Siegmund Ruschkewitz

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Siegmund Ruschkewitz

Siegmund Ruschkewitz (* 6. Februar 1871 in Danzig; † vermutlich 17. Oktober 1940 im Mittelmeer vor Kreta) war Besitzer des gleichnamigen Kaufhauses in der Schönbornstraße 3.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Im Jahr 1898 heiratete er seine erste Ehefrau Johanna, geb. Lindemann, die jedoch bei der Geburt ihres dritten Kindes verstarb. 1905 ging Ruschkewitz mit Mina Metzger seine zweite Ehe ein. Diese gebar 1907 den vierten Sohn Hans.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Siegmund Ruschkewitz war seit 1898 in Würzburg ansässig. Noch im selben Jahr gründete er das Kaufhaus Ruschkewitz, das sich zunächst am Dominikanerplatz befand und später in der Schönbornstraße 3 aud dem Gelände der heutigen Galeria Kaufhof.

Als die Würzburger im Jahre 1914 die 100-jährige Zugehörigkeit Frankens zu Bayern mit einer Gartenschau feierten, fand Ruschkewitz Gefallen an dem Brunnen von Arthur Schleglmünig, den er schließlich kaufte und der Stadt Würzburg schenkte. Der Ruschkewitzbrunnen steht heute noch im Ringpark nahe dem Studentenhaus.

Im Zuge der „Arisierung“ jüdischer Firmen erwarb der Jungunternehmer Josef Neckermann 1935 von Siegmund Ruschkewitz dessen Textilkaufhaus in Würzburg sowie das Niedrigpreisgeschäft Merkur mit insgesamt 130 Angestellten sowie 60 Außendienstmitarbeitern. Der Kaufpreis lag weit unter Wert, doch vor dem Hintergrund der kurz zuvor erlassenen Nürnberger Gesetze blieb Ruschkewitz kaum eine andere Wahl, als am 25. Oktober 1935 seine Unterschrift unter den Kaufvertrag zu setzen.

Zusammen mit seiner Ehefrau zog Siegmund Ruschkewitz im Februar 1936 nach Berlin. Von dort aus versuchten sie nach Palästina zu emigrieren. Beide starben im Oktober bzw. November 1940 auf einem illegalen Flüchtlingsschiff, dem die Landung in Palästina verweigert wurde, an Typhus und wurden in Heraklion auf Kreta beerdigt.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Ihm zum Gedenken wurde am 28. Juni 2011 in der Schönbornstraße 3 ein Stolperstein verlegt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Roland Flade: Die Würzburger Juden. 2. Aufl., Stürtz-Verlag, Würzburg 1996, S. 212, 221f, 234, 327, 369f.

Weblinks[Bearbeiten]