DenkOrt Deportationen Aub

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DenkOrt Deportationen in der Stadt Aub

Der DenkOrt Deportationen Aub erinnert an die vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden der Stadt Aub.

Lage

Der DenkOrt befindet sich vor dem Schloss Aub, dem früheren Sitz des Amtsgerichts, an der Ecke Hauptstraße (Aub)/Johannes-Böhm-Straße[1]

Beschreibung

Der Koffer aus Muschelkalk wurde von Altbürgermeister und Steinmetz Robert Melber. Eine Informationsstele gibt einen geschichtlichen Rückblick über das jüdische Leben in Aub und benennt die Auber Jüdinnen und Juden, die von Würzburg und anderen Orten aus deportiert wurden. Ein zweites Gepäckstück befindet sich in Würzburg und bildet zusammen mit denen anderer Kommunen den DenkOrt Deportationen 1941-1944 vor dem Hauptbahnhof Würzburg.

Bildergalerie

Geschichte

Die Jüdische Gemeinde Aub zählte im Jahr 1933 noch 71 Mitglieder. Die Stadt konnte jüdische Bewohnerinnen und Bewohner schon seit den Pogromen von 1298 (Rintfleisch-Verfolgung) und 1336 aufweisen. Eine bedeutendere Gemeinde mit rabbinischen Gelehrten und einem hohen Interesse an jüdischer Bildung wird seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts greifbar. Unter zwei verschiedenen Schutzherren lebten 1623 70 Jüdinnen und Juden. Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs ihre Zahl auf gut 100 Personen in 24 Haushalten. Der Auber Rabbiner wirkte als Unterabbiner im Hochstift Würzburg. Nach einem Niedergang erlebten die Stadt und ihre jüdische Gemeinde Ende des 19. Jahrhunderts Wachstum und eine neue, wirtschaftlich bedingte Blüte. Einige jüdische Familien führten bedeutende Geschäfte in der Stadt.

Die Repressalien der Nationalsozialisten seit 1933 hatten zunächst wenige Folgen. Seit 1937, vor allem aber seit den Ausschreitungen im Novemberpogrom 1938 flohen die Auber jüdischen Familien vermehrt. 21 Personen gelang die Auswanderung, 55 zogen nach Würzburg, Frankfurt a.M. und in andere Städte um. Im Sommer 1939 befanden sich keine Juden mehr in Aub. Ein Mann verstarb 1940 noch vor den Deportationen in Würzburg.

14 ehemalige Auber Bürgerinnen und Bürger wurden vom Würzburger Bahnhof Aumühle aus deportiert. Zwei Frauen unter ihnen überlebten. Mindestens sechs weitere Menschen lebten vor Haft oder Abtransport in Frankfurt a.M.; darunter ein Mann, der im Jahr 1941 Suizid beging.

Siehe auch

Weblinks

Erläuterungen

  1. Dorthin wurden in der Reichspogromnacht - zum Teil mit Gewalt - die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger gebracht und stundenlang festgehalten. Von dort aus wurden die jüdischen Männer nach Ochsenfurt ins Gefängnis transportiert und dort bis zu drei Wochen lang inhaftiert.

Kartenausschnitt

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