Kauzen-Bräu

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Kauzen-Bräu

Die Kauzen-Bräu GmbH & Co. KG in Ochsenfurt ist seit 1808 im Privatbesitz und eine mittelständische Brauerei. Der Bierausstoß beträgt ca. 65.000 Hektoliter jährlich.

Geschichte

1809 richtete Kilian Bauer im ehemaligen Burkardinischen Kastenhof eine Bierbrauerei ein. 1848 trat Johann Gehrig aus Herchsheim als Lehrling in den Betrieb Friedrich Ehemanns, dem Nachfolger von Kilian Bauer, ein, um hier das Handwerk des Bierbrauers zu erlernen. Nach Abschluss seiner Ausbildung im Jahre 1843 war Gehring einige Zeit als Geselle bei seinem Lehrherrn tätig, absolvierte 1848 in Würzburg die Meisterprüfung mit Erfolg und übernahm noch im selben Jahr, nach dem Tod Friedrich Ehemanns, pachtweise dessen Brauerei. Am 17. Mai 1865 ging das Unternehmen dann durch notariellen Kaufvertrag von Elisa Loos, der Witwe Ehemanns, die im Jahre 1849 den Buchhalter Friedrich Loos aus Hersbruck geheiratet hatte, endgültig an Johann Gehring über. Dieser übergab 1878 seinen Betrieb an seinen Sohn Heinrich, der bald nach der Übergabe umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen in Angriff nahm.

Die räumliche Enge des Betriebsgeländes in der Badgasse und der Vorteil eines erleichterten An- und Abtransports von Bier und Rohstoffen dürften Heinrich Gehring schließlich zu der Überlegung veranlasst haben, die Brauerei Schritt für Schritt aus der Ochsenfurter Altstadt heraus an ihren heutigen Standort zu verlegen. Den Anfang dazu machte er im Jahre 1892, als er an der Uffenheimer Straße neue Lagerkeller errichtete.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert war die Zeit der technischen Neuerungen, so auch im Brauereiwesen. Louis Pasteur entdeckte die Gärung, Carl von Linde begründete die moderne Kältetechnik, die die Herstellung von elektrischen Kühlanlagen ermöglichte. Auch elektrisches Licht war ein Novum. Zur Auslieferung des Bieres lösten Kraftwagen die Pferde ab. Im Frühjahr 1902 ließ Gehring den Kellerbauten ein Sudhaus und ein Maschinenhaus anfügen. Dass die Entscheidung der Betriebsverlagerung richtig war, sollte sich bereits am 6. März desselben Jahres erweisen, als bei einem Brand im Bereich des Kastenhofes, der auf dem Anwesen des Mehlhändlers Josef Öchsner ausgebrochen war, auch die benachbarte Brauerei in Mitleidenschaft gezogen wurde und neu aufgebaut werden musste.

1902 erwarb Heinrich Gehring im Hinblick auf eine Förderung des Absatzes seines Bieres die Ochsenfurter Gastwirtschaften „Zur Rose“ und „Zur Sonne“ mit einem benachbarten Anwesen und verpachtete das ihm bereits gehörende Gasthaus „Zum Frühlingsgarten“ an einen Interessenten aus Igersheim.

Ende 1918 übergaben Heinrich und Gretchen Gehring den erheblich erweiterten Familienbesitz in die Hände ihrer Söhne Hans und Karl. Die beiden neuen Firmenchefs steuerten das Unternehmen erfolgreich durch die stürmische Zeit der Inflation, Weltwirtschaftskrise und des Dritten Reichs und bauten den Betrieb weiter aus. Nach dem Tod seines Bruders Hans im Jahre 1936 wurde Karl Gehring Alleininhaber der Brauerei. Unter seiner Leitung erfolgte im Frühjahr 1940 der Neubau des Wohnhauses und der Lagerhallen sowie die Durchführung einiger Umbaumaßnahmen.

Der tragische Tod Karl Gehrings und seiner Ehefrau am 1. April 1945 war für die Firma ein schwerer Schlag. Nach der Einnahme Ochsenfurts durch amerikanische Besatzungstruppen stand der Betrieb, der im Juli 1945 an Cläre und Luise Gehring, die Töchter des Ehepaars übergegangen war, einige Zeit unter Treuhändlerschaft. 1950 heiratete Cläre Gehring den Diplomkaufmann Heinrich Pritzl, der noch im selben Jahr die Leitung der Brauerei übernahm. 1956 wurde das Unternehmen zur Erinnerung an das ehemals ganz in der Nähe stehenden Kapuzinerklosters in Klosterbrauerei Ochsenfurt Geschwister Gehring umbenannt. Seit 1975 trägt die Firma den Namen „Kauzenbräu Ochsenfurt GmbH & Co. KG“.

Namensgeber

Namensgeber ist das traditionelle silberne Trinkgefäß, der Ochsenfurter Kauz, den die Stadt Ochsenfurt hochgestellten Persönlichkeiten zum Willkommenstrunk reicht.

Biersorten

  • Kauzen Premium Pils
  • Kauzen Original 1809
  • Kauzen Helles Landbier
  • Käuzle
  • Käuzle Limette Ingwer
  • Käuzle Urhell
  • Kauzen Weißbier Hell
  • Kauzen Weißbier Dunkel
  • Kauzen Kellerbier
  • Kauzen Winterweiße
  • Kauzen Bock
  • Kauzen Natürliches Radler
  • Kauzen Noctuator - unfiltrierter Doppelbock
  • Kauzen Festbier

Kooperationen

Die Ochsenfurter Kauzen-Bräu ist seit dem 1. August 1972 Mitglied der Deutschen Brau-Kooperation und Gründungsmitglied des Bayerischen Brauerbundes. Außerdem gehört die Brauerei der 2006 gegründeten Initiative Die Freien Brauer an, einem Zusammenschluss unabhängiger Privatbrauereien in Europa und der Gemeinschaft Mainfranken-Bier, einem regionalen Zusammenschluss mittelständischer mainfränkischer Brauereien.

Whisky-Destille

Firmenchef Karl-Heinz Pritzl und sein Braumeister kamen 2011 auf die Idee, einen eigenen fränkischen Whisky herzustellen. Nach drei Jahren Reifezeit wurde er erstmals unter dem Markennamen Old Owl in Flaschen abgefüllt und verkostet.

Anschrift

Kauzen-Bräu GmbH & Co. KG
Uffenheimer Straße 17
97199 Ochsenfurt
Telefon: 09331 - 87 25-0

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

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