Joseph von Eichendorff

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Joseph Karl Bendedikt Freiherr von Eichendorff

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (* 10. März 1788 Schloss Lubowitz bei Ratibor, Oberschlesien; † 26. November 1857 Neiße, Oberschlesien) war Schriftsteller und Lyriker.

Leben und Wirken

Joseph wurde von 1793 bis 1801 zusammen mit seinem älteren Bruder Wilhelm von Pfarrer Bernhard Heinke zu Hause unterrichtet. Ab 1801 besuchten die beiden Brüder das Gymnasium in Breslau. Von 1805 bis 1806 studierte Eichendorff in Halle Jura und besuchte dabei auch philologische Vorlesungen. Im Mai 1807 fuhren die Brüder über Linz, Regensburg und Nürnberg nach Heidelberg zur Fortsetzung ihrer Studien. Im April 1808 unternahm Eichendorff eine Bildungsreise, die ihn über Straßburg nach Paris führte. Am 13. Mai 1808 reiste er von Heidelberg kommend über Würzburg nach Regensburg, von wo er mit dem Postschiff auf der Donau nach Wien fuhr. Im November 1809 fuhr Eichendorff mit seinem Bruder nach Berlin, wo er Privat-Vorlesungen von Johann Gottlieb Fichte hörte und u.a. mit Heinrich von Kleist zusammentraf. Im Sommer 1810 setzte er das Studium der Rechte in Wien fort und schloss es 1812 ab. Von 1813 bis 1815 nahm Eichendorff an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. Nachdem sich Eichendorff 1816 als Referendar in Breslau in den preußischen Staatsdienst begeben hatte, wurde er 1821 zum katholischen Kirchen- und Schulrat zu Danzig, 1824 zum Oberpräsidialrat zu Königsberg ernannt. Mit den Aufgaben in etlichen preußische Ministerien siedelte er 1831 nach Berlin. Nach seiner Ernennung zum Geheimen Regierungsrat 1841, wurde er nach einer schweren Lungenentzündung 1844 in den Ruhestand versetzt.

Literarisches Werk

Mit dem 12. November 1800 begannen seine Tagebuchaufzeichnungen und die Abfassung einer Naturgeschichte mit eigenen Illustrationen. Seine erste Veröffentlichung erschien unter dem Pseudonym „Florens“, es war der Abdruck einiger Gedichte in Asts „Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst“. Um diese Zeit begann er auch mit der Niederschrift der Märchennovelle Die Zauberei im Herbste. 1846 übersetzte er einige von Pedro Calderón de la Barcas religiösen Dramen. Von 1856 bis 1857 war er wieder schriftstellerisch tätig. In seinem letzten Lebensjahrzehnt beendete Eichendorff seine literarische Arbeit und betätigte sich statt dessen publizistisch. In dieser Zeit entstand auch seine „Geschichte der poetischen Literatur“.

Posthume Würdigung

Eichendorff-Plakette (Vorderseite)

Nach ihm ist die Eichendorff-Plakette benannt, sowie die Eichendorffstraße im Stadtteil Sanderau. Die ehemalige evangelische Schule in Heidingsfeld trug den Namen Eichendorff-Schule. Im Landkreis Würzburg erinnert in Ochsenfurt der Eichendorffweg und in Gerbrunn die Eichendorff-Volksschule an den Dichter.

Siehe auch

Weblinks