten]

Auf dem Berg befindet sich oberhalb der Weinlage der Sonnenstuhlturm (terroir f, Kartoffelturm, Adolf-Hitler-Turm).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C. Heffner und D. Reuß: Würzburg und seine Umgebungen, 1852; zit. aus: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 405b

Quellen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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