Max Mandelbaum

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Max Mandelbaum, Apotheker

Max Mandelbaum (* 15. Mai 1888 in Aub; † 28. Februar 1884 in Vineland/Mew Jersey) war jüdischer Apotheker in Würzburg und emigrierte 1940 in die USA.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er besuchte die Volksschule Aub, danach sechs Jahre lang das Progymnasium in Uffenheim, ehe er eine damals noch übliche dreijährige Apothekerlehre in Marktbreit absolvierte. Nach dem Examen und kurzer Berufspraxis folgte das Studium der Pharmazie und Chemie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1911/1912 leistete er den Militärdienst als Einjährig-Freiwlliger in Würzburg. Max Mandelbaum arbeitete danach in verschiedenen Städten und im Ausland und war Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg.

Apotheker in Würzburg[Bearbeiten]

1919 übernahm er im Hof Oberndorf und Rabe in der Dominikanergasse 16 die Adler-Apotheke und stellte die Apothekenhelferin Gertrud Wohlleben (1904-1988) an. 1928 ließ er für sich und seine Familie die Villa Mandelbaum in der Rottendorfer Straße 26 errichten, heute Verbindungshaus der K.D.St.V. Gothia Würzburg. In der Zeit des Nationalsozialismus musste er zunächst seine homöopathischen Abteilung verkaufen, im Juli 1936 die komplette Apotheke. Durch eine folgenlose Denunziation im Februar 1936, wurde er in der Pogromnacht am 9. November 1938 in Schutzhaft genommen und am 6. Dezember des gleichen Jahres nach Vorlage eines Reisevisums für Peru auf dem KZ Buchenwald entlassen.

Emigration[Bearbeiten]

Im Februar 1939 emigrierte er zunächst nach Manchester/Großbritannien und fuhr 1940 auf dem Schiff "Georgic". von Liverpool nach New York. Die Villa erwarb unterdessen der mainfränkische Gauleiter Dr. Otto Hellmuth von der Stadt, die das Haus zuvor dem Apotheker abkaufte. Ob Hellmuth aber je die vereinbarte Kaufsumme an die Stadt übergeben hat, ist nicht bekannt. 1951 wurde Max Mandelbaum die Villa durch die 1. Wiedergutmachungskammer zurückerstattet. 1955 erwarb die Studentenverbindung Gothia das Haus von Mandelbaum, der sich seit seiner Zeit in Amerika Manders nannte.

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Er war Vorstandsmitglied im Apothekerverein Würzburg, Mitglied im Kuratorium der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt und Mitglied in der "Frankenloge". Politisch war er Mitglied der Deutschen Staatspartei und engagierte sich im Kulturbund Deutscher Juden.

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Seit seiner Studienzeit war er Mitglied der Studentenverbndung Burschenbund Wirceburgia bis zu deren Auflösung 1933.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Familienchronik der Familie Hans Horn
  • Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 368

Weblinks[Bearbeiten]