Balthasar Heinrich Nickel

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Balthasar Heinrich Nickel (* 17. Juli 1743 in Bamberg; † 16. September 1799 in Würzburg) war ein Bildhauer, der viele Jahre in Würzburg wirkte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Balthasar Heinrich Nickel lernte die künstlerischen Grundlagen zunächst von seinem Vater, dem Bamberger Stein- und Holzbildhauer Johann Adam Nickel. Nach dessen Tod im Jahre 1759 ging er bei Franz Martin Mutschele in die Lehre. Im Laufe des 7. Jahrzehnts des 18. Jahrhunderts erfolgte der Eintritt in die Werkstatt des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner. Der Schüler zeigte so gute Arbeiten, dass sich bald eine Konkurrenzsituation mit dem Lehrer entwickelte, die zeitlebens andauerte. Auch eine Liebschaft zwischen Nickel und der Schwiegertochter Wagners sorgte für Zwist. Nickel verließ darum die Werkstatt und zog 1775 nach München, wo er aber nicht heimisch wurde. Nach einigen Aufenthalten in anderen Städten kehrte er nach Bamberg zurück und wirkte an der Erneuerung des dortigen Rathauses mit. Schließlich übersiedelte er wieder nach Würzburg, wo er im Jahre 1778 das Bürgerrecht erhielt. Am 20. Juni 1778 heiratete er Maria Katharina Endresin. Die beiden aus der Ehe hervorgegangenen Söhne wurden ebenfalls Künstler.

Werke in Würzburg[Bearbeiten]

Balthasar Heinrich Nickel schuf zahlreiche Werke in fränkischen Kirchen und Klöstern. In Würzburg sind von ihm unter anderem das Relief über dem Portal des Juliusspital-Südflügels (Eingang von der Juliuspromenade), mit Darstellung der Stiftung durch Julius Echter nach Skizzen des Hofmalers Christoph Fesel, und das der Hueberspflege (1795 von Franz Ludwig von Erthal gestiftet) [1] sowie der figürliche Aufbau am Ceresbrunnen (Neubaustraße) erhalten. [2] In den 1780er Jahren schuf er den Heiland und die Apostelfiguren der drei obersten Nischen in der Fassade der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in der Altstadt.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Heinrich Jäck: Pantheon der Literaten und Künstler Bambergs. S. 71 (online-Fassung bei google-books)
  • Andreas Mettenleiter: Von Pfründnern, Kranken und Studenten. Unterhaltsames und Kurioses aus der Geschichte des Würzburger Juliusspitals. Band II. (Beitrag 4: Künstler, Neid und Eifersucht. Das Schicksal des Bildhauers Balthasar Heinrich Nickel.) Akamedon Verlag, Pfaffenhofen 2012 ISBN 3-940072-12-5 (Stadtbücherei Würzburg Dvk Met)
  • Hans-Peter Trenschel: Die kirchlichen Werke des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner. Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1968, S. 216 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Ragaller: Zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in Würzburg. in: 15 Jahrhunderte Würzburg. Hrsg. v. Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 353-373; S. 353 und 357
  2. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 250