Wasserwerk Mergentheimer Straße

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Wasserwerk Mergentheimer Straße (Nordseite)

Das Wasserwerk Mergentheimer Straße dient insbesondere zum Ausgleich von Verbrauchsspitzen der Stadt Würzburg. Das Wasserwerk hat für die Trinkwasserversorgung eine besondere Bedeutung, da hier im Unterschied zu den anderen Wasserwerken, die ausschließlich reines Grundwasser fördern, auch Oberflächenwasser genutzt werden kann. Deshalb kann dieses Wasserwerk unabhängig vom schwankenden Grundwasserangebot betrieben werden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch der Main.

Lage[Bearbeiten]

Das Wasserwerk liegt an der Ostseite der Mergentheimer Straße zwischen den Straßenbahnhaltestellen Haltestelle Dallenbergbad und Haltestelle Steinbachtal.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wasserwerk Mergentheimer Straße wurde im Jahre 1894 in Betrieb genommen und seitdem mehrfach erweitert und umgebaut. Letztmalig erfolgte in den Jahren 2003 – 2005 eine vollständige Erneuerung aller Aufbereitungs- und Förderanlagen sowie eine Erweiterung und Sanierung der baulichen Anlagen.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das Industriedenkmal ist ein freistehender, eingeschossiger und langestreckter Satteldachbau mit Attika-Blendgiebel aus Backstein mit Werksteingliederungen.

Arbeitsweise[Bearbeiten]

Über eine ca. 1000 m lange, horizontale, parallel zum Main unter der Wiese verlegte Sammelleitung mit Saugschächten können folgende Wasserqualitäten zur Trinkwasserbereitung herangezogen werden: Reines Grundwasser, angereichertes Grundwasser (d.h. künstlich infiltriertes Mainwasser) oder natürliches Uferfiltrat (aufgrund der Nähe zum Oberflächengewässer Main).

Im Werk Mergentheimer Straße werden zwei unabhängig arbeitende Wasseraufbereitungsanlagen mit den dazugehörigen Förderanlagen betrieben:

  • Die Mainwasseraufbereitung und Infiltration zur Grundwasseranreicherung: Das Wasser wird zunächst mit einem vom Sanderauer Mainufer aus gut erkennbarem Entnahmebauwerk (Förderanlage) dem Main entnommen und zum Wasserwerk gepumpt. Dort findet eine erste Aufbereitung durch Vorzonung, Flockung und Sedimentation, statt, bevor das Wasser nach einer Filterung durch einen Mehrschichtfilter in einem Filtratbecken landet. In diesem Bereich hat das Wasser schon beinahe Trinkwasserqualität. Von dort wird es über Leitungen zu Infiltrationsfassungen befördert und in den Boden eingebracht (infiltriert). Die Bodenpassage dient insbesondere der Temperatursenkung, da der Main im Sommer teilweise deutlich über 20 Grad hat. Die Infiltration erfolgt parallel zur Sammelleitung im Bereich des Dallenbergbades, nordwestlich davon (Infiltration Dallenberg) und auf der großen Wiese beidseitig des Wasserwerks (Infiltration Nord und Süd). Bis das ursprünglich infiltrierte Wasser als angereichertes Grundwasser an der Sammelleitung ankommt, können bis zu zwei Wochen vergehen.
  • Die Bodenfiltrataufbereitung zur Aufbereitung von Grundwasser, angereichertem Grundwasser und Uferfiltrat zu Trinkwasser: Über die Sammelleitung mit Saugschächten (Förderanlage) wird eine Mischung aus Grundwasser, angereichertem Grundwasser und Uferfiltrat (zusammenfassend als Bodenfiltrat bezeichnet) entnommen. Das Bodenfiltrat wird dann im Wasserwerk mehrfach gefiltert, bevor es in der Reinwasserkammer als Trinkwasser gespeichert wird.

Bedingt durch das im Untergrund vorhandene Speichervolumen des Trinkwasserschutzgebietes lassen sich zur Abdeckung von Bedarfsspitzen kurzzeitig relativ hohe Grundwassermengen fördern: Die Bodenfiltrataufbereitung ist auf eine maximale Aufbereitungsleistung von 200 l/s ausgelegt. Auch Grundwasserschwankungen in heißen Sommern können ausgeglichen werden.

Außerdem wird in den Reinwasserbehälter des Wasserwerkes auch das Wasser der Quelle in Winterhausen eingespeist und in das Versorgungsnetz gepumpt.

Trinkwasserschutzgebiet[Bearbeiten]

Das Trinkwasserschutzgebiet erstreckt sich von der Konrad-Adenauer-Brücke bis zum Sebastian-Kneipp-Steg entlang des linken Mainufers und der Mergentheimer Straße.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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