Maximilians Bade- und Schwimmanstalt

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Maximilians Bade- und Schwimmanstalt Gebrüder Brod & Mehling

Die Maximilians Bade- und Schwimmanstalt war ein von den Gebrüdern Brod & Mehling errichtetes Mainbad.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 9. Dezember 1859 stellten die Gebrüder Brod & Mehling (die eine Baumaterialienhandlung in der „Pleicherthorstraße“ 1 betrieben [1]) einen Antrag zur Errichtung einer Mainbad- und Schwimmanstalt beim Dicken Turm an den Stadtmagistrat, der am 24. Februar 1860 genehmigt wurde. Begründet wurde die Genehmigung damit, dass „die Vermehrung der Mainbad- und Schwimmanstalten zum Vortheile des Publikums ist und dazu allerdings ein Bedürfnis vorhanden ist“. Das Herrenbad [2] wurde noch im selben Jahr vor dem Dicken Turm am linken Mainufer eröffnet und die Verwendung des Namens „Maximilians Bade- und Schwimmanstalt“ vom König Maximilian II. Joseph von Bayern gestattet.

Im preußisch-österreichischen Krieg des Jahres 1866 erlitt das Bad schwere Schäden. Am 14. Juli war in der Presse zu lesen: „Die Brod und Mehling'sche Schwimmanstalt wird im Fall eines Angriffs auf die Festung sofort versenkt werden. Die Vorkehrungen sind bereits getroffen.“ Wie weit die Badeanstalt beim Beschuss der Festung in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist nicht bekannt. 1868 wurde die Badeanstalt jedenfalls vergrößert und auch für Damen geöffnet.

Die „Maximilians Badeanstalt“ wurde bis 1889 von der Firma Brod & Mehling betrieben und ging am 22. Mai in den Besitz der Compagnie Gottfried Brod über; das Herrenbad an Regina Klüpfel, das Damenbad an Gottfried Brods Witwe Karoline. Nach dem Tod von Karoline Brod blieb das Damenbad im Besitz von ihrem zweiten Ehemann Heinrich Braun. Nach dessen Tod im Jahre 1916 übernahm seine Stiefsohn Erwin Brod (1877 - 1954) das Bad. Sein Bruder Christian unterhielt in all den Jahren den Fährbetrieb vom rechten Mainufer zum Bad. Die beiden Badeanstalten befanden sich oberhalb der Alten Mainbrücke. Im Monumentalplan der Stadt Würzburg aus dem Jahr 1893 sind die beiden Badeanstalten eingezeichnet.

Am längsten hat Brod's Damenbad die Zeiten überdauert. Im Kriegsjahr 1943 wurde es zum letzten Mal aufgestellt. Ein starkes Hochwasser im Juli 1943 riss das Bad aus seiner Verankerung und trieb über das Streichwehr ab. Kriegsbedingt durfte es nicht mehr aufgestellt werden. Es fand Zuflucht am Einlauf zum Umlaufkanal, wo es sonst über die Wintermonate abgestellt worden war. Vom Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 blieb es verschont, die Holzwände der Kabinen und die Böden wurden von ausgebombten Obdachlosen allerdings zum Aufbau von Notunterkünften verwendet.

Aufbau[Bearbeiten]

Die Bade- sowie Aus- und Ankleidekabinen aus Holz umstanden die Schwimmbecken. Die Aufbauten ruhten auf Hümbelschelchen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 22
  2. Damen waren anfangs nicht zugelassen. Erst bei der Vergrößerung im Jahre 1868 wurde die Badeanstalt auch für Damen geöffnet.

Quellen[Bearbeiten]