Dominikanerkloster

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Die Geschichte des Würzburger Dominikanerklosters begann 1227 kurz nach der Gründung des Ordens und endete mit der Säkularisation im Jahre 1804.

Dominikanerorden[Bearbeiten]

Der Orden der Dominikaner, auch Predigerorden bzw. Orden der Predigerbrüder, lat. Ordo fratrum Praedicatorum (Ordenskürzel OP), wurde im frühen 13. Jahrhundert vom Heiligen Dominikus gegründet. 1215 wurden Dominikus und sechs seiner Gefährten durch Bischof Fulko von Toulouse in rechtsverbindlicher Form als Predigergemeinschaft approbiert. Grundlage des Ordens waren von Anfang an die Regeln des Heiligen Augustinus, weshalb die Dominikaner zu den Augustinischen Orden gezählt werden.

Die Anfänge der Dominikaner in Würzburg[Bearbeiten]

Nach ihrer Ankunft 1227 übertrug Bischof Hermann von Lobdeburg den Dominikanern zunächst die Leitung vom Dominikanerinnenkloster St. Markus in der Pleich. Die offizielle Gründung des Konvents erfolgte 1231 und war damit die fünfte im süddeutschen Raum. 1248 verlegten die Predigerbrüder ihre Gottesdienste in die Pleicher Pfarrkirche St. Gertraud, die Bischof Hermann dem Markuskloster übergeben hatte. Die Errichtung eines eigenen Klostergebäudes begann 1266 mit dem Bau einer Kirche [1] und wurde um 1308 am Dominikanerplatz (heute: Augustinerkirche) vollendet.

Wirken in Würzburg[Bearbeiten]

Stellung und Ansehen der Würzburger Dominikaner waren nicht nur in kirchenpolitischer und theologischer Hinsicht bedeutend. Dies zeigt unter anderem das Aufkommen des sogenannten Totentanzes, einer bildlichen Darstellung der Gewalt des Todes über das Menschenleben in allegorischer Darstellung, der wohl um 1350 im Dominikanerkloster zu Würzburg entstanden sein dürfte. Thema des Werkes war die Erfahrung des „Schwarzen Todes“, der großen europäischen Pestepidemie zwischen 1347 und 1353.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war Würzburg – neben Augsburg, Freiburg, Bamberg und Konstanz – trotz erheblicher Einbußen und Verluste, die mit der reformatorischen Bewegung einher gegangen waren, ein zentraler Punkt dominikanischen Lebens. Bischof Julius Echter erließ dazu 1585 strenge Bestimmungen bezüglich Armut und Klausur, ganz im Geiste des Konzils von Trient.

Das Ende dominikanischen Klosterlebens in Würzburg[Bearbeiten]

1804 wurde das Dominikanerkloster Würzburg im Zuge der Umsetzung des Reichsdeputationshauptschlusses durch die kurbayerische Regierung aufgehoben. 1813 siedelten die aufgrund ihrer Sozialtätigkeit nicht aufgelösten Augustiner in das leerstehende Kloster über, nachdem ihr altes Kloster geräumt worden war.

Berühmte Ordensbrüder[Bearbeiten]

  • Kaspar Grünwald († 1512), der in der Konventskirche begraben wurde, war Würzburger Weihbischof. Gebürtig aus Colmar, war er 1488 Rektor der Universität zu Freiburg. Zehn Jahre später zog er aufgrund der Berufung zum Weihbischof nach Würzburg und lehrte an der Universität.
  • Am 17. März 1567 erhielt Würzburg mit Anton Resch einen weiteren dominikanischen Weihbischof. 1563 an die neugegründete „Partikularschule“ berufen, eröffnete er 1582 als erster Dekan die Theologische Fakultät und war Weihbischof und Generalvikar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heribert Brander: Nicht vorstellbar ohne die Kirche und ihre Wirken. Würzburg und die katholische Kirche - Bestandsaufnahme mit dem Blick auf das Jahr 2000. In: 15 Jahrhunderte Würzburg. Hrsg. von Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg 1979, S. 208-230; S. 218