Schelch

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Leichtmetall-Schelche
Schelche am Burkarder Umlaufkanal (um 1930)

Der Schelch ist ein typisch mainfränkischer, vielseitig eingesetzter Transportkahn, der in verschiedenen Größen gefertigt wurde und wird. Das längliche Wasserfahrzeug spielte vor allem im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle und ist auch heute noch vielerorts auf dem Main anzutreffen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Beim Schelch handelt es sich um einen sehr schmalen Schiffstyp üblicherweise in offener Bauweise, der vor allem durch seine Länge und seinen niedrigen Tiefgang besticht. Die speziell für Mainfranken typischen Kähne können je nach Bauart eine Länge von bis zu 20 Meter erreichen und bis zu drei Tonnen tragen. [1] Während die ortsansässigen Schiffsbauer früher vor allem auf den Baustoff Holz beim Bau der Schelche zurückgriffen, werden die Kähne heute bevorzugt aus Leichtmetall gefertigt.

Antrieb[Bearbeiten]

Früher wurde der Schelch mit Ruderstangen (langen Holzstangen) fortbewegt. Die Stangen (Lateinisch: scalta; spätalthochdeutsch: scaltich) sind möglicherweise auch namensgebend: Schelch leitet sich demnach von schellich, scheltich ab bzw. ist daraus zusammengezogen. [2] Heutzutage sind Schelche meist mit Außenbordmotoren ausgestattet.

Funktionen[Bearbeiten]

Das Einsatzgebiet der Schelche war sehr vielseitig, wie sich an den verschiedenen Typen bzw. Bezeichnungen zeigt: Es gab Doppelschelche, Keil- oder Keulschelche (das Steuerruder wurde durch eine Ruderpinne bewegt, ein ins Ruder eingezapftes Querholz), Ankerschelche, Sandschelche[3], Hümpelschelche[4], Ruderschelche, Streichschelche, Waidschelche (speziell für die Jagd), Zangenschelche, Wernerschelche[5] und weitere. [6] Schelche wurden und werden sehr multifunkional eingesetzt: Zum Transport von Mensch, Material und Gütern, als Personenfähren, als Bestandteile von Flussbädern oder auch für die Jagd. Sie bilden bis heute das Rückgrat der Mainfischer.

Fischerstechen[Bearbeiten]

Beim traditionellen Fischerstechen der Fischerzunft kommen Schelche zum Einsatz, die mit Abweichungen nach historischem Vorbild aus Holz nachgebaut wurden. [7]

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise/Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Main-Netz: Hintergrund: Schelch (05.08.2009)
  2. Duden: Schelch
  3. Sandschelche: Schelche der Sandschöpfer
  4. Hümpelschelch: Der Begriff Hümpel bezieht sich auf Buckel, Haufen oder Erhöhung. Gemeint ist damit eine Last oder Ladung. In historischen Wörterbüchern wird ein Hümpelschelch als schwerfälliger Kahn bezeichnet.
  5. Wernerschelch: benannt nach dem Fluss Wern - der Wernerschelch wurde durch ein langes Handruder gesteuert. Dieses Handruder war in einer Gabel am Heck befestigt
  6. Meeviertel-Anzeiger: Die Compagnie der Gebrüder Brod & Mehling (September 2011)
  7. Holzboot.de: „Oberländer Schelche“ für die Fischerzunft Würzburg