Erlabrunner Baggersee

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Nördlicher See mit Insel

Der Erlabrunner Baggersee (auch Erlabrunner Badesee) ist ein Naherholungsgebiet mit zwei Seen auf der Gemarkung Erlabrunn nahe des Main etwa 10 Kilometer nördlich von Würzburg. Betreiber ist der Zweckverband Erholungs- und Wandergebiet Würzburg. Das Naherholungsgebiet verfügt über einen kleinen und einen großen Badesee, große Liegewiesen, einen Spielplatz, ein Beachvolleyballfeld, zwei Tischtennisplatten, eine Seilbahn und einen Kiosk. Außerdem gibt es neben dem Spielplatz eine Fläche, auf der das Grillen erlaubt ist. Das Naherholungsgebiet hat eine Fläche von 19 Hektar. Die beiden Seen haben zusammen eine Wasserfläche von fünf Hektar. Gespeist werden die Seen mit Quellwasser. Der See wurde im Sommer 1985 eröffnet und kostete vier bis fünf Millionen D-Mark. Zu Spitzenzeiten kann der See 15.000 Besucher aufnehmen.  [1] Der Badezugang ist kostenlos, seit Mai 2012 gibt es auch eine barrierefreie Einstiegsmöglichkeit. [2]

Lage[Bearbeiten]

Das Naherholungsgebiet aus der Vogelperspektive; im Vordergrund der Main

Der See liegt auf der Gemarkung Erlabrunn in der Nähe des Main, welcher östlich verläuft. Im Nord-Osten liegt auch die Staustufe Erlabrunn. Die südliche Begrenzung des Naherholungsgebietes befindet sich auf der Ortsgrenze zu Margetshöchheim. Im Westen grenzt die Staatsstraße 2300 an das Gebiet. Im Norden-Westen liegt der Ort Erlabrunn (durch die Staatsstraße getrennt), sowie im Norden das Sportgelände des TSV Erlabrunn. Am südlichen und nördlichen Ende gibt es jeweils einen Parkplatz.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Überlegungen, ein Naherholungsgebiet mit zwei Badeseen zu bauen bestand seit den 1970er Jahren. 1971 begann die Firma Übelacker aus Heidingsfeld mit der Kiesgewinnung auf Erlabrunner Gemarkung. [3] Dazu mussten über 200 Einzeleigentümer den Arbeiten zustimmen. In den Folgejahren wurden die Pläne, einen Badesee an dieser Stelle zu gestalten intensiviert. Der Zweckverband Erholungs- und Wandergebiet Würzburg kaufte über Jahre hinweg die Grundstücke auf, um das Gelände umbauen zu können. Im Jahr 1983 wurde mit der Bebauung des Geländes begonnen. Anfangs gab es Diskussionen über die Gefährdung der Existenz des Eisvogels, der in den Steilwänden der Kiesgrube brütete. 1985 konnte das Naherholungsgebiet eröffnet werden. Es wurden in die Seen auch Fische gesetzt. Da aber zu viele Fische in den Seen vorhanden waren, kippte der See und es kam zum Fischsterben. 1989 wurden 235.000 Besucher gezählt. [4]

Naherholungsgebiet[Bearbeiten]

Das Gebiet hat mehrere Eingänge. Am Parkplatz am nördlichen Ende gibt es einen Eingang. Dort kommt man am Kiosk und den Umkleiden vorbei zum See. Im Osten gibt es zwischen den beiden Seen einen Eingang vom Fahrradweg aus, welcher aber aufgrund der ungünstigen Lage in der Regel verschlossen bleibt. Am südöstlichen Ende gibt es einen weiteren Eingang vom Fahrradweg aus. Durch diesen läuft man einen von Bäumen und Sträuchern gesäumten Weg bis zum Beginn der Liegewiesen. Vom südwestlichen Parkplatz aus gibt es schließlich insgesamt drei Eingänge zum See. Alle Durchgänge haben zudem Drehkreuze, die ausschließlich als Ausgang genutzt werden können, so kann man auch nach Schließung der Tore das Gelände noch verlassen.

Zwei Toilettenanlagen befinden sich auf dem Gelände. Zur Sauberkeit im See sollen einige aufgestellte Wertstoffinseln sorgen, in denen der Müll entsorgt werden soll. Am nördlichen Ende gibt es einen Kiosk mit Sitzmöglichkeiten, an dem Getränke und Essen verkauft werden. Dort befindet sich auch in der Hochsaison die Wasserwacht des Roten Kreuz. Neben der Umkleidekabinen am Kiosk gibt es auch zwei kleine Umkleiden aus Holz, die wie kleine Spiralen aufgebaut sind. In diesen kann sich immer nur eine Person umziehen. Außerdem gibt es einige Duschen auf dem Gelände.

Am südlichen Ende des größeren Badesees befinden sich ein Kinderspielplatz, ein Beachvolleyballfeld und der Grillplatz. Der Spielplatz wurde 2008 mit einer neuen Attraktion bestückt. Ein Holzschiff soll Kinder zum Spielen einladen. Gebaut wurde das Schiff von der Schreinerklasse der Josef-Greising-Schule. [5] Das Volleyballfeld ist im Sommer bespannt, so dass keine eigenes Netz mitgebracht werden muss. Auf der vom See abgewandten Seite des Spielplatzes befindet sich der Grillplatz. Dieser ist mit einigen Holzbänken ausgestattet. Früher waren mehrere fest installierte Grillstellen im Gelände verteilt, diese wurden aber zugunsten des Grillplatzes entfernt. Am nördlichen Ende des großen Sees befindet sich ein barrierefreier Eingang ins Wasser. Dieser wurde im Sommer 2012 für 108.000 Euro vom Zweckverband installiert. Zu dem Personen-Lifter ins Wasser wurde ein eigener barrierefreier Weg erbaut. Der Lifter wird dabei mit Wasserdruck aus der Trinkwasserversorgung angehoben und abgesenkt. [6]

Seen[Bearbeiten]

Der nördliche See ist der größere. In diesem befindet sich eine kleine Insel zu der eine Standseilbahn führt. Man kann die etwa 15 Meter vom Ufer aber auch durch das etwa knietiefe Wasser waten. Die Nutzung von Luftmatratzen und Schlauchbooten ist hier ausdrücklich erlaubt. Am nördlichen Ende des Sees gibt es einen kleinen Sandstrand, während ansonsten das Gras der Liegewiese bis ans Wasser reicht. Besonders am südlichen Ende in der Nähe der Insel ist der Einstieg in den See sehr flach und daher besonders für Nicht-Schwimmer geeignet. Da dieser See von den meisten Liegeflächen näher zu erreichen ist und er eine größere Fläche bietet sowie sich dort in der Regel weniger Wasserpflanzen befinden ist dieser auch der beliebtere der beiden Seen. Besonders sportlich Aktive und Familien sind im nördlichen Bereich des Sees zu finden.

Der südliche und kleinere See besitzt die Mehrzahl der acht bis zehn Quellen. Da der Seeeinstieg steiler ist und es mehr Wasserpflanzen gibt, baden hier weniger Besucher und daher liegen hier auch weniger Personen auf den dortigen schmaleren Liegewiesen womit es ruhiger ist.

Die beiden Seen sind durch eine Röhre verbunden durch die das Überflusswasser des kleineren See in den größeren fließt, so ist eine stetige Wasserbewegung gegeben was die Wasserqualität verbessert.

Wasserqualität[Bearbeiten]

Durch die stetige Wasserbewegung durch die Quellen und die Verbindung der zwei Seen bleibt das Wasser sauber und es bilden sich nur wenige Algen. Auch Vögel finden sich nur wenige am See. Deren Kot ist im Allgemeinen stark mit Keimen belastet. Von den nahe gelegenen Feldern werden keine Düngemittel oder Jauche eingeschwemmt und die vorhandenen Toilettenanlagen tragen ebenfalls dazu bei, dass die Wasserqualität als gut eingestuft wird. Ein Hinweis auf die hohe Wasserqualität sind zudem die vorhandenen Süßwasserquallen. Diese 2,5 cm großen Tiere sind ungefährlich und nesseln nicht und kommen nur in sauberen Gewässern vor.

Das Gesundheitsamt Würzburg prüft in der Badesaison monatlich die Wasserqualität nach der EG-Badegewässerrichtlinie 2006/7/EG. Des Weiteren veröffentlicht die EU regelmäßig einen Bericht über die Wasserqualität von Binnengewässern in denen der See durchweg als „gut“ oder „sehr gut“ bewertet wird. [7] [8] [9] Der See ist außer im Eröffnungsjahr noch nie aufgrund von Sauerstoffmangel im Wasser umgekippt.

Würzburg Triathlon[Bearbeiten]

Am Erlabrunner See findet jährlich der Lifestyle Würzburg Triathlon statt. Begonnen wird mit Schwimmen im größeren See. Der Wechsel vom Radfahren zum Laufen befindet sich ebenso im Gelände des Sees wie das Ziel. Bis 2011 war der Triathlon noch nicht offiziell angemeldet und hieß daher nur „Lifestyle Fun-Triathlon“.

Leichenfund 2010[Bearbeiten]

Am 3. Oktober 2010 entdeckte ein Sportangler auf der Suche nach Schwarzanglern einen abgetrennten Arm im Uferbereich des Sees. Am Tag darauf entdeckten Taucher den Torso einer Frau, die scheinbar am Tag zuvor zerstückelt in den See geschmissen wurde. Am gleichen Tag beging ihr Ehemann Selbstmord. Ermittler gaben bekannt, dass davon ausgegangen wird, dass der Mann seine Frau umbrachte. [10]

Anfahrt[Bearbeiten]

Da direkt am See vorbei der Main-Radweg führt und unmittelbar am See auch der Fahrradbus MaintalSprinter hält, bietet sich insbesondere die Anreise mit dem Fahrrad an. Eine zeitaufwendige Parkplatzsuche entfällt dadurch.

Mit dem Auto kann man auf einem der beiden Parkplätze im Süden und Norden parken. Da zur Hochsaison die etwa 1.000 Plätze allerdings nicht ausreichen, wird auch der Schotterplatz nördlich des Sees, sowie der dortige Parkplatz des TSV Erlabrunn mitgenutzt. An Spitzenwochenende reichen aber auch diese Plätze nicht aus. Dann bleiben nur die Parkplätze im südlichen Teil des Ortes. Das Parken auf der Staatsstraße ist ebenso wenig gestattet, wie das Parken auf den Zufahrtsstraßen zum See oder der Staustufe. Diese dienen als Feuerwehrzufahrt, daher werden dort Strafzettel verteilt und manchmal werden auch Autos abgeschleppt. Damit diese Zufahrten nicht zugestellt werden wurden am Straßenrand Halteverbotsschilder aufgestellt.

ÖPNV[Bearbeiten]

Unmittelbar am See hält der Fahrradbus MaintalSprinter mit kürzeren Fahrzeiten gegenüber des regulären Linienverkehrs.

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Erlabrunn/Badesee Nord, Erlabrunn/Badesee Süd


Öffnungszeiten[Bearbeiten]

  • Mai bis September: 8.30 - 21.30 Uhr
  • April und Oktober: 9.00 - 19.00 Uhr
  • November bis einschließlich März: 9.00 - 16.00 Uhr
  • Wenn der See gefroren ist, bleibt das Gelände wegen Einbruchgefahr geschlossen.

Weitere Besucherinformation[Bearbeiten]

  • Auf dem Gelände sind Hunde nicht gestattet.
  • Zelten oder Übernachten ist nicht zulässig.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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