Tivoli-Pavillon

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Tivoli-Pavillon
Tivoli-Pavillon

Der Tivoli-Pavillon (kurz: Tivoli) ist ein barockes Gartenhaus aus dem 18. Jahrhundert auf der gleichnamigen Bastion an der Saalgasse im Mainviertel (Stadtbezirk Altstadt). Es war ursprünglich Teil der Anlagen des Tivoli-Bades. 1968 wurde das Baudenkmal rekonstruiert.

Lage[Bearbeiten]

Der Wallpavillon befindet sich linksmainisch auf der Spitze des Redan 29 oberhalb des Biergartens Goldene Gans. Diese Bastion wurde früher auch als St. Anna bzw. Tivoli-Bastion bezeichnet. Unmittelbar südlich angrenzend an das Werk befand sich einst die Einmündung des Burkarder Umlaufkanals in den Main. Heute verläuft parallel zur westlichen Einfriedung der kleinen Grünfläche die Saalgasse.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Den Namen verdankt der Pavillon einer historischen Badeanstalt, dem Tivoli-Bad. Tivoli war eine „Anspielung auf die vielen großen und kleinen Wasserfälle und Wasserkünste des berühmten Villenorts der Antike und Renaissance bei Rom“. [1]

Tivoli-Bad[Bearbeiten]

Das langgestreckte Badehaus befand sich zwischen der Burkarderstraße und dem noch vorhandenen Pavillon, der damals Element des hochgelegenen Ziergartens war. Über diesen konnten die Badegäste den Ausblick über den Main und auf die Altstadt genießen. Gegründet wurde das Bad vom königlichen Wehrmeister Lorenz Oberth. Er erwarb das Gelände mit Wallgarten und Pavillion, als dieser 1823 abgebrochen werden sollte. Mit der architektonischen Umsetzung wurde Ludwig Neuland betraut. Der Bau zeigte zur Burkarderstraße eine Biedermeierfassade mit schmalen Lisenen und ionischen Kapitellen. Das Bad bestand aus 20 „meublierten Badezimmerchen“ mit gemauerten wannenförmigen Vertiefungen (Anmerkung: bei Bauarbeiten in den 1930er Jahren wurden diese freigelegt und fotografisch dokumentiert). Angeboten wurden kalte und warme Bäder sowie auf ärztliche Verordnung auch Seifen- oder Eichenrindenbäder, Bäder mit Stahl-Schwefel-Salz oder aromatischen Kräutern. [2]

Funktion[Bearbeiten]

Der Pavillon hatte trotz seiner exponierten Lage keinerlei Verteidigungsfunktion, sondern diente schon immer in erster Linie als Ruheplatz, Aussichtspunkt und auch als gestalterisches Element. Im Mündungsbereich des Umlaufkanals mit seinen Schelchen war der Pavillon durchaus romantisch gelegen. Auch heute noch ermöglichen einige Stühle hier eine schöpferische Pause - allerdings außerhalb des Gartenhauses und ohne Kanal.

Beschreibung[Bearbeiten]

Bei dem Pavillon handelt es sich um ein eingeschossiges Oktogon mit verschiefertem Mansardwalmdach. Markant sind die Dachspitze und die kleinen Dreiecksgiebel. Fenster und Eingangstür des Gartenhauses haben eine Werksteinrahmung. Nach Osten zum Main hin befindet sich ein kleiner Balkon.

Beidseitig der Treppenstufen zur Grünanlage befinden sich zwei Fratzenköpfe in die Einfriedung eingelassen. Die früheren Schlusssteine aus Muschelkalk werden auf das 17. oder 18. Jahrhundert datiert. Vor dem Pavillon steht eine alte Kastanie, die vor allem im Sommer den Blick von der Saalgasse auf das Bauwerk weitestgehend verdeckt.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Heute befindet sich in dem Pavillon die Galerie Tivoli. Susanne W. Burns-Hansen stellt hier die Bilder der Würzburger Malerin Hildegard Kirchner aus, die den Pavillon von 1997 bis August 2015 als Atelier genutzt hat. Zu sehen sind landschaftliche Aquarelle, abstrakte Arbeiten in Quasche- und Acryltechnik, sowie Ölgemälde.

Geöffnet ist die Galerie Tivoli von März bis Oktober an jedem Samstag von 14.00 bis 16.00 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 0931 - 74425.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heiner Reitberger: Das alte Würzburg. Mainpresse Richter Druck und Verlags-GmbH & Co. KG, Würzburg 1977, S. 102
  2. Heiner Reitberger: Das alte Würzburg. Mainpresse Richter Druck und Verlags-GmbH & Co. KG, Würzburg 1977, S. 101 f. (mit Fotos der Badeanstalt und der Ausgrabungen).

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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