Hans Schneider

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Dr. Hans Schneider (3. Februar 1913 in Speyer, 9. September 1989 in Würzburg) war Journalist, Autor und Fremdenverkehrsdirektor in Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Geboren wurde Hans Schneider als Sohn des Gymnasiallehrers Dr. Peter Schneider 1913 in Speyer. In seinem sechsten Lebensjahr erfolgte der Umzug der Familie nach Würzburg, wo der Vater Oberstudiendirektor am Neuen Gymnasium wurde. Die Hochschulreife erwarb Hans Schneider am Realgymnasium (Siebold-Gymnasium). Es folgte ein Zeitungsvolontariat beim "Beobachter am Main" in Aschaffenburg. Ab 1934 studierte er in Würzburg, Frankfurt und München die Fächer Germanistik, Zeitungswissenschaft, Geschichte, Geographie, Psychologie, Musik- und Theaterwissenschaft.

Neben den Studien war er Mitarbeiter führender Zeitungen und des Rundfunks. U.a. berichtete er über das große Segelfliegertreffen in der Rhön (er war bereits als Junge begeisterter Anhänger des Segelflugsports). Heiratete 1938 eine Würzburgerin. 1939 wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Als Oberleutnant der Infanterie wurde an an mehreren Kriegsschauplätzen eingesetzt. Nach Verwundung und amerikanischer Gefangenschaft in Frankreich kehrte er nach Würzburg zurück. Kurz danach ging er für zwei Jahre als Maurer nach München und legte in diesem Gewerbe auch die Gesellenprüfung ab.

1947/48-56 war er als Redakteur bzw. Lokalredakteur der "Memminger Zeitung" in Kempten tätig. Parallel zur journalistischen Tätigkeit promovierte er 1952 in München über ein zeitungswissenschaftliches Thema zum Dr. phil. Auslandsreisen führten ihn nach Spanien, Frankreich, Holland und in die Schweiz.

1956 wurde Hans Schneider vom Würzburger Stadtrat einstimmig zum Verkehrsdirektor und Leiter des Städtischen Fremdenverkehrs- und Werbeamtes gewählt. Damit wurde er Nachfolger von Dr. Schwaegermann, welcher nach Wuppertal gewechselt war. In den ersten Jahren betreute er in Würzburg neben dem Fremdenverkehr auch das Kulturamt. 1978 wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

1960 bis 1972 war Schneider darüber hinaus für die „Freie Wählergemeinschaft“ im Würzburger Stadtrat vertreten. Hier wirkte er insbesondere im Schul- und Kulturausschuss sowie im Stiftungsausschuss.

Zu seinen Verdiensten im Amt zählen u.a. die Förderung und überregionale Bekanntmachung des Mozartfestes, das Anlegen eines Mozartfestarchivs, die Röntgen-Gedenkfeier, das jährliche Brückenfest auf der Alten Mainbrücke, die Wiederbelebung des Winzerfestes (ab 1959), der Weinlehrpfad am Stein, die Begründung der alljährlichen Kulturwochen mit der Vorstellung eines fremden Landes, Einführung offener Orgelmusiken im Dom, Publikation des Würzburger Adventskalender, Förderung der Maifranken-Messe und des Kilianifests. Er organisierte zur französisch-deutschen Woche 1968 in der Normandie eine Ausstellung über die Kunst des Baorck in Franken. Während seiner Amtszeit verdoppelte sich die Zahl der Gästeübernachtungen in Würzburg von 191.000 auf 400.000. In Nachrufen wird seine Maxime hervorgehoben: „Würzburg möglichst vielen Menschen möglichst sympathisch zu machen“.

Schneider verstarb 1989 in Würzburg und wurde auf dem Hauptfriedhof bestattet.

Publikationen (Auszug)[Bearbeiten]

  • Schneider, Hans : Das Mozartfest Würzburg. Seine Geschichte, seine Werke und seine Künstler, Würzburg 1967
  • Schneider, Hans: Mit dem Pfund »Würzburg« auch in Zukunft wuchern. Seit Jahrhunderten eine gastliche Stadt mit besonderen Ansprüchen an ihre Besucher, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 410-418
  • Schneider Hans: Philipp Franz von Siebold. Der wissenschaftliche Entdecker Japans aus Würzburg 1796-1866., Echter Verlag, Würzburg 1984.
  • Schneider, Hans: Heiner Dikreiter, Landschaften und Menschen, in: Künstler und Kunstwerker aus Mainfranken, Band 1, Stadt Würzburg (Hrsg.), Würzburg 1963

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1978: "Bundesverdienstkreuz am Bande" von Staatsminister Anton Jaumann für seine Verdienste um Kultur und Fremdenverkehr.
  • 1977: Verdienstorden der Republik Italien "Cavaliers Offiziale Dell "Ordine Al Merito della Repubblica Italiana" (1977) für die Vorstellung des Landes Italien bei den Kulturwochen

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Zeitungsberichte aus der Biographischen Mappe im Stadtarchiv:

MP 15.3.56 (Wahl zum Verkehrsdirektor), VB 4.4.1956 (Amtseinführung), Liberté de Normandie 21.4.68 (Ausstellung), MP 3.1.1978 (65 Jahre, Ruhestand), VB 3.2.1978 (65 Jahre), VB/MP 22.2.78 (Verabschiedung), VB 2.2.1983 (70 Jahre), VB 12.9.1989 (Nachruf)