Felix Dahn

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Felix Dahn

Prof. Dr. Felix Dahn - pseudonym auch Ludwig Sophus - (* 9. Februar 1834 in Hamburg; † 3. Januar 1912 in Breslau) war Rechtshistoriker, Professor für Rechtswissenschaften und lehrte von 1863 bis 1872 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Vor allem in seiner Würzburger Zeit war er auch als nationalromantischer Lyriker tätig. [1] Bekanntheit erlangte Dahn insbesondere als Verfasser historischer Romane, darunter „Ein Kampf um Rom“ und „Die Könige der Germanen“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Dahn studierte ab 1849 in München und Berlin Rechtswissenschaft und Philosophie, promovierte anschließend zum Dr. jur. und arbeitete als Privatdozent in München. Nachdem ihm die Universität München aber keine feste Stelle anbot, forderte er in einem Schreiben an den bayerischen König Maximilian II. Joseph von Bayern, ihm auf Grund seiner ausgezeichneten Prüfungsergebnisse wenigstens eine Stelle an einer der anderen Landesuniversitäten zu verleihen.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

An der Universität Würzburg wurde ihm daraufhin im Wintersemester 1863/64 eine außerordentliche, 1865 dann eine ordentliche Professur an der Juristen-Fakultät zugesprochen. Neben seiner Lehrtätigkeit publizierte er zahlreiche Schriften zum Handels- und Völkerrecht.

Die Angebote des gesellschaftlichen Lebens in Würzburg nutzte er ausgiebig, verkehrte in den Etablissements der höheren Bürgerkreise und unterhielt regen Austausch mit Professoren mehrerer Fakultäten. In seinen Erinnerungen stimmt er ein Loblied auf das Würzburger Stadtbild, die Landschaft und den Frankenwein an. In seiner Würzburger Zeit verstärkte er auch seine dichterische Tätigkeit. Bereits ab 1860 veröffentlichte er Gedichte in der Zeitschrift „Gartenlaube“.

Sein vierbändiges, 1858 begonnenes Hauptwerk „Ein Kampf um Rom“ verfasste Dahn weitgehend in Würzburg. Der fünfte und sechste Band seines zwischen 1861 und 1902 erschienenen zwölfbändigen, die Geschichte der Ostgoten darstellenden Werkes „Die Könige der Germanen“ entstanden ebenfalls in Würzburg und behandeln die Westgoten.

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten]

Seine anfängliche Ablehnung der Bismarck’schen Politik schlug mit dem Ausbruch des Deutsch-französischen Kriegs in ausufernde Begeisterung um. Unverzüglich ersuchte er beim bayerischen wie preußischen Militär um Annahme als Kombattant. Beide lehnten ihn ab, schließlich wurde er aber als freiwilliger Krankenpfleger zugelassen und nahm so an der Schlacht von Sedan teil. Mit großem Pathos und verherrlichend schrieb er daraufhin überschwängliche Abhandlungen über die Kriegshandlungen.

Literat in Königsberg[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg wandte er sich von Würzburg ab und nahm eine Stelle an der Universität Königsberg an, wo er 1872 einen Lehrstuhl erhielt und seine zweite Frau Therese von Droste-Hülshoff ehelichte. Hier setzte er auch die Arbeit an seinen historischen, oft pseudohistorischen, Romanen fort, die er teilweise bereits in München begonnen hatte. Die Romanhandlungen sind in den Zeiten der Spätantike und der Völkerwanderung angesiedelt und trafen auf ein begeistertes Publikum. 1873 entstand sein Roman „Weltuntergang“ [2], der im mittelalterlichen Würzburg um das Jahr 1000 nach Christus spielt. In seinen Werken entwickelte Dahn auch eine aus dem Germanentum hergeleitete Rassenlehre, die heute von manchem als einer der frühen Wegbereiter nationalsozialistischer Rassenideologie gesehen wird. Insbesondere ist hier Dahns „Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker“ zu nennen, die zwischen 1880 und 1889 erschien. Dahn – ein überzeugter Darwinist – schildert hier detailliert seine Sichtweise der Entwicklung einzelner Ethnien. Nachdem Dahn in Würzburg noch jede politische Betätigung abgelehnt hatte, engagierte er sich nun unter anderem im völkisch-militaristisch ausgerichteten Alldeutschen Verband. Bis 1895 verfasste er eine ca. dreitausend Seiten umfassende Autobiographie.

1888 hatte Dahn einen Lehrstuhl in Breslau erhalten, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.

Dahns Nachlass[Bearbeiten]

Überliefert ist unter anderem Dahns Festhymne [3] zum 300jährigen Jubiläum der Universität Würzburg im Jahre 1882.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Denkmal für Felilx Dahn

In den Jahren nach Dahns Tod wurde die Würzburger Felix-Dahn-Straße im Stadtbezirk Sanderau nach ihm benannt. Beim westlichen Eingang der Straße, in der einst das Wohnhaus Dahns stand, wurde ihm 1984 zum 150. Geburtstag eine Stele errichtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Reinhard Günther: Felix Dahn in Würzburg. In: Würzburg-heute. Zeitschrift für Kultur und Wirtschaft. Nr. 37/ 1984.
  • Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 146 f. [1]
  • Richard Zürrlein: Literatur im provinziellen Umfeld, in: Unterfränkische Geschichte., hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günther Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 377-466, S. 384-386
  • Heidrun Alzheimer, Volkskunde in Bayern - Ein biobibliographisches Lexikon der Vorläufer, Förderer und einstigen Fachvertreter, Würzburg 1991, S. 50

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Zürrlein: Literatur im provinziellen Umfeld, in: Unterfränkische Geschichte, hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, Band 5/2, Echter Verlag, Würzburg 2002, S. 377-466, S. 384 f.
  2. Felix Dahn: Weltuntergang: Geschichtliche Erzählung aus dem Jahre 1000 nach Christus, 1873 (Breitkopf und Härtel, Leipzig 1889)
  3. Zur Jubelfeier der Hochschule Wirzburg